Rezension „Young World: Die Clans von New York“ von Chris Weitz

IMG-20150925-01346Düsteres Cover. Düsteres Thema: Seuche, Apokalypse. Also ein super Buch für den Start in den Urlaub 😉 Autor Chris Weitz hat es aber geschafft, mich in seine Welt hineinzuziehen. Ein New York, in dem alle Erwachsenen an einer verheerenden Seuche gestorben sind und nur Teenager überlebt haben.

Mein Eindruck

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven von den Protangonisten Jefferson und Donna. Jefferson ist ein ruhiger, nachdenklicher und gefühlvoller Typ – und in Donna verliebt. Sie wiederum ist draufgängerisch, nimmt kein Blatt vor den Mund und verdrängt jegliche Gefühle seit dem Ausbruch der Krankheit. Beide leben sie gemeinsam mit ihrem Clan im Washington Square Park. Die Tage verbringen sie damit, sich zu versorgen und ihren Clan zu bewachen. Denn es gibt neben ihnen noch andere Gruppen in New York, die weniger friedliebend sind.

Chris Weitz hat ein Szenario erdacht, das sehr an „Herr der Fliegen“ erinnert – bis hin zur Szene mit dem Wildschwein natürlich. Auch in diesem Buch sind Jugendliche nach einem Unfall auf einer Insel auf sich allein gestellt. In „Young World“ ist es eine Seuche, die alle Erwachsenen und kleinen Kinder befällt. Die Hintergründe werden Stück für Stück erläutert, so dass sie auch für Nicht-Experten plausibel sind. Nicht ganz so plausibel ist allerdings, weshalb sich Teenager so gut mit Waffen und Selbstverteidigung auskennen. Wann immer eine Waffe des Typs soundso vorgestellt wurde, musste ich fassungslos den Kopf schütteln. Ein ganz klarer Schwachpunkt.

Was es aber bedeutet, von jetzt auf gleich alles Wissen der Erwachsenen zu verlieren, beschreibt Weitz sehr anschaulich und nachvollziehbar. Es zählen die Details, die kleinen Beobachtungen. Dies macht das Lesen wieder reizvoll. Vor dem inneren Auge entsteht ein lebendiges Bild eines völlig veränderten New Yorks.

Jefferson will sich nach dem Tod seines Bruders nicht länger mit dem Stand der Dinge zufrieden geben. Er will einfach nicht glauben, dass es keinen Ausweg gibt. Als dann auch noch das Gehirn der Gruppe, genannt Brainbox, Hinweise auf Forschungen über die Seuche findet, hält ihn nichts mehr im Washington Square. Zusammen mit Brainbox, Donna, dem gutmütigen Peter und der gewitzten See Through macht er sich auf den Weg quer durch NY zu einem Froschungslabor.

Das „Young World“ von einem Regisseur und Drehbuchautor geschrieben wurde, ist offensichtlich. Die Dialoge sind knapp gehalten, der Spannungsbogen erinnert stark an einen Actionfilm. Das Erzähltempo ist schnell und so habe ich Seite für Seite gelesen, ohne es recht zu merken. Toll waren die Beschreibungen von NY, der Blick auf die Jugend und was sie im Zusammenhang eines Seuchenfalles bewegt und beschäftigt. Obligatorisch ist natürlich die Liebesgeschichte zwischen Donna und Jefferson. Hier habe ich mich über eine zarte und vorsichtige Annäherung gefreut, die unter den Umständen absolut glaubwürdig ist.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Filmrechte bereits gekauft wurden, bleibt zu sagen, dass das Buch ein recht gutes Ausgangsmaterial für eine Verfilmung bietet. Ob sich Chris Weitz das beim Schreiben schon im Blick hatte? Wahrscheinlich. Gespannt bin ich aber vorerst auf die Fortsetzung in Band 2, „Nach dem Ende“, die im Mai 2016 erscheint.

Über das Buch

Eine faszinierende Welt ohne Erwachsene. Es gab ein Leben davor. Dann kam die Seuche. Übrig blieben nur die Teenager. Jetzt, ein Jahr danach, werden die Vorräte knapp und die Überlebenden organisieren sich in Clans. Jefferson, Führer wider Willen des Washington-Square-Clans, und Donna, in die er heimlich verliebt ist, haben sich ein halbwegs geordnetes Leben in all dem Chaos aufgebaut. Doch als Brainbox, das Genie ihres Clans, eine Spur entdeckt, die zur Heilung der Krankheit führen könnte, machen sich fünf von ihnen auf in die gefährliche Welt jenseits ihres Rückzugsortes – Schießereien mit feindlichen Gangs, Flucht vor Sekten und Milizen, Überleben in den Gefahren der U-Bahn-Schächte inklusive. Denn trotz aller Aussichtslosigkeit glaubt Jeff an die Rettung der Menschheit.

Aus dem Amerikanischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung
Hardcover
Deutsche Erstausgabe
384 Seiten
Ab 14
ISBN 978-3-423-76121-5
22. September 2015

Zum Verlag
Young World Website

♥ Herzlichen Dank an den dtv-Verlag ♥
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7 Gedanken zu “Rezension „Young World: Die Clans von New York“ von Chris Weitz

  1. Pingback: [Rezension] „Young World – Nach dem Ende“ von Chris Weitz | Buchstabenträumerei

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