[Kinderbuch] „Das kleine Gespenst. Tohuwabohu auf Burg Eulenstein“, nach einer Idee von Otfried Preußler

Gespielt habe ich schon lange mit dem Gedanken, auf diesem Blog auch hin und wieder Kinderbücher vorzustellen. Ist ja auch irgendwie naheliegend – schließlich bin ich Mutter einer vierjährigen Tochter, die leidenschaftlich gerne vorgelesen bekommt. Immer wieder stoßen wir dabei auf wunderbare Buchentdeckungen, die ich am liebsten dick und fett mit einem Aufkleber „BUCHTIPP“ versehen würde, um sie anschließend überall herumzuzeigen. Nun, von dem Bekleben nehme ich mal Abstand, doch das herumzeigen lässt sich einrichten.

Hier also meine erste Rezension eines Kinderbuches: „Das kleine Gespenst. Tohuwabohu auf Burg Eulenstein“, nach einer Idee von Otfried Preußler. Einen Platz bei uns zu Hause hat es über ein Gewinnspiel gefunden. Daher an dieser Stelle auch nochmal einen lieben Dank an buecherkinder.de und insbesondere Stefanie Leo!

preussler_das kleine gespenst

Über „Das kleine Gespenst. Tohuwabohu auf Burg Eulenstein“

Das kleine Gespenst spukt jetzt auch im Bilderbuch! Ein neues Abenteuer, nach einer Idee von Otfried Preußler. Wunderbar erzählt von seiner Tochter, Susanne Preußler-Bitsch, charmant illustriert von Daniel Napp. Wie jede Nacht, pünktlich zur Geisterstunde, erwacht das kleine Gespenst. Doch was ist das? Im Burgmuseum wurde alles ganz neu eingerichtet. Uii, wie aufregend! Das kleine Gespenst nimmt sofort alles ganz genau unter die Lupe – und räumt dabei auch gleich noch etwas um. Als der Burgverwalter am nächsten Tag ins Museum kommt, traut er seinen Augen kaum. Es stimmt also doch: Auf Burg Eulenstein gibt es ein kleines Gespenst!

preussler_das kleine gespenst
Verlag und Copyright: Thienemann-Esslinger Verlag
Ab:
4 Jahre
ISBN:
978-3-522-45809-2
Preis:
12,99 Euro
Erscheinungstermin:
15.02.2016
Format:
Gebundene Ausgabe

Kinderaugen


Die Geschichte ist sehr schön! Das Gespenst macht mir auch gar keine Angst. Das Gespenst ist ja lieb. Und lustig. Und ein bisschen frech. Am liebsten mag ich es, wenn das Gespenst den Hut von Burgverwalter Finsterwalder klaut und damit herumfliegt. Wenn es ihn Finsterfanster nennt, ist es lustig. Die Bilder sind schön. Aber das Gespenst kann niesen, obwohl es keine Nase hat (Anm.: die ist nicht aufgemalt). Das ist komisch.

♦♦♦

Erwachsenensicht


Aufmachung
Was einem als Erstes ins Auge sticht, sind die wunderschönen Bilder von Daniel Napp, die sich über die gesamten Doppelseiten erstrecken. Auch nach mehrmaligem Lesen gibt es immer noch etwas Neues zu entdecken und man schaut dem Gespenst gerne bei seinem Schabernack zu.

Erzählung
Die Sprache von Susanne Preußler-Bitsch ist ganz im Stil von Otfried Preußler. Es tauchen Wörter und Ausdrücke auf, die heutzutage beinahe in Vergessenheit geraten sind und leider viel zu selten benutzt werden, wie zum Beispiel „etwas ist kein Pappenstiel“. Diese Sprache hat eine gewisse Gemütlichkeit, so dass man sich nur zu gerne zurücklehnt und das Geschriebene genießt. Was ich persönlich besonders gut finde ist, dass sich die Autorin traut, Kindern im Alter von vier Jahren und aufwärts längere Sätze zuzumuten. Dabei werden sie aber nie überfordert, sondern sanft an einen komplexeren Satzbau herangeführt.

Die Geschichte vom kleinen Gespenst lebt von ihrem Humor und ihrer Wärme. Auch Spannung kommt nicht zu kurz. Der größte Spaß – sowohl für Klein als auch für Groß – liegt meines Erachtens darin, dass komische Situationen mit großem Ernst erzählt werden. Dadurch kommt die Komik viel deutlicher zum tragen. Zudem greift Preußler-Bitsch auf ein beliebtes Stilmittel zurück: Kinder, und natürlich kleine Gespenster, tricksen die Erwachsenen aus und führen sie ordentlich an der Nase herum. Kinder sind also klüger und gewitzter als Erwachsene – das ist sicherlich jedem hinlänglich von Pippi Langstrumpf bekannt. Ich schätze solche Geschichten sehr, da sie zum einen ein großer Spaß für Kinder sind, und sie zum anderen stark machen.

Vorlesen
„Das kleine Gespenst“ lässt sich prima vorlesen. Ich musste selbst immer wieder schmunzeln über die kleinen Streiche und die gar nicht so schlauen Einfälle der Erwachsenen.

♦♦♦

Fazit


Ein Bilderbuch, das mit viel Liebe geschrieben wurde, ganz im Stil der Originale von Otfried Preußler. Zauberhaft und charmant. Der Familie Preußler entstammen offenbar einfach großartige Geschichtenerzähler.

♦♦♦

Über Otfried Preußler


Otfried Preußler stammte aus Nordböhmen, wo seine Vorfahren seit dem 15. Jahrhundert als Glasmacher im Vorland des Iser- und Riesengebirges ansässig waren.

Er wurde am 20. Oktober 1923 als Sohn eines Lehrers im nordböhmischen Reichenberg geboren. Nach dem Krieg und fünf Jahren in sowjetischer Gefangenschaft, kam er im Sommer 1949 nach Oberbayern, wohin es seine Angehörigen nach der Vertreibung aus der böhmischen Heimat verschlagen hatte. Seither lebte er in Oberbayern. Er starb am 18. Februar 2013.

Sein erstes Buch, „Der kleine Wassermann“, schrieb Otfried Preußler 1956. Damals war er noch Lehrer an einer Volksschule in Oberbayern, und wenn seine Schüler wieder einmal besonders unruhig waren, dann erzählte er ihnen Geschichten, die er später aufschrieb und veröffentlichte. Otfried Preußler hat über 35 Bücher geschrieben, die in mehr als 50 Sprachen und über 350 Ausgaben übersetzt wurden und für die er viele Preise und Auszeichnungen erhalten hat. Die weltweite Gesamtauflage seiner Bücher beträgt rund 50 Millionen Exemplare. (Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag)

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2 Gedanken zu “[Kinderbuch] „Das kleine Gespenst. Tohuwabohu auf Burg Eulenstein“, nach einer Idee von Otfried Preußler

  1. Liebe Anna,

    ich habe meinen beiden Töchtern auch immer sehr gerne vorlesen, auch weil ich die Kinderbücher selber so toll fand. Und das Kleine Gespenst gehört auf alle Fälle dazu. Ich würde mich freuen, noch mehr davon zu hören, was du vorliest. Liebe Grüße von Gisela von den Vorlesern

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Gisela,
      ich bin ganz angetan von eurem Blog-Konzept – da musste ich euch direkt folgen 🙂 Danke dir für deine liebe Nachricht! Ich bin mir sicher, dass noch einige Bücher hinzukommen werden. Wie oft, ist der Start die schwierigste Hürde, danach geht es leichter von der Hand 🙂
      Liebe Grüße,
      Anna

      Gefällt mir

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