[Filmkritik] „Ich und Earl und das Mädchen“, ein Film von Alfonso Gomez-Rejon

Wie kann man nur auf die Idee kommen, für einen Film eine derart schlechte Buchvorlage auszuwählen? Das war mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch von Jesse Andrews gelesen hatte. Wen es interessiert, hier die Rezension. Doch vielleicht hat sich der Regisseur ja etwas dabei gedacht? Vielleicht hat er das Beste herausgearbeitet und vertieft? Leider wurde ich enttäuscht, denn er hält sich ziemlich genau an die Vorlage…

Original Trailer

Deutscher Trailer

Im Vergleich zum Buch kommt der Film in meiner Bewertung ein wenig besser weg. Das liegt daran, dass der Zuschauer nicht ausschließlich in Greg’s naiver und nerviger Gedankenwelt steckt. Die weiteren Rollen sind präsenter, lebendiger – allen voran Rachel und Earl, gespielt von Olivia Cooke und RJ Cyler. Beide haben mich positiv überrascht. Sie verleihen dem Film so viel Tiefgang wie nur möglich und sind ein angenehmer Gegenpol zu Greg, gespielt von Thomas Mann (ja, er heißt wirklich so!). Ihn empfinde ich als etwas blass. Er spielt zu bemüht tapsig und überzeugt mich nicht.

Regisseur Alfonso Gomez-Rejon ist einigen bekannt durch seine Arbeit an den Serien „American Horror Story“ und „Glee“. Die Schauspieler sind weitestgehend Unbekannte – was ich grundsätzlich immer sehr schön finde. Doch aus einer schlechten Vorlage wird meistens kein guter Film. Ich hatte immer wieder das Bedürfnis, Szenen zu überspringen oder vorzuspulen oder irgendetwas zu tun außer hinzusehen.

Interessanterweise zeigt sich eine Parallele zu meiner Erfahrung mit dem Buch. Auch im Film hat mich kurz vor Ende des Films die Szene gepackt, in der Earl Greg die Meinung sagt. Von diesem Moment an wird der Film besser und er berührte mich sogar. Nichtsdestotrotz kommt er aber um Längen nicht an andere Produktionen dieser Art heran. Da wären beispielsweise der Klassiker „Love Story“ von 1970 oder „Mein Leben ohne mich“ von 2003 sowie natürlich „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von 2014.

Kurzum: Ein Film, den ich nicht empfehlen kann.

Zum Film

Tragikomödie
Länge: 1h 46min
Altersempfehlung: ab 6 Jahren
Ab 19.11.2015 im Kino

 

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3 Gedanken zu “[Filmkritik] „Ich und Earl und das Mädchen“, ein Film von Alfonso Gomez-Rejon

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