Filmkritik „Paper Towns – Auf Margos Spuren“

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© dtv

Was habe ich das Buch geliebt: „Paper Towns“ (dt. Titel Margos Spuren) von John Green ist für mich, wie alle seine Bücher, eine absolute Pflichtlektüre. Bücher von ihm kaufe ich blind, denn ich weiß einfach, das sie gut sind. Das Leben von Teenagern fasst er wunderbar passend und lebensnah in Worte. Mit seinen Büchern hat er daher einen verdienten Erfolg, finde ich. Nun wird eines seiner Bücher nach dem anderen verfilmt – das sah ich anfangs und sehe ich auch jetzt noch eher kritisch. Es hat so einen Beigeschmack von Massenproduktion. Zwar war die erste Verfilmung „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ glücklicherweise sehr gut gelungen, doch die zweite Verfilmung „Paper Towns – Auf Margos Spuren“ hat mich leider nicht umgehauen.

Die Gründe dafür sind hauptsächlich in der Besetzung und im Erzählstil zu suchen. Doch ich eile voraus. Zuerst einmal möchte ich zusammenfassen, worum es im Film geht: Als kleiner Junge verliebt sich Quentin, genannt „Q“, in seine Nachbarin Margo. Sie ist geheimnisvoll und liebt jede Art von Abenteuer und Rätsel. Q hingegen ist ruhig, gewissenhaft und zuverlässig. Die beiden freunden sich an und sind als Kinder unzertrennlich. Je älter sie werden, desto mehr driften sie jedoch auseinander. Eines Nachts taucht Margo wieder wie früher an seinem Fenster auf und bittet ihn um Hilfe. Ihr Freund hat sie betrogen und sie möchte auf amüsante Weise rächen. Klar macht Q da mit! Endlich haben sie wieder Kontakt. Kann daraus auch mehr werden? Doch am nächsten Tage ist Margo verschwunden. Alles was sie hinterlassen hat, ist ein versteckter Hinweis – ein Rätsel. Kurzerhand macht sich Q zusammen mit seinen Freunden Radar und Ben auf den Weg, seine große Liebe Margo zu finden.

Englischer Trailer:

Es ist eine tolle coming-of-age Geschichte und ein tolles Roadmovie. Das auf jeden Fall. Doch für mich hat es in dieser Buchverfilmung wie gesagt ein wenig gehakt. Cara Delevingne als Margo hielt ich erst für sehr gewagt. Sie ist aber überraschend gut. Auch Nat Wolff als Q ist super. Allerdings passen die beiden einfach nicht zusammen, ich habe keine Chemie zwischen ihnen gespürt. Und da sich die beiden in der zweiten Hälfte des Films nicht begegnen, ist gerade das so wichtig. Nur dadurch ließe sich Qs Sehnsucht und sein eiserner Wille Margo zu finden nachempfinden. Die Nebendarsteller haben mich leider auch allzu oft gestört. Austin Abrams als Radar war nervig und albern, Justice Smith als Ben war viel zu unscheinbar.

Im Erzählstil ähnelt der Film der Fernsehserie „How I met your mother“ – was ja eigentlich ziemlich cool sein sollte. In „Paper Towns“ hat es für mich nicht funktioniert. Der Erzähler aus dem Off wirkt zu gestelzt und bemüht. Letztendlich wird der Zuschauer dadurch auf Abstand gehalten – es erzählen nicht die Schauspieler, das Setting, die Musik und die Bilder die Geschichte, sondern ein inzwischen erwachsener Q. Und mit Margos Verschwinden wird die Erzählung allzu schleppend und konnte mich nicht in seinen Bann ziehen.

Ein paar Dinge hat der für zwei Awards nominierte Regisseur Jake Schreier natürlich auch gut gemacht 🙂 Beispielsweise hat mir die „Rachesequenz“, also die Nacht, in der Q und Margo ihrem Freund gemeinsam Streiche spielen, sehr gut gefallen. Die Bilder, teilweise in Slow Motion, die Musik, die Stimmung – alles stimmt. Man sieht den Akteuren den Spaß und die Freude an, der Zuschauer spürt die Freiheit, die sie in diesem Moment empfinden. Ein Genuss!

Das Drehbuch wurde übrigens von Scott Neustadter und Michael H. Weber geschrieben, die sich auch schon für „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ zusammengetan haben. Weitere tolle Werke aus ihrer Feder sind „The Spectacular Now“ und „500 Days of Summer“. Alles Filme, die ich jedem ans Herz legen möchte.

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© dtv

Nun, es dauert nicht mehr lange, dann folgt die nächste Verfilmung eines John Green Buches: „Looking for Alaska“ (Eine wie Alaska dt.), sein erster Roman. Regie wird die noch relativ unbekannte Rebecca Thomas führen, das Drehbuch schreiben – drei Mal dürft ihr raten – natürlich Scott Neustadter und Michael H. Weber… 😉

Mehr über das Buch bei LovelyBooks

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2 Gedanken zu “Filmkritik „Paper Towns – Auf Margos Spuren“

  1. Danke für die interessante und reflektierte Kritik! 🙂

    Ich möchte mir den Film auch noch anschauen, allerdings als DVD, da ich das Buch sehr gerne gelesen habe. Allzu hohe Erwartungen habe ich aber nicht… 😉

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