[Rezension] „Holmes & Ich: Die Morde von Sherringford“ von Brittany Cavallaro

An diesem Buch faszinierte mich so einiges – nun gut, eigentlich alles. Das Cover finde ich sehr gelungen, der Titel weckt direkt die richtigen Assoziationen zu Sherlock Holmes und seinen Kriminalfällen und der Klappentext tut sein Übriges an Überzeugungsarbeit. Ich musste es einfach lesen. Nun, am Ende dieser Verbrecherjagd, bleibe ich mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Warum, das erfahrt ihr hier. Vorab jedoch meinen herzlichen Dank an dtv – das junge Buch für das Rezensionsexemplar.

cavallaro_holmes und ich (2)

Über das Buch

3 Dinge will Jamie Watson partout vermeiden, als er gegen seinen Willen auf ein Internat an der Ostküste der USA geschickt wird:

1. Dort auf die charismatische Charlotte Holmes zu treffen, Nachfahrin des legendären Sherlock, die allerorten für ihren komplizierten Charakter und ihr detektivisches Genie bekannt ist.
2. Sich in besagte Charlotte zu verlieben – natürlich unglücklich.
3. Gemeinsam mit Charlotte in einen Mordfall verwickelt zu werden.

Doch dann wird Jamie von seinem Zimmergenossen zu einer Party mitgeschleift, auf der er Charlotte begegnet und sofort von ihr fasziniert ist. Kurz darauf geschieht ein Mord. Hauptverdächtige: Jamie Watson und Charlotte Holmes! Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen …

lank_rauklands sohn 1

Copyright: Verlagshaus el Gato

Preis: 16,95 Euro
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-423-76136-9

Erschienen: 19. Februar 2016
Weitere Infos zum Buch

Story

Wie die rasante Beschreibung des Inhalts schon vermuten lässt, beginnt die Geschichte nach kürzester Zeit mit einem Knall – also mir besagtem Mord. Das weckt die Neugier und erzeugt Spannung, zieht einen mitten rein ins Geschehen. Dennoch empfand ich den Einstieg als etwas mühsam, ich vermisste schlicht ein paar Seiten mehr. Denn: aAnfangs gehen sich Charlotte Holmes und James Watson tunlichst aus dem Weg. Klar träumt James davon, Charlotte zu treffen und mit ihr gemeinsam Verbrechern das Handwerk zu legen. Doch ihr Ruf eilt ihr voraus und so ist er in Wirklichkeit nicht besonders erpicht darauf, ihr gegenüber zu stehen.

Das ändert sich erst nach einem Vorfall, der kurz vor dem eigentlichen Mord stattfindet – und schon haben Holmes und Watson regen Kontakt. Ich war von dieser plötzlichen Freundschaft vollkommen überrumpelt und konnte diese Entwicklung einfach nicht nachvollziehen. Hinzu kommt, dass Holmes nach dem Mord schlussfolgert, dass  jemand sie beide in Schwierigkeiten bringen will – obgleich sie doch bis vor wenigen Tagen gar keinen Kontakt miteinander hatten. Ich hätte mich sehr über eine ausführlichere Beschreibung der wachsenden Freundschaft gefreut, insbesondere bei zwei so interessanten Charakteren. Nur im weiteren Verlauf geschieht dies stellenweise und es kommt zu schönen, überraschenden und auch gefühlvollen Momenten zwischen Charlotte und James.

Nichtsdestotrotz ist „Holmes & Ich“ ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das zum miträtseln einlädt. Es wird in der typischen Holmes-Manier erzählt. Wobei ich hinzufügen muss, dass ich mich hierbei auf die Verfilmungen und die aktuellste Fernsehserie beziehe, da ich die Bücher selbst nie gelesen habe. Schlaue Beobachtungen werden zu cleveren Theorien und diese zu klugen Erkenntnissen. Schlag auf Schlag geht es voran und als Leser (ich zumindest) hinkt man manchmal ziemlich atemlos hinterher. Ständig fragt man sich: Wer ist der Täter? Mir war es bis zum Ende unklar.

Schreibstil

Brittany Cavallaro schreibt locker und fasst sich relativ kurz, wenn es um zwischenmenschliche Verbindungen geht. Kriminalistische Theorien hingegen werden viel Raum gegeben, was dem Thema gegenüber durchaus angemessen ist. Mir persönlich fehlte es ein wenig an Wärme und es wurde teilweise so sprunghaft erzählt, dass es den Charakteren und der Story an Entfaltungsmöglichkeiten fehlte. Das wird aber mit humorvollen Beobachtungen von Watson wieder wettgemacht. Erzählt wird aus Watsons Perspektive, und das ist gut so, denn seine Unsicherheit und sein Hang zur Ironie sind absolut herzerwärmend.

Charaktere

Für den Charakter von Charlotte Holmes habe ich das ganze Buch hindurch nicht so recht ein Gefühl entwickeln können. So soll Holmes aber sein – verwirrend, unnahbar, unterkühlt und unberechenbar. Vor allem auch angesichts ihrer Vergangenheit macht das Sinn, von daher ist der Charakter gut angelegt.Watson ist das Gegenteil von ihr – emotional und einfühlsam, ihn fand ich von Anfang an sympathisch.

Vor allem aber stimmt die Chemie zwischen beiden. Das Zusammenspiel von Holmes und Watson ist ähnlich amüsant wie in anderen Produktionen – aber eben auch nah an diesen Vorlagen dran. Ich persönlich fand das gut, denn mit dieser Erwartung ging ich auch an das Buch ran.

Fazit

Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, mit Tempo und unerwarteten Wendungen. Wenngleich auch die Entstehung der Freundschaft zwischen Holmes und Watson und auch der Erzählstil in meinen Augen seine Schwächen hat, ist „Holmes & Ich“ eine Empfehlung für alle jugendlichen Leser, die gerne knifflige Kriminalfälle lösen.

♥ Herzlichen Dank an dtv – das junge Buch ♥

Advertisements

6 Gedanken zu “[Rezension] „Holmes & Ich: Die Morde von Sherringford“ von Brittany Cavallaro

  1. Hmm, ich muss ja zugeben, dass ich das Buch noch unbedingt lesen möchte, einfach weil die Story so vielversprechend klingt. Das Sprunghafte mag ich eigentlich gar nicht, aber wenigstens ist ausreichend Humor vorhanden – bleibt also definitiv auf der Wunschliste. 🙂

    Liebe Grüße,
    Jess

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s