[Rezension] „Aurora Sea“ von Nadine Stenglein

Meereswesen, die ganze Flugzeuge verschwinden lassen? Ein Mädchen, das einen Hilferuf per SMS von einem ihr unbekannten Jungen bekommt – noch dazu von einem Jungen, der sagt, er sei in einem der abgestürzten Flugzeuge gewesen? Meine Neugier war sofort geweckt, nachdem mir die Autorin Nadine Stenglein ihren Romantic Fantasy Roman vorstellte. Nun habe ich ihn auch schnellstmöglich gelesen, um euch eine Rezension dazu schreiben zu können.

stenglein_aurora sea

Über das Buch

Vor Jahren verschwand das Flugzeug, in dem Emmas Eltern saßen, spurlos über dem Meer. Eine Weile später wiederholt sich ein solches Ereignis. Emma wohnt seit dem Verlust ihrer Eltern bei ihrer Tante Mathilda auf Sylt und erhält plötzlich SMS-Nachrichten von einem gewissen Jamie, der behauptet Passagier der letzten Unglücksmaschine gewesen zu sein. Als sie Jamie später auf einer geheimnisvollen Insel trifft, die wie aus dem Nichts mitten im Meer auftaucht, erfährt sie, dass in den Tiefen des Meeres Gefahren lauern, die nicht nur ihr zum Verhängnis werden sollen. Zudem hat es sich der junge Evenfall, ein Meereswesen, in den Kopf gesetzt, Emma um jeden Preis zu seiner Gefährtin zu machen…

stenglein_aurora sea
Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur
Preis:
12,99 Euro
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-21519-7

Erschienen: 18. November 2015
Weitere Infos zum Buch

„Tiefer und tiefer sank ich in die Vergangenheit, und es war mir, als spürte ich alle Liebkosungen meiner Eltern auf einmal auf meiner Haut. Die Sehnsucht nach ihnen war größer als das Universum, größer als jede Vorstellung.“ (Seite 26)

Ich mag ja geheimnisvolle Nachrichten, ungeklärte Unglücksfälle, auf mysteriöse Weise verschwundene Menschen und fantasievolle Welten. Sehr. Zudem reizten mich am Buch das ungewöhnliche Thema und der Handlungsort Sylt. Wie oft reist man in Fantasy Romanen in fiktive Länder oder in die USA. Umso erfrischender fand ich Sylt, auch wenn ich noch nie dort gewesen bin. Die Insel als Ort des Geschehens hat mich mich direkt angesprochen und neugierig gemacht.

Die Story insgesamt empfand ich zwar stellenweise etwas zu gerafft, sie war aber dennoch reich an überraschenden Momenten und interessanten Ideen. Man merkt, dass sich die Autorin viele Gedanken über ihre Meereswesen, die Avarthos, und ihr Leben unter Wasser gemacht hat. Das Buch hätte ruhig noch um einige Seiten reicher sein können, um die Avarthos und auch das Kennenlernen von Jamie und Emma detaillierter auszuarbeiten. Beide verbindet von Anfang an eine tiefe Liebe und gegenseitiges Vertrauen. Nach so kurzer Zeit empfand ich das als etwas zu unbegründet und abrupt. Ich hätte nur zu gerne noch mehr darüber erfahren und mehr Augenblicke des Kennenlernens erlebt.

Was mir an der Geschichte sehr gefiel, war die wissenschaftliche Note, die gegen Mitte hinzukommt. Sie verleiht „Aurora Sea“ mehr Tiefe und brachte auf angenehme Weise die Realität ins Spiel. Darüber hinaus bleibt es von Anfang bis zum Ende spannend und man will einfach wissen, wie es weitergeht.

Schreibstil

Die Spannung entsteht insbesondere durch die kurzen Sätze, die der Handlung eine schnelle Taktung vorgeben. Das Tempo bleibt zu jeder Zeit hoch und wir rasen förmlich mit Emma gemeinsam durch die Abenteuer. Eine schöne Ergänzung dazu sind kleine Auszeiten, die sich durch eine feine Poesie und genaue Beobachtungen bemerkbar machen. Gestört hat mich ab und an nur die meines Erachtens nach nicht ganz altersgemäße Ausdrucksweise der Charaktere.

„Ich wünschte, ich könnte dich in den Arm nehmen, während ich dir das alles sagen muss. Das würde es vielleicht etwas leichter machen“, flüsterte er. „Du bist mir trotzdem nah, Jamie.“ „Das Schicksal verbindet uns.“ (Seiten 71/72)

Charaktere

Die beiden Charaktere Emma und Jamie gefielen mir auf Anhieb ausgesprochen gut. Emma setzt sich durch, ist nicht weinerlich, sondern ziemlich patent und mutig. Gleichzeitig zeigt sie sich sensibel und liebevoll. Jamie, so wenig man auch über ihn erfährt, ist ein starker Charakter und macht einen sehr sympathischen Eindruck. Es wirkt keineswegs so, als sei er nur eine Randfigur. Hier hätte ich durchaus nichts gegen ein wenig mehr Hintergrundinformationen einzuwenden gehabt.

Die übrigen Inselbewohner bleiben etwas vage umrissen, wenngleich beispielsweise Mel, die Freundin von Emma, und Emmas Tante Tilly viel Raum einnehmen. Das empfand ich jedoch nicht weiter tragisch, da im Zentrum der Geschichte Emma, Jamie und die Avarthos stehen.

Fazit

„Aurora Sea“ ist ein spannendes und herrlich fantastisches Buch. Mich persönlich störte ein wenig die sich zu rasch entwickelnde Liebesgeschichte und die recht knapp gehaltenen Hintergrundinformationen. Doch: das Thema ist sehr interessant und das Eintauchen in die See lohnt sich auf jeden Fall!

P.S.

Die Geschichte von Jamie und Emma geht weiter: es folgt ein zweiter Band! Außerdem: ich durfte ein Interview mit der Autorin Nadine Stenglein führen, das es in Kürze hier auf meinem Blog zu lesen geben wird.

♥ Herzlichen Dank an Nadine Stenglein ♥

Advertisements

Ein Gedanke zu “[Rezension] „Aurora Sea“ von Nadine Stenglein

  1. Pingback: [Interview] mit Nadine Stenglein, Autorin von “Aurora Sea” | Buchstabenträumerei

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s