[Rezension] „These Broken Stars. Lilac und Tarver“ von Amie Kaufman und Meagan Spooner

Kaffee? Steht bereit. Musik? Läuft. Dann kann ich ja beginnen mit der Rezension zu meinem letzten Urlaubsbuch. „These Broken Stars“ hatte ich mir gegönnt bzw. hatte ich geschenkt bekommen, nachdem ich alle anderen Bücher schon nach kürzester Zeit durch hatte. Ich muss wirklich die Anzahl an Büchern für Urlaube neu überdenken – drei reichen offenbar nicht. Doch bevor ich abschweife, hier nun ein paar Worte zu diesem ersten Band einer Jugendbuch-Dystopie.

kaufman spooner_these broken stars

Über „These Broken Stars. Lilac und Tarver“

Es ist nur eine flüchtige Begegnung, doch dieser Moment auf dem größten und luxuriösesten Raumschiff, das die Menschheit je gesehen hat, wird ihr Leben für immer verändern. Lilac ist das reichste Mädchen des Universums, Tarver ein gefeierter Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen. Nichts könnte die Kluft zwischen ihnen überbrücken – außer dem Schiffbruch der angeblich so sicheren Icarus. Als das Unfassbare geschieht, müssen Lilac und Tarver auf einem fremden Planeten ums Überleben ringen. Zu zweit gegen die Unendlichkeit des Alls…

kaufman spooner_these broken stars
Verlag und Copyright: Carlsen Verlag
Preis:
 19,99 Euro
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-58357-4

Erschienen: 27.05 2016
Weitere Infos zum Buch

„Ich habe überlegt, wo das Rettungsschiff wohl landen würde und wie wir dahin gelangen konnten.“ „Und das war alles?“ „Was hätte denn sonst sein sollen?“ „Das wüssten wir gern von Ihnen.“ (Seite 85)

Das Buch bietet im Grunde alles, was ich erwartet habe, und hatte sogar noch einige Überraschungen in petto. Trotzdem bin ich nicht vollkommen hingerissen, denn für eine richtig gute Dystopie fehlen mir einfach ein paar Dinge. Ich hätte mir zum Beispiel mehr Erzählperspektiven gewünscht, so dass auch andere Facetten dieser „neuen“ Welt beleuchtet werden. Auf jeden Fall hätte ich mich über ein paar Informationen zur historischen Entwicklung gefreut. Ich finde es immer interessant und wichtig zu erfahren, wie sich die jeweiligen fiktionalen Zukunftsszenarien entwickeln.

Stattdessen ist der Leser urplötzlich mittendrin – ein Sprung ins kalte Wasser sozusagen, sporadische Erklärungen müssen genügen. So setzte ich mir Seite für Seite die Puzzleteile zusammen und versuchte gleichzeitig der Geschichte zu folgen. Dadurch gestaltete sich der Anfang für mich eher zäh, zumal die Spannung auf sich warten ließ.

Erst nach dem Absturz geschah vieles, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Die Atmosphäre ändert sich erst schleichend und beinahe unbemerkt, bis das, was ein reiner Überlebenskampf war, plötzlich eine ganz neue Dimension erhält. Ab da hatte mich die Geschichte von Amie Kaufman und Meagan Spooner im Griff. Es wurde unheimlich geheimnisvoll und diese völlig unerwartete Wendung im letzten Drittel erst! Das Weiterlesen lohnte sich.

Schreibstil


Erzählt wird die Geschichte im Wechsel von Tarver und Lilac. Hier gefiel mir besonders Tarvers verzweifelt-humorvolle Sicht: seine Beschreibung der Lage, seine Beobachtungen und seine Einstellung zu Lilac. Zwischen den Kapiteln sind zudem Extrakte aus einem Verhör eingebunden, dem sich Tarver im Nachhinein stellen muss. Hier äußert er sich über die Zeit nach dem Absturz der Icarus und gibt sich humorvoll bis sarkastisch. Diese kurzen Auszüge waren ein Genuss und ich freute mich auf jedes Kapitelende. Darüber hinaus ist der Schreibstil wenig auffällig.

Charaktere


Ich fühle Tarvers Nähe neben mir, einen Fingerbreit entfernt. Obwohl mich seine Nähe beruhigt, habe ich trotzdem das unangenehme Gefühl, dass wir beobachtet werden. (Seite 248)

Tarver hatte sich direkt ein Plätzchen in meinem Leserherz gesichert. Er ist realistisch und ein Kämpfer, gleichzeitig aber auch ein sensibler Poet. Er ist ein Familienmensch, übt sich aber gleichzeitig darin, Einzelgänger zu sein. Diese Zerrissenheit wurde sehr gut beschrieben, so dass ich Tarver beim Lesen immer vor Augen hatte. Ein äußerst lebendiger Charakter.

Lilac hingegen wirkte im Vergleich etwas blasser auf mich. Man erfährt viel über sie, ihr Leben, ihre Beziehung zu ihrem Vater – eine wirkliche Nähe entstand aber trotzdem nicht. Vielleicht lag es daran, dass ich ihre Beweggründe manchmal nicht nachvollziehen konnte. Es fehlte an Emotionalität, sie ist immer beherrscht und nur selten legt sie diesen Schutzpanzer ab.

Die Dynamik zwischen Lilac und Tarver ist anfangs sehr stereotypisch. Ich musste an Han Solo und Leia denken: die Streitereien, denen eine deutliche Anziehungskraft zugrunde liegt – das ist schon sehr ähnlich. Nichtsdestotrotz gefielen mir beiden zusammen gut und die Beziehung belebt die Erzählung.

Fazit


Ein spannender Auftakt einer Dystopie, die einige überraschende Wendungen bereithält. Stellenweise ausbaufähig, aber aufgrund der Thematik so interessant, dass ich gerne dranbleibe.

These Broken Stars-Reihe


Band 2, „These Broken Stars. Jubilee und Flynn“, erscheint am 25. November 2016.

Über Amie Kaufman

Amie Kaufman wuchs in Australien und Irland auf und hatte als Kind das Glück, in der Nähe einer Bücherei zu wohnen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Jack in Melbourne und schreibt Science-Fiction- und Fantasy-Romane für Jugendliche.

Über Meagan Spooner

Meagan Spooner wuchs in Washington, D.C., auf. Sie las und schrieb schon als Kind in jeder freien Minute, träumte damals aber noch von einer Karriere als Archäologin, Meeresbiologin oder Astronautin. Heute lebt sie ihre Abenteuerlust beim Schreiben und beim Reisen aus.

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14 Gedanken zu “[Rezension] „These Broken Stars. Lilac und Tarver“ von Amie Kaufman und Meagan Spooner

  1. Hallo Anna,
    Du hast das Buch wirklich gut auf den Punkt gebracht (auch wenn es mir wahrwscheinlich einen Ticken besser gefallen hat). ich mochte diese wechselnde Perspektive zwischen Lilac und Tarver, vor allem diese eingeblendeten Interviewausschnitte, da steckte so viel Humor drin.
    Zu Band 2: es ist eine andere Geschichte, Lilac und Tarver soind nicht die Hauptfiguren sondern es werden zwei Neue eingeführt. Aber in Band 3 spielt dann alles zusammen, um den Kreis wieder zu schließen (ich hab die Reihe im Original gelesen).

    Viele Grüße
    Kati

    Gefällt 2 Personen

  2. Ui ui ui liebe Anna,
    jetzt hast du mich aber mal wieder neugierig gemacht 🙂
    Ich liebäugele schon die ganze Zeit mit diesem Buch.
    Durch deine tolle Rezension ist mir nun klar: Ich MUSS es lesen! 😀
    Beim nächsten Bücherkauf (wohl leider erst wieder im September) ist es auf jeden Fall
    dabei. Danke dir, für diese tolle Beschreibung.
    Liebe Grüße
    Nadine 🙂

    Gefällt 1 Person

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