[Rezension] „Rockherz“ von Andie F. Andersson

„Rockherz“ von Andie F. Andersson ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die erste große Liebe und vor allem die Liebe zur Musik. Zur Rockmusik wohlgemerkt – Hard Rock und Heavy Metal. Je mehr dröhnender Bass und kreischende Gitarren, desto besser. Eine willkommene Abwechslung. Daher habe ich mich sehr über die Anfrage der Autorin gefreut, ob ich das Buch lesen möchte! Es hat mir viel Freude bereitet, auch wenn ich mich nicht ganz so in die Geschichte einfühlen konnte, wie ich es mir gewünscht hatte.

andersson_rockherz„Rockherz“ war mein erstes eBook – und so sieht es aus, wenn ich es lese 😉

Story

Vielleicht bin ich einfach zu Erwachsen für diese Geschichte. Vielleicht erinnere ich mich nicht mehr gut genug daran wie es ist, Anfang 20 zu sein. Wenn man nicht unbedingt weiß, was man mit seinem Leben anfangen möchte und sich einfach tastend in alle möglichen Richtungen dreht, sich neu ausrichtet und ausprobiert. Daher hatte ich vor allem mit der Protagonistin ein wenig Schwierigkeiten. Almond oder Al, wie sie von allen genannt werden möchte, ist zu Beginn der Geschichte 18 Jahre alt und lebt als Scheidungskind in zwei Welten. In der gut organisierten und strengen Welt ihrer Mutter, die von Al erwartet, eine gute Ausbildung zu machen. Und in der chaotischen und lebensfrohen Welt ihres Vaters, der als Manager nur für die Musik lebt.

Al teilt diese Passion und fühlt sich gleichzeitig zerrissen. Sie möchte ihre Mutter nicht enttäuschen, sich aber auch nicht in ein Leben pressen lassen, das sie nicht glücklich macht. Dieser Zwiespalt treibt die Geschichte an, denn Al kann sich nicht für einen Weg entscheiden. Sie treibt mal in die eine Richtung, dann wieder in die andere Richtung. Über allem steht ihre Liebe zum Frontsänger Morris, dessen Band ihr Vater managed. Doch ihre Wege trennen sich immer von Neuem.

„Rockherz“ ist ein erfrischendes Jugendbuch, in dem ohne unnötiges Aufheben geraucht und getrunken und Hard Rock gehört wird. Ich habe es sehr genossen, von der Welt der dunklen Kellerclubs zu lesen. Allerdings ist der Anfang etwas umständlich gewesen. Mir fehlte der Fokus, die Autorin sprang zu schnell von einer Begebenheit zur nächsten. Es las sie eher wie eine hektische Zusammenfassung, die nur darauf ausgerichtet ist, zum Kern der Geschichte zu leiten. Mir fehlte beispielsweise ein wenig mehr Einblick in den Alltag mit der Mutter und ihrem Leben in England.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Al und Morris konnte mich einige Zeit nicht wirklich überzeugen. Sie sehen sich und beide hat es sofort erwischt. Doch schon bei den ersten Hürden geben sie auf. Natürlich haben sie ihre Gründe, aber diese waren für mich nicht so gut nachvollziehbar. Gegen Ende konnte ich beide allerdings besser verstehen und die Beweggründe wurden plausibler. Was ich schön fand war, wie sich Verhaltensmuster der Eltern in einigen Charakteren wiederholten – der Kreis schloss sich.

Schreibstil

Die Autorin Andie F. Andersson stolpert zu Beginn für mein Empfinden etwas zu schnell durch das Geschehen. Es passiert zu viel in zu kurzer Zeit und mehrere Wochen werden wie im Zeitraffer beschrieben. Aufgrund dieser plötzlichen Übergänge fühlte ich mich nicht immer richtig abgeholt. Im letzten Drittel des Buches wird das jedoch bedeutend besser. Durchgehend dominiert die direkt Rede. Beschreibungen sind eher selten und bleiben kurz. Das hat mir gut gefallen, die Charaktere erschienen dadurch sehr lebendig und unmittelbar.

Charaktere

Erzählt wird aus der Perspektive von Al. Und das war für mich der Knackpunkt, der leider dafür sorgte, dass mich „Rockherz“ nicht vollkommen begeistern konnte. Denn Al war mir nicht sympathisch, sie ist launisch und egoistisch. Sie hat übertrieben hohe Erwartungen an den Sänger Morris, der jedoch nur bei ihr ist, wenn es ihm passt.

In Folge ihrer Zerrissenheit zwischen Mutter und Vater weiß sie nicht was sie will. Doch anstatt sich darauf zu konzentrieren eine Lösung zu finden, weicht sie aus und lässt sich treiben – aus Angst, jemanden vor den Kopf zu stoßen oder ihre Ziele nicht zu erreichen. Sie ist manchmal ein Widerspruch in sich und ihre Handlungsmotive waren mir zwischenzeitlich unbegreiflich.

Manche Charaktere erkannten ihre Unentschlossenheit und auch die Gründe dafür und halfen ihr letztendlich dabei, ihren Weg zu finden. Wie Johannes, ein späterer Freund, oder Simon, ein Manager der Band. Auch ihre Granny war mir sympathisch und Al eine große Stütze. Sie ist weise, humorvoll und ziemlich resolut.

Fazit

„Rockherz“ sprüht förmlich vor kompromissloser Liebe zur Musik. Es ist sicherlich für alle Leser ein gelungenes Buch, die sich gerade an dem Scheideweg zwischen Schule und beruflicher Zukunft befinden. Junge Leser, die noch nicht wissen, wohin der Weg sie führen wird. Ich bin dieser Zeit schlicht entwachsen und war daher vielleicht zu unempfänglich für Als Schwierigkeiten.

Über das Buch

andersson_rockherz

Die siebzehnjährige Almond ist ein Scheidungskind und lebt für die Momente, die sie bei ihrem Vater verbringen darf. Als Manager von Rockbands hat er Almonds Musikstil geprägt und sie träumt heimlich davon, einmal in seine Fußstapfen zu treten. Bei einem ihrer Besuche lernt sie Burnside Close, die neue Band ihres Vaters kennen, und verliebt sich in deren Leadsänger Morris. Mehr denn je ist Almond daraufhin überzeugt, dass Rockmusik ihr Leben ist. Doch ihre Mutter ist davon so gar nicht begeistert. Als dann auch noch ein schwerer Schicksalsschlag Almonds Leben völlig auf den Kopf stellt, weiß sie bald selbst nicht mehr, was sie eigentlich will und ihre Liebe zu Morris wird auf eine harte Probe gestellt.

Preis: 1,99 Euro
Format: Kindle Edition

ASIN: B014HDIQSI

Infos und eine Leseprobe findet ihr hier

♥ Herzlichen Dank an Andie F. Andersson für deine Anfrage und den netten Kontakt ♥

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