Autoboyography von Christina Lauren | Rezension

Eine Liebesgeschichte voller kribbeliger Momente, berührend leidenschaftlich, kompromisslos und echt.

Puh. Es gibt Bücher, die liest man nicht einfach nur, man spürt sie in sich vibrieren. So geschehen bei „Autoboyography“ von Christina Lauren, dem Pseudonym des Autoren-Duos Christina Hobbs und Lauren Billings. Sie schreiben mit so viel Herz und Humor, dass ich mich selbst ganz verliebt fühlte. Ich erinnere mich noch so gut an dieses „zum ersten Mal verliebt sein“. Dieses Gefühl, nicht schlafen zu können, ständig rastlos zu sein, nur noch an diesen einen Menschen denken zu können, keinen Hunger zu haben, in den Tag hinein zu träumen, vom Zusammenkommen zu fantasieren. Daher liebe ich es, wenn Autoren in ihren Büchern genau diese Gefühle einfangen und sie in so treffende Worte verpacken, wie ich es niemals könnte. In „Autoboyography“ lernte ich Tanner kennen, der sich in Sebastian verliebt. Hier erfahrt ihr mehr über seine Geschichte.

lauren-autoboyography-1

„Autoboyography“ ist eine sehr klassische Liebesgeschichte: Ein Junge trifft einen anderen Jungen, er verliebt sich und die Frage steht im Raum, ob sich der andere Junge auch in ihn verliebt. Die Handlung an sich bietet wenig Überraschungen, dennoch fließen Aspekte hinein, die sie besonders machen.

Tanner ist bisexuell und lebt mit seiner Familie in Utah, dem Bundesstaat der USA, der als Zentrum des Mormonismus bekannt ist. Für alle, die es nicht wissen (ich wusste es nicht), Mormonen leben nach strengen Verhaltensregeln, so ist die Keuschheit bis zur Ehe ein wichtiger Grundsatz. Auch den Konsum von Alkohol, Kaffee, Tee und Zigaretten lehnen sie kategorisch ab. Man kann sich also gut zusammenreimen, dass Atheisten und bisexuelle Teenager in dieser Gemeinschaft eher die Außenseiter sind. Ungünstig also, dass sich Tanner ausgerechnet in seinen Mentor Sebastian, den Sohn des Mormonischen Bischofs, verliebt.

Oh my God, this is terrible. We’re just two dudes meeting to study. Bros. Bros don’t get nervous. Be a Bro, Tanner. (Seite 62)

Der besondere Reiz der Geschichte lag für mich darin, alle Gedanken und Gefühle aus erster Hand von Tanner zu erfahren. Denn er soll für einen Kurs an seiner Schule ein Buch schreiben – innerhalb von vier Monaten. Doch über was soll man schreiben, wenn man an nichts anderes denken kann, als diesen einen Menschen? Natürlich, man schreibt über eben diese Gefühle und Gedanken und einfach über alles, was in diesen vier Monaten geschieht. „Autoboyography“ liest sich daher wie ein Tagebuch, ungefiltert und berührend und mitreißend. Als Leser ist man mit Kopf und Herz vollkommen dabei, ich litt mit Tanner, hoffte mit Tanner und spürte seine Aufregung, Nervosität und Kraft.

Denn über die verfügt er, nicht zuletzt, weil er aus einem Elternhaus kommt, in dem er zu jeder Zeit unterstützt wird. Sie akzeptieren ihn wie er ist und bestärken ihn mit angenehmer Selbstverständlichkeit in seiner Bisexualität.

lauren-autoboyography-2

I mean, it’s not like Sebastian would go with me, not in a million years. But my heart belongs to him right now, and until he decides what he wants to do with it, I can’t take ot back. (Seite 153)

Tanner ist in seiner Hals-über-Kopf Verliebtheit ein unglaublich sympathischer und liebenswerter Charakter. Er ist niemand, der seinen Platz in der Welt noch finden muss, sondern jemand, der ihn schon gefunden hat. Sebastian hingegen hat seine Wünsche immer hinter den Anforderungen der Kirche zurückgestellt. Über ihn erhält der Leser einen Einblick in den religiösen Alltag von Mormonen, der kontrastreicher zu Tanner’s Alltag nicht sein könnte. Die Bewegung beider Charaktere aufeinander zu war dadurch äußerst spannend. Wirklich schön war es auch, eine intakte Familie in einem Jugendbuch vorzufinden. Eine Familie, die Auseinandersetzungen nicht scheut, in der die Familienmitglieder aber ebenso intensiv miteinander in den Dialog gehen.

Das Ende des Buches hielt eine Überraschung bereit, die zur Folge hatte, dass ich noch immer darüber nachdenke, was nun wirklich passiert ist und was vielleicht nur Fiktion in Tanner’s Geschichte ist. Falls ihr „Autoboyography“ auch gelesen habt, würde es mich sehr interessieren, wie ihr die letzten Seiten interpretiert!

Fazit

„Autoboyography“ von Christina Lauren ist eine berührende Liebesgeschichte, die mich vollkommen überzeugte. Sensibel erlebt man als Leser das flatternde Herzklopfen mit, die Aufregung, Nervosität, das hoffnungsvolle Bangen und das überwältigende Gefühl, einen Menschen in all seinen Facetten zu sehen und zu lieben. Hinzu kommt die Selbstverständlichkeit, mit der Bisexualität thematisiert wird. Denn der Protagonist ist sich seiner Sexualität absolut sicher und steht dazu, ohne sich selbst zu hinterfragen oder von anderen hinterfragt zu werden. Das sollte es viel häufiger geben.

♥ ♥ ♥ ♥ 


Autoboyography

Cover von Autoboyography von Christina Lauren.Three years ago, Tanner Scott’s family relocated from California to Utah, a move that nudged the bisexual teen temporarily back into the closet. Now, with one semester of high school to go, and no obstacles between him and out-of-state college freedom, Tanner plans to coast through his remaining classes and clear out of Utah.

But when his best friend Autumn dares him to take Provo High’s prestigious Seminar—where honor roll students diligently toil to draft a book in a semester—Tanner can’t resist going against his better judgment and having a go, if only to prove to Autumn how silly the whole thing is. Writing a book in four months sounds simple. Four months is an eternity.

It turns out, Tanner is only partly right: four months is a long time. After all, it takes only one second for him to notice Sebastian Brother, the Mormon prodigy who sold his own Seminar novel the year before and who now mentors the class. And it takes less than a month for Tanner to fall completely in love with him.


About Christina Lauren

Christina Lauren is the combined pen name of longtime writing partners/besties/soulmates and brain-twins Christina Hobbs and Lauren Billings, the New York Times, USA TODAY, and #1 international bestselling authors of the Beautiful and Wild Seasons series, Dating You / Hating You, Roomies, Sublime, The House, and Autoboyography. You can find them online at ChristinaLaurenBooks.com, Facebook.com/ChristinaLaurenBooks, or @ChristinaLauren on Twitter.


Verlagsinfos zum Buch
– Werbung –

Verlag (Copyright Cover): Simon & Schuster
Preis:
 9.49 Euro (Amazon)
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-1534420373
Erschienen: 12. September 2017
Zur Verlagswebseite


Stimmen anderer Blogger

4 Gedanken zu “Autoboyography von Christina Lauren | Rezension

  1. Liebe Anna,

    Eine wirklich sehr schöne und ausführliche Rezension. Ich habe das Buch noch nicht gelesen und weiß daher natürlich nicht, was es mit den letzten Seiten auf sich hat, aber so oder so finde ich die Idee schön, ein frei interpretierbares Ende zu haben.
    Bücher über Bisexualität gibt es ja leider viel zu wenige und wenn dann auch die Message noch gut rüberkommt, hast du da ja was wirklich tolles gelesen 🙂

    Liebste Grüße
    Jenny

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s