[Rezension] „Monday Club. Der zweite Verrat“ von Krystyna Kuhn

War in „Monday Club. Das erste Opfer“ wirklich so viel geschehen? Ein Glück gab es zu Beginn von Band 2 „Monday Club. Das zweite Opfer“ eine kleine Zusammenfassung – ich hätte sonst mehr Zeit gebraucht, um wieder in die Welt von Faye in Bluehaven einzutauchen. So war es jedoch kein Problem, und weiter ging es mit Mystery und Gänsehaut. Herzlichen Dank an den Oetinger Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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Über das Buch

Du wirst die Nächste sein!“ Faye bekommt die letzten Worte von Virginia Donnelly, die Liz‘ rechte Hand war, einfach nicht mehr aus dem Kopf. Schwebt sie wirklich in solcher Gefahr? Alles deutet darauf hin, denn plötzlich behauptet ihre Tante Liz, Faye leide unter Epilepsie . Epilepsie – wie Zoey Fuller und Fabiane Nuñez. Und beide sind tot. Aber steckt tatsächlich der mächtige Monday Club hinter allem? Die Menschen, die sie seit ihrer Geburt kennt? Das behauptet jedenfalls der gutaussehende Luke, dem sie sich in ihrer Verzweiflung anvertraut. Und Faye wird auf einmal klar, dass sie unbedingt alles daran setzen muss, um hinter die Machenschaften des Monday Clubs zu kommen. Der zweiter Band der Trilogie „Monday Club“ von Krystyna Kuhn.

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Verlag und Copyright: Oetinger
Preis:
 16,99 Euro
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7891-4062-4

Erschienen: 9. Mai 2016
Weitere Infos zum Buch
www.monday-club.de
Monday Club – die Trilogie auf Facebook

Es ist ein Traum, ein Traum im Traum im Traum, schoss es mir durch den Kopf. Du musst bloß aufwachen. Los, Faye, mach schon. Du kannst es. Wach auf, verdammt noch mal, wach auf! (Seite 45)

Von der ersten Seite an war „Monday Club. Der zweite Verrat“ spannend – voller Verschwörungen und scheinbar unlösbarer Rätsel. Was steckt hinter dem geheimnisumwobenen Monday Club? Was hat er mit dem Todesfall von Amy zu tun und steckt er hinter dem Tod von anderen Jugendlichen? Werden geheime medizinische Forschungen betrieben? Handelt es sich um Wahnvorstellungen oder Paranoia? Oder haben wir es gar mit übernatürlichen Phänomenen als Folge von Nahtod-Erfahrungen zu tun? Als Leser wird man ebenso wie Faye ständig mit diesen Fragen konfrontiert. Und natürlich der Frage, was wahr ist und was nicht. Was findet wirklich statt, was nur in Faye’s Kopf?

Man erkennt schon an der Menge an Fragezeichen in dieser Rezension, dass Band 2 sich ebenso wie Band 1 darin übt, den Leser im Unklaren zu lassen. Geschickt gibt Krystyna Kuhn zahlreiche Hinweise und dirigiert den Leser mit seinem Verdacht mal in die eine, dann in die andere Richtung. Eine Lösung gibt es nicht, dafür aber jede Menge Vermutungen und Ahnungen. Ob sich meine bestätigen werden, wird sich noch zeigen – hier muss ich mich offensichtlich bis zum Erscheinen von Band 3 gedulden.

Kuhn hat meine Aufmerksamkeit also ziemlich gefordert. Und natürlich die ihrer jugendlichen Charaktere. Doch können die allesamt etwa 16-Jährigen wirklich so clever, abgebrüht und mutig sein, wie sie sich stellenweise geben? Hier muss ich Kritik üben, denn das wage ich zu bezweifeln. Auch war mir die Story teils zu verworren und kompliziert. Zwischenzeitlich fehlte mir der rote Faden, man stolpert von Entdeckung zu Entdeckung, taumelt durch die Traumwelten und verliert dabei ein wenig die Orientierung. Zwar empfinden wir Leser damit das Erleben von Faye nach, doch etwas mehr Geradlinigkeit hätte ich angenehm gefunden.

Nichtsdestotrotz fügt sich die Fortsetzung sehr gut in den mit Band 1 vorgesteckten Rahmen und hielt meinen Erwartungen stand: Eine mysteriöse, Gänsehaut verursachende und geheimnisvolle Geschichte.

Schreibstil

Ich fühlte mich gefangen wie eine Fliege, die, in ein Marmeladenglas gesperrt, langsam den Verstand verlor. Ich schüttelte den Kopf und hörte nicht mehr damit auf. (Seite 75)

Kuhn spielt mit vielen Vergleichen, dadurch lassen sich die oftmals komplexen und verwirrenden Gemütszustände von Faye gut nachempfinden. Darüber hinaus ist der Stil locker und altersgerecht und insgesamt wenig auffällig. Er lenkt nicht von dem Geschehen ab, was ich positiv empfand.

Charaktere

Nein, du musst wach bleiben. Du darfst nicht einschlafen. Wenn du schläfst, können sie dich besser kontrollieren. (Seite 86)

Faye ist die Protagonistin und dominiert das Geschehen. Sie ist der absolute Mittelpunkt, aus ihren Augen sehen wir die Welt von Bluehaven und alles, was darin geschieht. Allerdings konzentriert sie sich in ihren Beobachtungen stark auf ihre Wahrnehmungen und den Monday Club. Wenig erfahren wir über ihre Gefühle und Gedanken unabhängig davon. So blieb mir ihr Charakter stets ein wenig verborgen. Ich würde mich freuen, in Band 3 mehr Offenheit und mehr Gefühle zu erleben.

Das Potential ist da, denn Josh, der sie nach dem Tod von Amy im Stich ließ, taucht wieder auf und versucht sie zurückzugewinnen. Gleichzeitig ist da noch Luke, der Faye bei ihren Recherchen unterstützt. Doch beide scheinen eine eigene Agenda zu haben, die sie verfolgen und vor Faye geheimhalten. Wem darf sie vertrauen? In Band 3 wird sich hier sicherlich einiges tun.

Fazit

In Band 2 hat Krystyna Kuhn wieder ihren prall gefüllten Koffer voller Geheimnisse und mysteriöser Ereignisse ausgepackt. Spannend und unheimlich – ich war von Seite 1 an gefesselt. Und dann dieser Cliffhanger! Band 3 verspricht überraschende Wendungen!

Die Reihe

 

Band 3 erscheint im Oktober 2016.

Über die Autorin

Krystyna Kuhn, Nummer sieben von acht Kindern, wurde in Würzburg geboren. Sie hat auf dem Dachboden lesen gelernt und sich dort Geschichten ausgedacht. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik, Russisch, Polnisch und Kunstgeschichte in Würzburg, Göttingen, Moskau und Krakau. Nach dem Studium schrieb Kuhn zunächst Fachbücher, bis sie im Jahr 2000 beschloss, Schriftstellerin zu werden. 2001 erschien ihr erster Roman „Fische können schweigen“, gefördert durch das Literaturhaus München, der sofort für den Frauenkrimipreis nominiert wurde. Nach sechs Romanen für Erwachsene entdeckte sie ihre wahre Leidenschaft: Bücher über und für Jugendliche. Die Erfolgsserie „Das Tal“ erschien 2012 bis 2014 in acht Bänden und wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Krystyna Kuhn lebt zwar jetzt wieder in der Nähe ihrer Großfamilie, aber zu Hause ist sie überall. Nicht nur in ihren Büchern.

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2 Gedanken zu “[Rezension] „Monday Club. Der zweite Verrat“ von Krystyna Kuhn

  1. Sehr schöne Rezension!
    Da hatten wir ja wirklich ziemlich ähnliche Gedanken 🙂
    Ich fand die Geschichte auch oft verworren, aber ich finde das hat gut gepasst, um Fayes Sicht besser zu verstehen. Aber manchmal war ich destotrotz sehr verwirrt 😀
    Da mehr Fragen als Antworten aufgetaucht sind, bin ich sehr sehr gespannt auf Teil 3 !

    Gefällt 1 Person

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