Mit dir leuchtet der Ozean von Lea Coplin | Rezension

„Mit dir leuchtet der Ozean“ von Lea Coplin war für mich genau der richtige Roman für den Start in den Sommer. Die Geschichte entführt Leser:innen nach Fuerteventura, schenkt einem ein Kribbeln im Bauch, zaubert ein Lächeln ins Gesicht und hat nebenbei auch einen angenehmen Tiefgang. Es geht um Penny und Milo, die einander während der Schulzeit nicht viel zu sagen hatten. Auch ein Partyspiel und ein wahnsinnig toller Kuss in einem Schrank ändern daran nichts, zu sehr belasten beide familiäre Sorgen – bis sie sich drei Jahre und sieben Monate später zufällig als Mitarbeiter im Solana Sunshine Club auf Fuerteventura wiedersehen. Sie suchen Abstand zu ihrem alten Leben, doch kann das gelingen, wenn einen die Vergangenheit und die Erinnerung an einen Kuss einholen?

Penny und Milo haben sich beide verändert, seit sie sich damals im Schrank begegneten. Penny hat ihr Aussehen verändert, Milo sein Wesen. Die Gründe dafür sind durchweg nachvollziehbar. Ich konnte mich sehr gut in die Protagonisten einfühlen und auch der jeweilige Charakter war mir auf Anhieb sympathisch. Penny, so ruhig und zurückhaltend und damit mehr als fehl am Platz in einem Clubhotel, und Milo, augenscheinlich fröhlich und entspannt, doch im Grunde ist das alles nur Show. Denn Penny kennt die Gerüchte, die sich damals um seine Person rankten. Kriminalität, Drogen. Die Erinnerungen wiegen schwer und drohen Milo erneut mit sich zu reißen. Und auch Penny wühlt die Anwesenheit von Milo auf, denn trotz allem fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Doch das ist keine gute Idee, denn was, wenn an den Gerüchten etwas wahr ist? Und überhaupt ist da noch Helena, Milos Freundin und Pennys Zimmergenossin…

Fuerteventura. Insel. Gehört zu Spanien. Zweitgrößte der Kanaren, im Atlantischen Ozean gelegen, 100 Kilometer vor der afrikanischen Küste. Weit weg von zu Hause. […]
Der Name der Insel klingt wie eine Antwort, finde ich.

Mit dir leuechtet der Ozean, Seite 22

So entspinnt sich zwischen Milo und Penny vorerst eine zarte Freundschaft. Hier ist es der Autorin wunderbar gelungen, die Gefühle der beiden Protagonisten einzufangen. Die Unsicherheit, die Verbundenheit und auch die aufkeimenden tieferen Gefühle. Wer nun eine Dreiecksgeschichte und verletzendes Verhalten fürchtet, den kann ich zumindest etwas beruhigen. Zwar lässt es sich nicht vermeiden, dass eine Figur verletzt wird, aber die Autorin legte ein Augenmerk auf die Kommunikation zwischen Helena, Penny und Milo. Auch handeln Penny und Milo meist bedacht und rücksichtsvoll. Mir gefiel die Umsetzung sehr gut.

Vielmehr befürchtete ich, dass zu viele Klischees in „Mit dir leuchtet der Ozean“ stecken würden. Ist Penny das unscheinbare Mädchen, dass durch die Liebe über sich hinauswächst? Ist Milo der typische geheimnisvolle und unnahbare Junge mit faszinierenden Augen? Absolut nicht. Das Cover führte mich hier wirklich auf eine falsche Fährte, denn diese Liebesgeschichte ist frei von allzu strapazierten Klischees in diesem Genre und das tat unendlich gut. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, wie sie reden, handeln und denken ist herrlich normal und natürlich. Dazu trägt maßgeblich der großartige Schreibstil von Lea Coplin bei. Sie schreibt Dialoge, die echt wirken, und der Roman liest sich lockerleicht weg. Ideal für einen Tag, den man entspannt genießen möchte.


„Mit dir leuchtet der Ozean“ von Lea Coplin ist eine bauchkribbelige und sommergefühlige Liebesgeschichte mit angenehmem Tiefgang. Sympathische Figuren und ein lockerer Schreibstil haben mich absolut überzeugt. Ein Roman wie ein Sommerurlaub, entspannt und einfach schön.

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Mit dir leuchtet der Ozean

Copyright: dtv Verlage

Verlag: dtv Verlag
Preis: 12.95 Euro
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-423-74070-8
Erscheinungstermin: 18. Juni 2021

Als Penny auf Fuerteventura landet, um in einem All-inclusive-Club zu arbeiten, ist Milo der Letzte, mit dem sie rechnet. Milo, der kurz mit ihr auf der Schule war, dessen Name nichts als Ärger verhieß und mit dem sie ein verirrter Kuss verbindet. Jetzt ist ausgerechnet die fröhliche Helena, Pennys Zimmergenossin, mit Milo zusammen und Penny kann ihm kaum aus dem Weg gehen. Aber da ist noch immer die Erinnerung an diesen Kuss. Auch Helena merkt, dass da mehr ist, und das schlechte Gewissen ihr gegenüber droht Penny zu ersticken. Doch Gefühle lassen sich nicht steuern. Selbst wenn sie schnurgerade in die Katastrophe führen.

Autor:in:

Lea Coplin ist das Pseudonym einer Autorin, die mit ihren Romanen bereits mehrfach auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Mehr als fünfzehn Jahre arbeitete sie als Journalistin, bevor sie sich für die Schriftstellerei entschied. Sie liebt es, flatternden Schmetterlingen und gebrochenen Herzen nachzuspüren und die Tiefen des Ozeans auszuloten. Lea Coplin lebt mit Mann und Katzen in München.


Bei diesem Titel handelt es sich um ein Rezensions- bzw. Presseexemplar. Für die Rezension habe ich keine Bezahlung erhalten. Auf meinem Blog findet ihr stets meine unabhängige und persönliche Meinung zu Titeln.


Weitere Stimmen zum Buch

Juliane von I am Jane

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