Rezension | Maybe not – von Colleen Hoover

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich dieses Buch lieben werde. – Davon war ich überzeugt, als ich von dem Spin-Off zu „Maybe Someday“ erfahren hatte, denn diese Geschichte von Colleen Hoover überzeugte mich sehr. „Maybe not“ knüpft nun an diese Erzählung an, beziehungsweise erzählt die Liebesgeschichte von Warren, dem Freund und Mitbewohner von Ridge, und Bridgette. Ob ich mit meinem Bauchgefühl richtig lag, erfahrt ihr in meiner Rezension.

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Maybe not

Ein Mädchen als Mitbewohnerin in der WG? Nichts lieber als das, denkt Warren. Vor allem, wenn besagte Mitbewohnerin so überaus attraktiv und sexy ist wie Bridgette.
Doch Warren gegenüber verhält sich Bridgette kaltschnäuzig und abweisend. Offensichtlich hasst sie ihn aufs Blut … oder doch nicht? Was, wenn die Leidenschaft, mit der sie ihn verabscheut, eine ganz andere Leidenschaft verbirgt? Genau die plant Warren aus ihr herauszukitzeln. Ein gefährliches Spiel beginnt, bei dem Warren Gefahr läuft, sein Herz zu verlieren …

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Verlag und Copyright: dtv Verlag
Preis:
 7.95 Euro
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-423-71725-0

Erschienen: 7. April 2017
Zur Verlagswebseite

„Ich laufe im Zimmer auf und ab auf der Suche nach einer Lösung. Sie kann nicht hierbleiben. Aber ich will, dass sie hierbleibt. Ich kann mir nicht das Bad mit ihr teilen, aber ich will auch nicht wirklich, dass sie das Bad mit jemand anderem teilt. Scheinbar bin ich da etwas egoistisch.“ (Seite 15)

Mein Bauchgefühl trügt mich eigentlich selten, doch „Maybe not“ hat mich in gewisser Weise etwas enttäuscht. Ich muss hier aber in Relation setzen, dass es sich um einen Ableger von „Maybe Someday“ handelt, der noch dazu mit 144 Seiten ziemlich kurz gehalten ist. Die Maßstäbe, die ich an eigenständige Werke setze, sollten hier also vielleicht nicht in demselben Maße gelten. (Oder doch? Es wäre interessant, dieser Frage einmal gesondert nachzugehen.)

Die Geschichte von Warren und Bridgette hat durchaus Potenzial, und schon beim Lesen von „Maybe Someday“ fragte ich mich des Öfteren, was es mit deren Beziehung auf sich hat. Warum ist Bridgette immer so abweisend? Weshalb findet Warren sie dennoch so unwiderstehlich? Was läuft da eigentlich? Ich freute mich sehr darauf, Antworten auf diese Fragen zu bekommen – und bekam sie auch, allerdings gefühlt im Schnelldurchlauf. Die Annäherung der beiden, die wirklich im Grundsatz ziemlich faszinierend ist, wird allzu schnell abgehandelt.

Wie schön wäre es gewesen, beide noch um einiges länger kennenzulernen, ehe sie (wiederholt) in der Kiste landen. Stattdessen ließ Colleen Hoover der Beschreibung und Entwicklung der Charaktere für meinen Geschmack leider zu wenig Raum. Zwischen Necken, Verführung und Sexszenen wurden die Gefühlszustände im Galopp beschrieben. Das ist sehr schade, denn versteht mich nicht falsch, die Geschichte an sich war wunderbar. Wie gesagt, das Potenzial ist da. Ich habe die Seiten verschlungen, wollte mehr über Bridgette und Warren erfahren, die sich annähern und gleichzeitig abstoßen, sich ärgern und doch mögen. Lediglich die Umsetzung war zu flach und mir dadurch zu flüchtig.

Charaktere


Bridgette ist ein sehr interessanter Charakter, der die Geschichte dominiert, obwohl sie aus Warrens Sicht erzählt wird. Sie ist alles andere als eindimensional. Anscheinend hat sie viel Negatives erlebt, das sie geprägt hat. Daher hält sie alle auf Distanz und zeigt sich kratzbürstig und gefühlskalt. Wie gerne hätte ich mehr über ihre Vergangenheit erfahren, doch hier wird nur an der Oberfläche gekratzt. Der Leser erfährt lediglich das Wenige, das sie Warren anvertraut.

Warren zeigt vergleichsweise noch weniger Profil. Man erfährt nicht viel über ihn, außer dass er Manager der Band von Ridge und Brennan ist. Was er darüber hinaus macht, ob er arbeitet, ob er Hobbys hat, welche Ziele er im Leben verfolgt – hier bleibt er ein unbeschriebenes Blatt. Dafür erfährt man umso detaillierter, wie bedingungslos er Bridgette will, und wie sich seine Gedanken nur noch um sie drehen. Mir fehlte ein Ausgleich dazu, mehr Inhalt, mehr Drumherum.

Schreibstil

„‚Morgen, Bridgette‘, sage ich mit einem triumphierenden Lächeln. ‚Gut geschlafen?‘ Sie bemerkt den Ausdruck auf meinem Gesicht und verdreht die Augen. ‚Fick dich, Warren.'“ (Seite 71)


„Maybe not“ ist schnell gelesen, und das liegt nicht nur an der knappen Seitenzahl, sondern vor allem auch am gewohnt flüssigen Schreibstil der Autorin. Sie schreibt so locker und humorvoll, dass ich förmlich durch das Buch geflogen bin. Besonders mochte ich in dieser Geschichte die Wortgefechte zwischen Bridgette und Warren. Sie tragen zum Großteil dazu bei, dass ich trotz aller Kritik Spaß beim Lesen hatte.

Fazit


„Maybe not“ greift die ungewöhnliche Liebesgeschichte von Warren und Bridgette aus „Maybe Someday“ auf, verspielt allerdings einiges an Potenzial. Die Geschichte ist einfach zu kurz, es fehlte an Inhalt, um einen wirklichen Eindruck zu hinterlassen. Daher wurden meine Erwartungen an das Buch leider nicht erfüllt. Aber: Für ein Spin-Off ist „Maybe not“ trotzdem eine zügig lesbare, vergnügliche und gefühlvolle Geschichte. Für den kleinen Spaß zwischendurch eine passende Lektüre.

♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Über Colleen Hoover


Colleen Hoover stand mit ihrem Debüt ›Weil ich Layken liebe‹, das sie zunächst als eBook veröffentlichte, sofort auf der Bestsellerliste der ›New York Times‹. Mittlerweile hat sie auch in Deutschland die SPIEGEL-Bestsellerliste erobert. Mit ihren zahlreichen Romanen, die alle zu internationalen Megasellern wurden, verfügt Colleen Hoover weltweit über eine riesengroße Fangemeinde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas.

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2 Gedanken zu “Rezension | Maybe not – von Colleen Hoover

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