[Rezension] „The problem with forever“ von Jennifer L. Armentrout

Hach, ich komme einfach nicht an Büchern von Jennifer L. Armentrout vorbei. Davon war ich immer felsenfest überzeugt. Allerdings begann ich „The problem with forever“ dann doch nicht mit der gleichen uneingeschränkten Vorfreude wie zum Beispiel noch „Opal – Schattenglanz“ sowie die zwei darauffolgenden Bände der Reihe. Dazu enttäuschten mich „Obisidan – Schattendunkel“ und „Opposition – Schattenblitz“ einfach zu sehr. Diese Enttäuschung nagte noch an mir, als ich das neue Werk von ihr begann. Und was soll ich sagen? Ich verschlang es und es ging mir gleichzeitig gehörig auf die Nerven.

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Über „The problem with forever“

For some people, silence is a weapon. For Mallory “Mouse” Dodge, it’s a shield. Growing up, she learned that the best way to survive was to say nothing. And even though it’s been four years since her nightmare ended, she’s beginning to worry that the fear that holds her back will last a lifetime.

Now, after years of homeschooling with loving adoptive parents, Mallory must face a new milestone—spending her senior year at public high school. But of all the terrifying and exhilarating scenarios she’s imagined, there’s one she never dreamed of—that she’d run into Rider Stark, the friend and protector she hasn’t seen since childhood, on her very first day.

It doesn’t take long for Mallory to realize that the connection she shared with Rider never really faded. Yet the deeper their bond grows, the more it becomes apparent that she’s not the only one grappling with lingering scars from the past. And as she watches Rider’s life spiral out of control, Mallory must make a choice between staying silent and speaking out—for the people she loves, the life she wants, and the truths that need to be heard.
(Quelle: http://www.jenniferlarmentrout.com)

Verlag und Copyright: Harper Collins Publ. UK
Preis:
 9,05 Euro (Stand 22.08.2016)
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-1848454576

Erschienen: 16.06 2016
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„My name is Mallory … Dodge.“ I drew in a deep breath, speaking to no one. „And I like … I like reading. And I don’t like … I don’t like who I am.“ (Seite 130)

Der Young Adult Roman ist weitestgehend sehr spannend und vor allem aufwühlend. Als Kern ihrer Geschichte hat sich Jennifer L. Armentrout nämlich einem Thema gewidmet, mit dem sich Jugendbücher – zumindest meiner Ansicht nach – relativ selten befassen: der Misshandlung von Kindern und Jugendlichen im häuslichen Umfeld. Ad hoc fällt mir beispielsweise nur die „Breathing“-Reihe von Rebecca Donovan ein, die mich übrigens ziemlich begeistert hat.

In „The problem with forever“ erlebt der Leser die Misshandlung nicht direkt mit – wir steigen in die Geschichte ein, als die Protagonisten Mallory und Rider sich erstmals nach den schrecklichen Erfahrungen zufällig in der Schule wiederbegegnen. Doch in Rückblicken erfährt man immer wieder, was damals geschehen ist und vor allem – und hierauf legt Armentrout ihren Schwerpunkt – wie es die Charaktere geprägt hat.

Sie erzählt aus dem Leben beider Charaktere und beleuchtet deren Schwächen und Stärken. Welche Ziele haben sie? Welche Erwartungen stellen sie an ihr Leben und welche an sich selbst? Das sind interessante Gedankengänge, die natürlich auch für das Genre Young Adult typisch sind. Stellenweise hätte ich mir mehr Ernsthaftigkeit gewünscht, doch insgesamt empfand ich es als recht glaubhafte Darstellung einer traumatisierenden Erfahrung.

Man darf nur nicht unbedingt mehr erwarten, als von den derzeit auf dem Markt üblichen Young Adult-Titeln. Die Geschichte entwickelt sich nach bekannten Mustern, wie man sie beispielsweise aus „Caroline & West“ von Ruthie Knox oder auch Werken von Colleen Hoover (u.a. „Love and Confess„)kennt. Nichts Neues hier. Aber es ist solide Unterhaltung, die ich tatsächlich in kürzester Zeit gelesen habe. Es ist gut, es ist spannend, es ist gefühlvoll. Es ist nur nicht überraschend.

Schreibstil


Words were not the enemy or the monster under my bed, but they held such power over me. They were like the ghost of a loved one, forever haunting me. (Seite 89)

Jennifer L. Armentrout ist für mich die unangefochtene Meisterin der übertriebenen Metaphern und schwülstigen Beschreibungen. Eine Tatsache, die mich schon zunehmend in der Lux-Reihe gestört hatte, so dass es mir daher hier direkt negativ auffiel. Die Gefühle von Mallory und Rider werden nicht einfach erlebt, sondern müssen zwingend völlig maßlos geschildert werden. Jede noch so kleine Berührung, jeder Wimpernschlag – alles wird auf die Goldwaage gelegt, seziert und blumigst mit Worten in Szene gesetzt. Herrje.

Was Armentrout jedoch wirklich gut gelingt, ist der jugendliche Jargon. Die lockeren Dialoge, die humorvollen und selbstironischen Gedanken – das hat mir des Öfteren ein Schmunzeln entlockt.

Charaktere


The burn in my throat didn’t decrease, but the tears building in the backs of my eyes didn’t fall. They never did. No matter. My tear ducts were defective. I was defective. (Seite 395)

Die Charaktere an sich haben mich sehr gefesselt. Sie wurden von der Autorin hervorragend ausgearbeitet und auch ihre Entwicklung ist glaubhaft. Ich konnte mich sowohl in Rider als auch in Mallory einfühlen und ihre Schwierigkeiten und Sorgen verstehen. Auch einige Nebencharaktere waren gut angelegt, insbesondere möchte ich Jayden erwähnen, so dass sie zur Geschichte um die Protagonisten einen guten Rahmen bildeten. Das hat Jennifer L. Armentrout einfach drauf.

Was mich aber extrem störte – und das war auch schon bei Daemon und Katy der Fall -, war die ungeheure Attraktivität von Rider. Natürlich ist er groß und gut gebaut, er hat zerzauste dunkle Haare, die ihm ständig in die Stirn fallen, und ausgeprägte Wangenknochen sowie volle Lippen. Ich könnte ja noch damit leben, wenn sein Aussehen nur zu Beginn beschrieben wird und ich mir danach irgendwas hätte vorstellen können, aber nein – natürlich (!) müssen seine Qualitäten auf jeder Doppelseite mindestens ein Mal erwähnt werden. Wirklich schade, denn Rider ist unabhängig davon ein toller Charakter.

Fazit


Ein Young Adult Roman, der sich einem ernsten Thema widmet, mit gut herausgearbeiteten Charakteren und einer spannenden Story. Allerdings störte ich mich am äußerst schwülstigen Schreibstil und daran, dass der Protagonist optisch mal wieder alle Register zieht.

Über Jennifer L. Armentrout

Jennifer L. Armentrout ist eine US-amerikanische Autorin, die 1980 in West Virginia geboren wurde und heute mit ihrem Ehemann und ihrem Hund Loki zusammen lebt. Der Wunsch, Autorin zu werden, entstand in den Mathestunden ihrer Schulzeit, als sie anfing Kurzgeschichten zu schreiben, anstatt zu rechnen. Heute ist sie eine bekannte Jugendbuch- und Fantasyautorin, die es mit einigen Romanen auf die New-Yorker-Bestseller-Liste schaffte.
(Quelle: LoveylBooks)
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5 Gedanken zu “[Rezension] „The problem with forever“ von Jennifer L. Armentrout

  1. Pingback: Rezension: Morgen lieb ich dich für immer von Jennifer L. Armentrout – Stopfi's Bücherwelten

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