[Rezension] „Coherent“ von Laura Newman

Dieses Buch habe ich im Rahmen der Drachenmond-Lesechallenge gelesen. Mein erstes Buch aus dem Verlag! Das Cover hat mich bestochen – und die Story. Da fiel die Entscheidung nicht schwer, auch wenn ich am liebsten direkt drei oder vier Titel bestellt hätte. Aber: alles zu seiner Zeit. Nun erstmal ein paar Worte zu diesem Fiction-Thriller.

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Über das Buch

Ob Smartphone, Tablet oder Computer – über das Internet leben, lieben und kommunizieren wir. Was aber, wenn wir keine Geräte mehr bräuchten, um online zu sein? Was würdest du tun? Genau diese Erfahrung macht die 17-jährige Sophie und gerät schnell in einen rasanten Strudel aus Angst und Faszination. Gejagt von einer geheimnisvollen Organisation begibt sie sich auf eine abenteuerliche Flucht quer über den Globus. Zusammen mit dem smarten Franzosen Jean setzt Sophie alles daran, dem Ursprung ihrer Fähigkeiten und dem Rätsel um ihre Vergangenheit auf die Spur zu kommen.

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Preis: 14,90 Euro
Format: Softcover
ISBN: 978-3-95991-083-5

Erschienen: Dezember 2015
Weitere Infos zum Buch

Story

Den Anfang empfand ich etwas abrupt und hektisch. Kaum hat der Leser Sophie kennengelernt und mehr über einen kürzlich erlittenen Schicksalsschlag erfahren, schon reist sie im Rahmen eines Schüleraustausches nach Frankreich. Dort lebt sie bei Gasteltern, die sich nie blicken lassen, und stößt – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Jean. Und schon nimmt die Geschichte um das Geheimnis ihrer besonderen Fähigkeiten ihren Lauf. Diese schnelle Entwicklung gefiel mir nicht ganz so gut, doch das war angesichts des interessanten Themas nicht allzu schlimm. Die Neugier hatte mich bereits gepackt und ich wollte wissen, was das für Fähigkeiten sind und vor allem, warum Sophie online sein und mit Handy, Smartphone und anderen technischen Geräten kommunizieren kann.

Die Idee der Autorin Laura Newman fand ich ungemein spannend und zeitgemaß. Wer weiß, vielleicht wird bereits irgendwo auf der Welt in diesem Moment an Methoden gearbeitet, wie der Mensch ohne technische Hilfsmittel laufend online sein kann. Durch Implantate oder irgendwelche Neurotransmitter. In „Coherent“ bleibt diese Frage lange offen und bietet dem Leser viel Raum für Spekulationen. Geheime Forschungen? Verschwörungen der Regierung? Ich fragte mich ständig, was wohl dahintersteckt und wo das noch hinführt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich hoffnungslos verloren war, sobald von Proxyservern und Ähnlichem die Rede war. Damit kenne ich mich schlicht gar nicht aus. Für mehr technikaffine Menschen stelle ich mir die Lektüre allerdings ziemlich anregend vor.

Neben der geballten Action kamen aber auch die kleinen, feinen Details nicht zu kurz. Einige davon haben mir sehr gut gefallen: So mag Sophie zum Beispiel eines meiner Lieblingslieder, „Hallelujah“ von Jeff Buckley, und Sophie’s Tante fährt ein Auto, wie Lorelai von den Gilmore Girls. Ein weiteres absolutes Highlight war, dass ein Freund von Jean das von mir innig geliebte „I want to believe“-Poster von Mulder an der Wand hängen hat. Alles kleine Elemente, die der Story viel Wärme verleihen.

Die einzige richtige Kritik, die ich an der Story habe, bezieht sich auf das Verhalten der Gasteltern von Sophie. Sie reist als minderjähriges Mädchen nach Frankreich und lebt bei einer Familie, die sich in keinster Weise um sie kümmert. Sie lassen sie abends ausgehen so lange sie will, lassen sie mit einem Jungen einen Kurztrip machen, den sie im Grunde noch gar nicht lange kennt und sind überhaupt so gut wie nie anwesend. Vielleicht bin ich spießig, aber diesen verantwortungslosen Umgang fand ich nicht gut.

Schreibstil

Mir haben Tonalität und Schreibstil von Laura Newman ungemein gut gefallen. Was aber vor allem herausstach, waren die herrlichen Beschreibungen von Frankreich – ich habe regelrecht Fernweh bekommen. Die Autorin selbst verbindet sehr viel mit Frankreich und diese Liebe zum Land spürte ich in den Zeilen. „Coherent“ zu lesen war wie eine kleine Reise.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt und gleicht damit einem klassischen Drama in drei Akten. In Teil Eins erhält der Leser alle notwendigen Information über die Voraussetzungen, in Teil Zwei spitzt sich der Konflikt bis zum Höhepunkt zu und in Teil Drei folgt dann die Lösung – oder eben die Katastrophe. Welches von beidem hier der Fall ist, verrate ich natürlich nicht. Erzählt wird aus der Sicht von Sophie, Jean und einem Agenten, Lamar Bishop.

Charaktere

Gegenüber Jean hatte ich anfangs ein wenig Vorurteile. Er entsprach so sehr dem Klischee vom gutaussehenden, ein wenig prolligen Franzosen, dass ich ihn nicht Ernst nehmen konnte. Doch es steckte mehr in ihm und ich wurde positiv überrascht. Sein Charakter hat sehr viel Tiefgang und mehr zu bieten, als man im ersten Moment erwarten mag. Sophie wirkte im Vergleich etwas schlichter auf mich – sie ist eher das „Opfer“. Clever und aufgeweckt, aber in meinen Augen nicht ganz so facettenreich.

Jean und Sophie zusammen bilden ein angenehmes Paar. Es war schön zu erleben, wie sich die Freundschaft zwischen beiden entwickelt und daraus langsam Liebe wird.

Fazit

Ein Mensch, der immer online sein kann – ganz ohne technisches Hilfsmittel. Damit hat Laura Newman ein äußerst spannendes Thema aufgegriffen und gelungen zum Leben erweckt. „Coherent“ ist ein aufregender Fiction-Thriller mit sympathischen Charakteren und einem überraschenden und dramatischen Ende.

♥ Herzlichen Dank an Laura Newman für die Signatur ♥

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7 Gedanken zu “[Rezension] „Coherent“ von Laura Newman

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