FOUTAH DJALLON – Eine kulinarische Reise durch Westafrika | Kochbuch

Foutah Djallon, so heißt das bis 1537 Meter hohe Bergland im Westen von Guinea, Afrika. Von dort stammen die Gerichte, die in diesem gleichnamigen Kochbuch von Mamadou Oury Balde, Eva Behringer und Carla Behringer vorgestellt werden. Die Autoren begeben sich auf eine „kulinarische Reise durch Westafrika“ und zeigen in „FOUTAH DJALLON“ sowohl traditionelle Familiengerichte als auch etwas spielerische Varianten. Ich habe mir ein paar der Rezepte geschnappt und erzähle euch hier, was ihr in diesem Kochbuch erwarten könnt und natürlich auch, wie das Essen geschmeckt hat.

„FOUTAH DJALLON“ kann man nicht übersehen. Das Gelb des Covers ist unglaublich strahlend und versprüht unmittelbar gute Laune – es macht sich sehr gut in der Küche und sollte am besten gar nicht erst im Regal verstaut werden. Auch die Aufmachung im Inneren hat mich überzeugt, denn hier findet der Leser nicht nur die eigentlichen Rezepte, sondern einen Einblick in das Leben und die Kultur Westafrikas. Im Vorwort wird in einem geradezu märchenhaftem Ton von dem Entstehungsprozess des Kochbuches erzählt – von den kulinarischen Erlebnissen, die die Autoren inspiriert haben. Es folgt ein Gedicht an das Bergland Foutah Djallon, an die Natur, an die Schöpfung: „…es hieß, Du seiest der Wasserturm des Westens, die Quelle, aus dem all Leben entsprang“. Man spürt sofort, dass es sich hierbei um ein ganz persönliches Projekt handelt, ein Herzensprojekt. Und das sieht man den weiteren Seiten auch an.

Eine Vielzahl an Fotos aus Guinea ergänzen die Rezepte. Teilweise sieht man, wie Zutaten getrocknet werden, um anschließend in genau dem Rezept verarbeitet zu werden, das auf der nächsten Seite abgebildet ist. Diese kleinen Details sind wundervoll und wecken die Lust, ebenfalls loszulegen.

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Die Rezepte weisen eine recht große Bandbreite auf, es gibt neben neben vielen traditionellen Gerichten auch zahlreiche vegetarische und auch vegane Rezepte. Apropos traditionelle Zutaten, auf einer Doppelseite werden diese kurz vorgestellt und es gibt Tipps, wo sie bei uns in Deutschland erhältlich sind. Maniokwurzeln, Fonio und Kochbananen zum Beispiel. Wer einen gut sortierten Asia oder Afrika Shop in seiner Nähe hat, sollte keine Schwierigkeiten haben, alle Zutaten zu finden.

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Den Auftakt machen Rezepte für Streetfood und Snacks, dann folgen Suppen, Hauptgerichte, Fisch und Meeresfrüchte, Salate, Beilagen und Dipps sowie natürlich Süßes. Mein kleines Highlight waren jedoch die Rezepte für Heiß- und Kaltgetränke, denn die sind teils wirklich aufregend. Ein traditioneller Affenbrotbaumfrucht Milchshake zum Beispiel. Ich habe mich an einem Kochbananen-Burger mit Avocado und gegrilltem Mais versucht – sehr lecker und gelingt zu hundert Prozent (siehe Bild 1)! Auch der Papaya-Mango-Avocado Salat mit frischem Joghurt-Dressing hat sehr gut geschmeckt (siehe Bild 3).

Lediglich beim Versuch, Süßkartoffeln, Kochbanane und Maniok in Erdnusssoße zu kochen bin ich entweder an meine Grenzen gestoßen oder das Rezept ist schlicht nicht ganz mein Fall. Die Soße war sehr mächtig und das Gemüse schmeckte man kaum durch den intensiven Geschmack der Erdnuss hindurch. Doch als echter Erdnussmus-Fan gebe ich nicht so schnell auf und probiere es definitiv erneut oder mit einem anderen Rezept, das Erdnussmus enthält.

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Lediglich zwei Dinge gefielen mir nicht ganz so gut. Zum einen werden in sehr vielen Rezepten das Gemüse oder die Beilage frittiert. Das trifft meinen persönlichen Geschmack schlicht nicht. Weiterhin wird explizit Palmöl für einige Rezepte benötigt. Angesichts der Tatsache, dass Palmöl-Plantagen die Regenwälder zerstören, finde ich es sehr grenzwertig, diese Zutat in einem modernen Kochbuch aufzuführen. Natürlich handelt es sich hierbei um eine traditionelle guineische Zutat, doch sollte man dennoch die aktuelle Lage der Welt berücksichtigen und auf Palmöl verzichten.

Süß sind hingegen die zahlreichen Musiktipps, die bei einigen Rezepten genannt werden. Man bekommt sofort Lust, das Lied einzuschalten und es beim Kochen zu hören. Diese kleine Aufmerksamkeit katapultiert einen schon vor dem Essen nach Westafrika.

Ein authentisches Kochbuch, das Leben und traditionelle, kulinarische Genüsse Westafrikas in Bildern und leckeren Rezepten einfängt. Allen, die gerne mit ungewöhnlichen Zutaten experimentieren und nichts gegen teils mächtige und/oder frittierte Gerichte haben, kann ich das Kochbuch empfehlen. 


Foutah Djallon – Eine kulinarische Reise durch Westafrika

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Verlag (Copyright Cover): Books on Demand
Preis: 29.90 Euro
Format: Hardcover
ISBN: 9783741289187
Erscheinungstermin: 18. Juni 2019

Klappentext: Die Autoren Mamadou Oury Balde, Eva Behringer und Carla Behringer begeben sich in FOUTAH DJALLON auf einen kulinarischen Streifzug durch Westafrika. In 77 Rezepten und 90 stimmungsvollen Essens- und Reisefotos aus Guinea zeigt sich die farbenreiche und spannende Vielfalt der Westafrikanischen Küche.

Von Streetfood Lieblingen wie knusprig frittierten Maniokbällchen und gebackenen Kochbananen, über westafrikanische Kultgerichte wie z. B. Guineisches Maffè Tiga bis hin zu süßen Köstlichkeiten wie einem cremigen Thiacry mit fruchtigem Mangopüree.
Ein Kochbuch mit authentischen und traditionellen Familienrezepten, gespickt mit neuen Ideen, inspiriert durch klassische Zutaten entlang der westafrikanischen Atlantikküste.

Dazu gibt es ein Glossar zu den wichtigsten Zutaten wie Kochbananen, Baobab, Maniok- und Tarowurzeln. Anekdoten aus Westafrika und Empfehlungen für traditionelle Musik machen die umfassende kulinarische Entdeckungsreise zu einem vollkommenen Erlebnis.


Bei diesem Titel handelt es sich um ein Rezensions- bzw. Presseexemplar. Für die Rezension habe ich keine Bezahlung erhalten. Auf meinem Blog findet ihr stets meine unabhängige und persönliche Meinung zu Titeln.

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