Jane & Miss Tennyson von Emma Mills | Rezension

Süß wie köstliche Zuckerwatte. Eine Geschichte ohne große Überraschungen, aber mit ganz viel Herz.

„Jane & Miss Tennyson“ von Emma Mills ist einfach schön. Und mit „einfach“ meine ich nicht simpel und einfallslos, sondern diese ganz besondere Weise einfach, die auf vollkommene Weise glücklich macht. Dieses Buch ist ein Seelentröster und eine warme Schokolade in einem, es fühlt sich an, wie den Lieblingsfilm zum 1.000 Mal anschauen. Auch ein wenig wie nach Hause kommen. Das Lesen dieser Geschichte schenkte mir das Gefühl, allen Druck und Ballast des Alltags abstreifen zu können und mich in der schlichten Schönheit zu verlieren. Als ich den letzten Satz gelesen hatte, trug ich das breiteste Lächeln im Gesicht, das man sich nur vorstellen kann. Wie frisch verliebt. Wenn ihr erfahren möchtet, wie das passieren konnte, dann findet ihr in meiner Rezension die Antwort.

mills_jane und miss tennyson

Ich liebe Jane Austen – mindestens so sehr wie Devon in dieser Geschichte. Austens Art, große Gefühle auszudrücken und gleichzeitig ein genaues Bild der Gesellschaft zu zeichnen, ist beeindruckend. „Jane & Miss Tennyson“ greift verschiedenste kleine Motive aus den Büchern der berühmten Autorin auf – so ist Ezra ein moderner Mr. Darcy und Devon weist Ähnlichkeit mit Elinor aus „Sinn und Sinnlichkeit“. Auch sie ist verliebt, kann ihre Liebe aber nicht öffentlich zeigen, da sie nun einmal in ihren besten Freund verliebt ist. Ist sie doch, oder? Nur weshalb denkt sie dann immer häufiger an Ezra?

Emma Mills bringt in ihrem Jugendbuch klassische Highschool-Themen zur Sprache. Football, der Schulball, Partys in den Elternhäusern, Familie und die Liebe. Die Geschichte könnte nun leicht ein einziges triefendes Klischee sein, doch das ist sie nicht. Den Leser erwarten weder Kitsch noch zu viel Drama, sondern eine einfühlsam und mit Bedacht erzählte Geschichte über das Erwachsen werden und die erste Liebe. Das gelingt ihr unglaublich rührend.

Was ich besonders an Janes Büchern mochte, waren die Gefühle – sie verstand diese ganze Sache mit der unerwiderten Liebe – wie es war, sich zu verzehren, wie es war, zu hoffen. (Seite 80)

Doch nicht nur das, auch die Familie spielt eine große Rolle, denn Devon muss sich mit ihrem seltsamen Cousin Foster arrangieren, der bei ihnen leben soll, da seine Mutter sich nicht um ihn kümmern kann. Foster schweigt sich darüber aus, doch man ahnt, dass mehr in ihm steckt. So ist es auch insbesondere diese Beziehung, die „Jane & Miss Tennyson“ von der Masse abhebt. Man spürt, dass in die Entwicklung beider Charaktere sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit investiert wurde. So schafft Mills es, dem Leser die tiefsten Gefühle beider ohne viele Worte nahezubringen.

„Wenn man etwas liebt, kann man schließlich nicht andauernd glücklich sein, oder? Deshalb liebt man es doch gerade. Weil man alle möglichen Gefühle dabei hat, nicht nur Glücksgefühle. Es kann wehtun, es kann dich saumäßig wütend machen, aber … es bringt dich dazu, überhaupt etwas zu fühlen.“ (Seite 255)

Ezra gefiel mir auch ausgesprochen gut. Erst ist er zurückhaltend, wirkt arrogant und zeigt vielmehr durch Gesten, dass ihm etwas an seinen Mitmenschen liegt. Stück für Stück öffnet er sich jedoch und zeigt überraschende Seiten von sich. Im Grunde ist wahrhaftig keiner der Charaktere am Ende noch der, der er zu Beginn war. Alle verändern sich, teils sehr subtil, teils offenkundiger, nicht nur Devon, Foster und Ezra. Auch Cas,  Lindsay und Jordan sind hervorragend angelegt.

Was neben den ganzen Emotionen und der Entwicklung der Charaktere ebenfalls nicht zu kurz kommt, ist der Humor. Emma Mills schwelgt nicht in gefühlsduseligen Sätzen, sondern verleiht ihrer Geschichte mit einer ordentlichen Portion Witz einen spritzigen, frischen Charme. Es ist eine reine Freude, Seite für Seite zu lesen.

Fazit

„Jane & Miss Tennyson“ ist ein sensibles und einfühlsames Jugendbuch. Ohne in Klischees zu denken, sondern authentisch und unaufdringlich wird darin erzählt, wie eine Gruppe Jugendlicher Erwachsen wird. Wie sich Freundschaften verändern, wie neue Freundschaften entstehen. Was der Unterschied ist zwischen Verliebtheit und Liebe. Familiäre Probleme. Das mehr oder weniger ganz normale Highschool-Leben also, herzzerreißend schön in Worte gefasst. Lies es, und dir wird ganz warm ums Herz – versprochen.

♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Jane & Miss Tennyson

Devon würde eigentlich nichts an ihrem Leben ändern. Sie ist zufrieden damit, heimlich in ihren besten Freund verliebt zu sein und die Zukunft zu ignorieren. Aber das Leben macht nicht mit. Erst zieht ihr Cousin Foster, ein unverbesserlicher Sonderling mit einem überraschenden Talent für Football, bei ihnen ein. Dann taucht der unausstehliche, überhebliche und unerträglich attraktive Ezra auf. Devon hätte nie erwartet, dass Foster der Bruder wird, den sie nie haben wollte; oder dass Ezra ihre Lieblingsschriftstellerin Jane Austen liest, selbst wenn er Stolz und Vorurteil zunächst für die Fortsetzung von Verstand und Gefühl gehalten hat.

mills_jane and miss tennyson
Verlag und Copyright: Carlsen Verlag

Preis:
 18.99 Euro
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-56025-4
Erschienen: 18. März 2016
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Über Emma Mills


Emma Mills ist in den USA besser bekannt als vlogger Elmify. „Jane & Miss Tennyson“ ist ihr Debütroman.

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4 Gedanken zu “Jane & Miss Tennyson von Emma Mills | Rezension

  1. Eine wunderschöne Rezi !:) Ich finde es immer toll, wenn man die Gefühle beim Lesen so schön beschreiben kann . Macht mich als Jane Austen Fan auf jeden Fall richtig neugierig darauf 😉 Mal schauen, ob das mit dem Lesen dem Lesen demnächst was wird ;).
    Liebe Grüße
    Becki

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo, Anna!
    Ach, das ist eine Rezension, in die könnte ich mich reinlegen. Sehr schön geschrieben. Ich glaube zwar nicht, dass ich das Buch lesen werde, weil mich – so gut es auch geschrieben ist – solche Teenie-Liebesgeschichten im Moment nicht interessieren, aber ich mag den Elinor-Vergleich, den du gezogen hast. 😀
    LG, m
    PS. Hast du gesehen, dass ich dich nominiert habe? 🙂
    PPS. Das neue Foto mag ich. 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Hi m,
      wieso bloß kann ich mir das so bildlich vorstellen, wie du dich in eine Rezension reinlegst? 😉 🙂 Ich stelle es mir ein wenig wie ein Schaumbad vor 😀 Ich freue mich, dass du sie gelesen hast, obwohl dich das Thema weniger interessiert. Man muss schon in Stimmung sein für Teenager-Liebe – obwohl sich das Buch nicht nur allein darauf reduzieren lässt.
      Liebe Grüße,
      Anna
      P.S.: Elinor ist großartig 🙂
      P.P.S.: Nominiert? Wo, für was? Was habe ich verpasst? 🙂

      Gefällt 1 Person

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