[Rezension] „Lady Midnight (Dark Artifices 1)“ von Cassandra Clare

„Es gibt eine neue Shadowhunter-Reihe von Cassandra Clare.“ Mehr musste ich nicht hören, um mir den ersten Band schnellstmöglich, also auf Englisch, zuzulegen. „Lady Midnight“ knüpft inhaltlich an „Die Chroniken der Unterwelt“ und „Die Chroniken der Schattenjäger“ an. Erst hatte ich Bedenken, da ich von den Chroniken der Unterwelt nur die ersten drei Bände gelesen hatte, doch glücklicherweise war es für das Verständnis nicht nötig, die Vorgängerbände alle zu kennen. Natürlich lassen sich Verbindungen zwischen den Charakteren besser verstehen, Vorkenntnisse sind aber nicht zwingend nötig. Doch nun zum Wesentlichen: Wie es mir gefiel? Lest weiter…

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Über das Buch

It’s been five years since the events of City of Heavenly Fire that brought the Shadowhunters to the brink of oblivion. Emma Carstairs is no longer a child in mourning, but a young woman bent on discovering what killed her parents and avenging her losses. Together with her parabatai Julian Blackthorn, Emma must learn to trust her head and her heart as she investigates a demonic plot that stretches across Los Angeles, from the Sunset Strip to the enchanted sea that pounds the beaches of Santa Monica. If only her heart didn’t lead her in treacherous directions…

Making things even more complicated, Julian’s brother Mark—who was captured by the faeries five years ago—has been returned as a bargaining chip. The faeries are desperate to find out who is murdering their kind—and they need the Shadowhunters‘ help to do it. But time works differently in faerie, so Mark has barely aged and doesn’t recognize his family. Can he ever truly return to them? Will the faeries really allow it?
(Quelle: Barnes & Noble)
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clare_lady midnight
Copyright: Barnes & Noble
Verlag für die deutsche Ausgabe: Random House
Preis:
 19,99 Euro
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-442-31422-5

Erschienen: 17.05 2016
Weitere Infos zum Buch (Englisch)
Weitere Infos zum Buch (Deutsch)

It had been Julian talking, her Jules, the one who lived in her bones and her brain and at the base of her spine, the one who threaded all through her like veins or nerves. (Seite 151)

Ich liebe umfangreiche Bücher so sehr, dass ich mich manchmal dabei ertappe, in Buchläden die dünnen Bände gar nicht erst zu beachten und nur nach den dicken Bänden Ausschau zu halten. Lieber sind mir nur noch dicke Bände, die den Anfang einer Trilogie bilden. Bei „Lady Midnight“ kam alles zusammen und so war ich natürlich sehr glücklich, meinen neuen Geschichten-Schatz in den Händen zu halten.

Trotz des Umfangs wird die Geschichte um Julian und Emma und die Blackthorn-Familie nie langweilig. Emotionale Konflikte treffen auf kämpferische Konflikte, die atmosphärisch dicht und energiegeladen erzählt werden. Die Geschichte hat mehrere Schwerpunkte: die Blackthorn-Familie, das Verhältnis zwischen Emma und Julian, die Rückkehr von Mark aus dem Land der Faeries sowie natürlich die Morde und die damit einhergehende Gefahr. Alle Fäden werden geschickt miteinander verwoben, so dass ich bereits auf den ersten Seiten mitfieberte – vor allem, was die Beziehung von Emma und Julian angeht.

Ein weiteres Highlight für mich und sicherlich alle Leser der Schattenjäger-Reihe, waren die zahlreichen Erwähnungen von Clary, Jace, Magnus, Alec und sogar Jem und Tessa – manchen von ihnen begegnen wir in der Geschichte sogar wieder. Ein schönes Gefühl, wie nach Hause zu kommen und alte Bekannte wieder in die Arme zu schließen. Ich habe mich mehrfach mit einem seligen Lächeln ertappt.

Was das Buch meiner Meinung nach besonders lesenswert macht, ist die Ausgewogenheit zwischen spannenden und emotionalen Szenen. Es gab genügend Pausen für den Leser zur Reflexion und für eigene Gedanken. Erst am Ende folgt Erkenntnis auf Erkenntnis in schnellen Rhythmus, dass einem fast schwindelig wird. Ich wurde vollkommen überrascht und hatte diese Entwicklung nicht kommen sehen.

Schreibstil

She wanted to hug him suddenly or touch his shoulder, so badly that she forced her hands down and clasped them together. She looked down at her fingers; for some reason she had intertwined  them, as if they made a cage that would hold her feelings in. (Seite 285)

Ach, was schwelgt Cassandra Clare immer herrlich in den Emotionen ihrer Charaktere. Es fühlt sich an wie ein Bad voller Schaumblasen-Traurigkeit oder Liebe oder Sehnsucht – ganz nach Belieben. Dabei nutzt sie eine reiche Bildersprache, die „Lady Midnight“ geradezu verträumt wirken lässt. Sie schmückt die Geschichte aus wie einen Saal zu einem großen Fest, und lädt die Leser dazu ein. Diese Art der Erzählung ist sicherlich nicht jedermanns Sache, doch ich mag es sehr. Zudem lässt sie es sich nicht nehmen, kleinen, zarten Momenten große Aufmerksamkeit zu schenken.

Charaktere

He was beautiful. The most beautiful thing she’d ever seen. She wanted to crawl inside his skin, live where he breathed. She wanted. (Seite XX)

Mein erster Gedanke zu Emma war: ist die wunderbar launisch und eigensinnig! Man nehme draufgängerisch hinzu und schon hat man in ihr eine ganz andere weibliche Protagonisten als in so vielen anderen Büchern gefunden. Ich mochte sie auf Anhieb. Julian und Emma zusammen sind ein tolles Team, die Chemie stimmt. Sie necken sich, vertrauen einander und übernehmen Verantwortung für sich und Julians Geschwister.

Die Geschwister sind teilweise sehr präsent, wie Mark natürlich, aber auch Cristina und Ty. Andere, wie Livia, Tavvy und ihr Onkel Arthur, waren etwas schwächer gezeichnet. Doch bei allem, was passiert und erzählt werden möchte, ich das nur allzu verständlich. Die Autorin ist in jedem Fall sehr bemüht, jedem Charakter seine eigene Geschichte, seine eigenen Beweggründe, Gefühle, Sorgen und Zweifel zu schenken. Im Mittelpunkt stehen jedoch eindeutig Emma und Julian und Mark – und diese Charaktere empfand ich allesamt als sehr gut gelungen.

Fazit

Cassandra Clare hat mit „Lady Midnight“ einen sehr vielversprechenden Auftakt zu einer neuen Trilogie geschrieben. Ich habe mich mit Julian und Emma in die Gefahren gestürzt, mit ihnen gelitten und geliebt. Mehr davon.

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20 Gedanken zu “[Rezension] „Lady Midnight (Dark Artifices 1)“ von Cassandra Clare

  1. Pingback: Montagsfrage | Welches Buch kam zuletzt auf deine Wunschliste? | Buchstabenträumerei – Buchblog

  2. Hallo Anna,

    danke für die tolle Rezension! Ich bin so froh, dass Du schreibst, dass man für „Lady Midnight“ keine Vorkenntnisse braucht. Ich kenne von den Chroniken der Unterwelt nämlich nur den Film und habe nicht vor, vorher noch schnell alle Bände zu lesen.

    Und auch der Rest Deiner Rezension klingt sehr vielversprechend.

    Jetzt kann ich mich wirklich noch mehr auf das Buch freuen 🙂 Danke!

    Liebe Grüße,
    Moni

    Gefällt 1 Person

  3. Deine Rezension macht mich so gespannt auf das Buch! Ich warte ja sowieso schon so sehnlich auf dieses neue Buch. Dir hat es ja offensichtlich auch sehr gefallen, dann kann man wohl einiges erwarten. 🙂
    Naja ganz so lange dauert es mit der Übersetzung zum Glück auch nicht mehr.

    Gefällt 1 Person

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