The Lost Book of the White – The Eldest Curses (Band 2) von Cassandra Clare und Wesley Chu | Rezension

„The Lost Book of the White“ (deutscher Titel „Das verlorene Buch“) ist der zweite Band der Reihe „The Eldest Curses“ (dt. „Die Ältesten Flüche“) von Cassandra Clare und Wesley Chu. Band 1 mit dem Titel „The Red Scrolls of Magic„, in dem man Alec und Magnus auf ihrer ersten gemeinsamen Reise begleitet, während der sie in ein gefährliches Abenteuer hineinstolpern, hatte mir zuvor gut gefallen und so war ich gespannt auf die Fortsetzung. Sie setzt einige Jahre nach dieser Reise an und inzwischen sind der Schattenjäger und der Warlock Eltern geworden. Es geht häuslich zu, im Leben der beiden stehen die Erziehung von Max, schlaflose Nächte, das Gutenachtgeschichten vorlesen und das neue Familienleben im Vordergrund. Doch wer wäre Cassandra Clare, wenn sie es dabei belassen würde und die ganze Schattenjäger-Crew nicht wieder auf Dämonenjagd schicken würde?

Natürlich erwarten die Schattenjäger auch in Band 2 wieder jede Menge Gefahren und brenzlige Situationen. Magnus wird das „Book of the White“ gestohlen und er wird von einem geheimnisvollen Stab verletzt, der seine Kräfte zunehmend verändert. Gemeinsam mit den Schattenjägern Jace, Clary, Isabelle und Simon versuchen Magnus und Alex nun herauszufinden, was es mit dem Stab auf sich hat und wie Magnus von dem Einfluss des Stabes geheilt werden kann. Die Spur führt nach Shanghai und von dort schnurstracks zu Sammael, einem Prince of Hell.

„Magnus,“ said Alec savagely. „This is my job. This is our job. We go. We save all these people. We close the Portal.“
„We’re all coming,“ said Jace. His face was smudged with dirt and blood, his pale eyes alight. „Obviously. And then we’re all coming back.“
„Might as well,“ said Simon. „What’s one more hell dimension?“

The Lost book of the white, Seite 186

Von Cassandra Clare bin ich inzwischen ein bestimmtes Erzählmuster gewöhnt – Schattenjäger kämpfen gegen eine dämonische Gefahr und gehen (meist) siegreich aus diesem Kampf heraus, wenn auch nicht immer ohne Verluste. Die eigentliche Spannung entsteht für mich weitestgehend durch die starke emotionale Ebene ihrer Geschichten. Es geht um unerwiderte Liebe, um unerlaubte Liebe, um aufkeimende Liebe – und immer auch um Familie und innige Freundschaften. Und hier liegt für mich das Problem: Wo es in Band 1 noch interessant war, eine Geschichte speziell über Magnus und Alec zu lesen, ließ dieses Interesse in dieser Fortsetzung bereits rapide nach. Für mich ist diese Liebesgeschichte auserzählt, ebenso wie die von Simon und Isabelle oder Clary und Chase, und umso mehr brauchte es eine spannende Handlung abseits der gewohnten Strukturen. Doch genau hier wurde ich enttäuscht, weshalb mich die Geschichte nicht so mitreißen konnte wie erwartet.

Die Story entwickelt sich eher zäh und die Figuren reagieren mehr, als dass sie proaktiv handeln. Erst im letzten Drittel sorgte ein Plottwist für etwas Abwechslung und endlich hatte ich das Gefühl, dass die Schattenjäger aktiv werden. Allerdings konnte ich die Gefahr zu keiner Zeit so richtig fühlen. Zwar wird viel über Gefühle gesprochen und es kommt zu diversen emotionalen Momenten zwischen Alec und Magnus, doch mitunter wirkten die sogar etwas deplatziert. Gedanken zu Liebe und darüber, wie heiß Magnus aussieht, während sie sich in einer Höllendimension befinden und einem Prince of Hell gegenüberstehen? Nun, ich kann mir geeignetere Gelegenheiten vorstellen.

Hinzu kommt, dass Dialoge oft zu sehr auf lustig getrimmt sind. Natürlich lebt die Reihe unter anderem von dem Humor der Figuren, insbesondere Magnus und Jace sind schlagfertig und meist ist es sehr amüsant, ihren Gesprächen und Gedanken zu folgen. Doch hier wirkte es auf mich etwas zu bemüht, etwas zu lieblos dahingeschrieben.

Hätte Cassandra Clare stattdessen einige der neuen Nebenfiguren etwas mehr in den Fokus gerückt, einige derer Konflikte stärker herausgearbeitet, um neue Leseanreize zu schaffen, hätte es mir weitaus besser gefallen. Auch das Setting Shanghai beispielsweise hätte ich nur zu gerne ausgiebiger kennengelernt: Die Atmosphäre der Stadt, die dortige Schattenjäger-Historie und vieles mehr kamen hingegen für meinen Geschmack zu kurz.


„Das verlorene Buch“ von Cassandra Clare und Wesley Chu ist eine solide Fortsetzung der Reihe. Allerdings fehlte es mir an Spannung und emotionaler Tiefe, was vor allem daran lag, dass sich die Figuren nicht weiterentwickeln und die Story etwas ideenlos wirkt. Für Fans der Reihe und vor allem Fans von Magnus und Alec sicherlich nichtsdestotrotz reizvoll, ich hingegen freue mich auf neue Schattenjäger-Reihen, in denen ich neue Protagonist:innen kennenlernen kann.

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Das verlorene Buch – Die Ältesten Flüche 2

Copyright: Goldmann Verlag

Seit der Adoption des kleinen Max genießen Magnus Bane und Alec ein nahezu idyllisches Leben – so idyllisch, wie es für einen Hexenmeister und einen Schattenjäger mitten in New York eben möglich ist. Bis eines Nachts zwei alte Bekannte in ihr Apartment einbrechen und das mächtige »Weiße Buch« stehlen. Mit dessen Hilfe könnten sie höchst unheilbringende Kräfte entfesseln, und so nehmen Alec und Magnus die Verfolgung der Diebe auf. Die Spur führt nach Shanghai, mitten hinein in einen Hort dunkler Magie und einen scheinbar unbezwingbaren Dämonenangriff. Als einzige Rettung bleibt nur der direkte Weg ins Totenreich…

Verlag: Goldmann Verlag
Preis: 15.00 Euro
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-442-20625-4
Erscheinungstermin: 15. März 2021

Autor:innen: Cassandra Clare ist eine internationale Bestsellerautorin. Ihre Bücher wurden weltweit über 50 Millionen Mal verkauft und in 35 Sprachen übersetzt. Seit dem Überraschungserfolg der »Chroniken der Unterwelt« waren all ihre Romane große Bestseller. So auch die neueste Serie »Die Letzten Stunden«. Cassandra Clare lebt in Massachusetts, USA.

Wesley Chu, 1976 in Taiwan geboren, wuchs in den USA auf und studierte Management und Informatik an der Universität von Illinois. Nach einigen Jahren als Berater, Banker und Stuntman wurde sein Erstlingsroman „Das Leben des Tao“ ein großer Erfolg. Mit „Der Zeitkurier“ hat Wesley Chu internationale Anerkennung gewonnen. Er lebt mit seiner Familie in Chicago.


Weitere Stimmen zum Buch

Bella von Bella’s Wonderworld | Anett von Anetts Bücherwelt

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