[Rezension] „Endgame. Die Entscheidung“ (Band 3) von James Frey

Mit dem Ende von Buchreihen stehe ich des Öfteren auf dem Kriegsfuß. Allzu oft gefallen mir der Auftakt und die ersten Bände, doch das Finale überzeugt mich eher selten in gleichem Maße. Das trifft auch auf „Endgame. Die Entscheidung“ zu. Warum das so ist, erfahrt ihr in meiner Rezension. Herzlichen Dank an die Verlagsgruppe Oetinger für das Rezensionsexemplar.

Die Reihe


 

Über „Endgame. Die Entscheidung“

Dunkelheit, Kälte, verwüstete Landschaften. Nur fünf Spieler haben Endgame überlebt. Die Bedingungen sind mörderisch. Bei den Pyramiden von Gizeh kommt es zum alles entscheidenden Kampf. Wer wird ihn gewinnen? Die Spieler oder das Spiel? Denn die Menschheit kann nur gerettet werden, wenn sich alle der Brutalität von Endgame verweigern und aus dem Spiel aussteigen.

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Verlag und Copyright: Oetinger
Preis:
 19,99 Euro
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7891-0404-6

Erschienen: 14.11.2016
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„Was sein wird, wird sein.“ (Seite 169)

Endgame ist rasant, hart und brutal, das wissen wir Leser schon seit Band 1, Die Auserwählten. Daran hat sich auch im letzten Band nichts geändert, in dem die verbleibenden Spieler durch eine postapokalyptische Welt reisen und alles daransetzen, ihre Ziele zu erreichen. Inszeniert wird das durch action-geladene Sequenzen, die mich an Computerspiele erinnerten.

Die Stimmung schwankt dabei zwischen verzweifelt und hoffnungsvoll. Das liegt vor allem an der neuen Gedankenausrichtung der Spieler, die in Band 3 hinzukommt. Eine Entwicklung, die sich bereits am Ende von Band 2, Die Hoffnung, abzeichnete. In Band 2 gefiel mir dieser Einschlag noch sehr gut, doch was Frey letztendlich daraus gemacht hat, traf leider nicht meinen Geschmack.

James Frey wollte mit seiner Endgame-Reihe in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe setzen. Das hat er bezüglich des integrierten Rätsels und einiger anderer inhaltlicher Aspekte auch sicherlich geschafft – nur um dann einzuknicken und ein Ende wie vom Fließband zu produzieren. Die uneingeschränkte Rückbesinnung auf Moralität und Menschlichkeit war mir zu viel des Guten. Besonders, da in den ersten beiden Bänden nach Lust und Laune gemordet wird. Hier hat es sich der Autor meiner Meinung nach zu einfach gemacht.

Alles in allem fehlt mir das gewisse Etwas, das im Auftakt der Reihe noch vorhanden war. Dadurch wirkte „Die Entscheidung“ auf mich leider etwas lieblos und uninspiriert zusammengeschustert. Die Luft war raus und das Ende allzu vorhersehbar.

Schreibstil


James Frey hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Er hat weder Zeit für ausschweifende Beschreibungen von Land und Leuten, noch für detaillierte Erklärungen der Gefühle seiner Charaktere. Was er bietet, sind Zahlen und Fakten und ab und an ein wenig Emotionen wie Nervosität und Hoffnung. Das genügte mir jedoch nicht, eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen. In den Bänden 1 und 2 gelang das noch recht gut, da die Charaktere stärker im Vordergrund standen. Im finalen Band geht es aber nur noch um das Eine: das Ziel. Alles abseits davon rückt in weite Ferne. Die actionlastigen Szenen lesen sich bisweilen wie ein Comic, es reihen sich knappe Sätze aneinander, die wenig mehr als Kämpfe, Katastrophen und Ortswechsel der Spieler schildern. Mir fehlte es an der Wärme, die in den Bänden zuvor noch durchschimmerte.

Charaktere


Zu den Charakteren gibt es nicht viel zu sagen, da sie so sehr in den Hintergrund rücken. Selbst die Chemie, die zwischen Jago und Sarah in Band 2 deutlich spürbar war, konnte ich hier nicht wiederfinden. Interessant war es jedoch, mehr über kepler 22b zu erfahren. Durch ihn lernt der Leser die Denkweise seiner Spezies kennen und erlebt mit, wie kepler 22b die Entwicklung von Endgame einschätzt. Eine sehr gelungene Ergänzung.

Fazit


Band 3 ist leider nicht der krönende und faszinierende Abschluss der Endgame-Trilogie, den ich mir erhofft hatte. Vor allem die Vorhersehbarkeit der Entwicklungen machte mir zu schaffen, so dass ich nicht mitfiebern konnte wie in den Bänden zuvor. „Die Entscheidung“ ist ein solides Ende, aber auch nicht mehr als das, finde ich.

♥ ♥  ♥ ♥

Über James Frey


James Frey wurde 1969 in Cleveland, Ohio, geboren und ist einer der erfolgreichsten US-Autoren der Gegenwart. 2010 gründete er die Media- und Produktionsfirma Full Fathom Five, die das Konzept rund um ENDGAME entwickelt hat und mit Partnern weltweit umsetzt. Seine Bücher wurden in 42 Sprachen übersetzt und erscheinen in 118 Ländern.

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9 Gedanken zu “[Rezension] „Endgame. Die Entscheidung“ (Band 3) von James Frey

  1. Pingback: Julia's WunderlandEndgame - die Entscheidung - Julia's Wunderland

  2. Wie wo was der dritte Band ist schon erhältlich?! Das ging ja komplett an mir vorbei! Den muss ich mir mal holen, denn ich fand Band 1 und 2 sehr spannend. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob ich es auch vorhersehe, denn bis jetzt bin ich ziemlich planlos.
    Viele Grüsse
    Julia

    Gefällt 1 Person

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