Rezension „Caroline & West: Überall bist du“ von Ruthie Knox

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© Egmont INK

Über „Caroline & West: Überall bist du“ von Ruthie Knox Buch zu schreiben liegt mir schon am Herzen, seit ich es vor etwa zwei Monaten gelesen habe. Denn: Nicht immer muss es das große Schicksal sein, dass zwei Menschen zusammenführt (á la: sie sahen sich und waren sofort ineinander verliebt, denn sie wussten, dass sie füreinander bestimmt sind…) Bei Caroline und West ist es einfach das Leben, das sie zusammenführt – die Umstände sind zwar nicht unbedingt schön, eher so richtig mies, aber echt. Und mit diesem Gefühl lässt mich die Geschichte auch zurück: es fühlte sich einfach echt an.

Zum Inhalt
Als die Studentin Caroline Piasecki mit ihrem Freund Schluss macht, rächt dieser sich, indem er intime Fotos von ihr im Internet postet. Über Nacht scheint Caros Leben und ihre Zukunft als Anwältin zerstört. Ihr geheimnisvoller Nachbar ist da so ziemlich der Letzte, dessen Nähe sie jetzt suchen sollte. West Leavitt ist unverschämt attraktiv, ein Draufgänger. Über seine Vergangenheit spricht er nie, und es heißt, dass er mit Drogen dealt. Doch ausgerechnet bei ihm hat Caro das Gefühl, dass sie sich nicht verstellen muss. Obwohl die beiden wissen, dass zwischen ihnen nicht mehr als Freundschaft sein darf, kommen sie sich bald sehr nahe. Und plötzlich sieht Caro sich nicht nur mit den Problemen ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert …

Mein Eindruck
Ruthie Knox behandelt in ihrem Buch in erster Linie das aufwühlende Thema Rachepornographie. Das es so etwas gibt, war mir bisher völlig unbekannt. Tatsächlich aber gibt es zahlreiche Fälle, in denen nach einer Trennung intime Bilder im Internet gepostet werden – und ein Vorgehen dagegen ist meist sehr schwierig. Wie eine solche Tat das Leben auf den Kopf stellen kann, beschreibt die Autorin in klaren Worten. Der Leser spürt, dass sie sich sehr mit der Thematik beschäftigt hat. Auch Caroline kann zu Beginn der Geschichte wenig gegen die Veröffentlichung tun – sie wird vollkommen von den Geschehnissen überrollt und steht ihnen hilflos gegenüber. Sie versteckt sich. Sie versucht unsichtbar zu werden. Sie schämt sich. Sie fragt sich, ob sie nicht doch an allem selbst die Schuld trägt. Hätte sie doch besser aufgepasst, hätte sie doch Nein gesagt.

Wie gut, dass in dieser Zeit West in ihr Leben tritt. Nicht als Held, sondern als jemand, der ihr hilft, für sich einzustehen und sich zur Wehr zu setzen. Doch West hat auch seine eigenen Probleme. Er stammt aus einer armen Familie, seine Eltern leben getrennt und sein Vater – der regelmäßig zurückkehrt – neigt zur Gewalt. West hat sich aus diesem Leben herausgekämpft und möchte Medizin studieren. Aus der Ferne unterstützt er seine Mutter und seine kleine Schwester so gut es geht, doch als sein Vater wieder auftaucht, verändert sich alles.

Zu Beginn ihrer Beziehung erwarten Caroline und West nicht allzu viel voneinander. Schon gar nicht erwarten sie, sich ineinander zu verlieben. Doch aus freundschaftlich schweigsamen Nächten in der Bäckerei, in der West arbeitet,
entwickelt sich im Laufe der Geschichte ein tiefes Verständnis füreinander und eine wunderschöne Liebe. Gegenseitig geben sie sich genau das, was sie in dieser Zeit am meisten brauchen: Kraft und den Glauben an sich selbst. Doch natürlich heißt es hier nicht „Ende gut, alles gut“. Denn West kann seine kleine Schwester nicht einfach alleine lassen, während ihr Vater in der Nähe ist.

Ruthie Knox schafft es, einem die Charaktere sehr nahe zu bringen. Sie beschreibt sehr sensibel und feinsinnig, wie verschiedene Lebensumstände einen Menschen prägen. Daher stellt man als Leser auch zu keiner Zeit die Handlungsmotive von Caroline und West infrage. Die einzige große Frage ist lediglich: Wie geht es weiter? Ich kann es kaum erwarten, „Caroline & West: Lass mich nie mehr los“ zu lesen!

Ruthie Knox
Caroline & West: Überall bist du
ISBN: 978-3-86396-072-8
Preis: € 12,99

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4 Gedanken zu “Rezension „Caroline & West: Überall bist du“ von Ruthie Knox

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