Zwischen uns tausend Bilder von Neda Alaei | Rezension

Es gibt Bücher, die treffen mich einfach mitten ins Herz. „Zwischen und tausend Bilder“ von der norwegischen Autorin Neda Alaei ist eines davon. Jedes Wort hinterließ eine brennende Spur. Wow. Ich hatte das schon im Gefühl, als ich in der Vorschau des Thienemann-Esslinger Verlags zum ersten Mal darüber stolperte, doch dass es mich derart berührt, hatte ich nicht erwartet. Es geht um Sanna, deren Mutter vor einem Jahr starb, und die sich seitdem um ihren Vater kümmert, der sich entweder in seine Arbeit stürzt oder gar nicht erst aufsteht. So oder so ist er eines nie – für Sanna da. Sie versucht, so gut es geht zurechtzukommen, Schule, Haushalt und die Abkehr ihrer besten Freundin zu bewältigen und den Vater zu umsorgen. Und dann ist da noch Yousef, der Neue in ihrer Klasse, der Fotografie genauso liebt wie sie und an den sie immer öfter denken muss. Über all dem vergisst sie jedoch, an jemand ganz Wichtiges zu denken, nämlich sich selbst. Was solche ein Situation emotional, psychisch und körperlich mit einem jungen Menschen macht, davon erzählt dieses Buch.

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Neuerscheinungen April 2021 – Tara Eglington, Katy Rose Pool und mehr

Mein Favorit unter den Neuerscheinungen im April ist eindeutig „Long Distance Playlist“ von Tara Eglington – die Kombination aus Liebesgeschichte und Musik ist einfach unschlagbar. Doch auch „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ von Alison McGhee klingt großartig. Für alle, die „Age of Darkness“ Band 1 gelesen haben, lockt diesen Monat endlich die Fortsetzung. Darüber hinaus haben mich zwei weitere Titel neugierig gemacht, die ihr hier entdecken könnt. Viel Spaß beim Stöbern!

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Marilu von Tania Witte | Rezension

Nachdem mich Tania Witte zuletzt mit „Die Stille zwischen den Sekunden“ völlig vom Hocker gehauen hatte, schickte mich die Autorin mit „Marilu“ nun direkt wieder auf eine emotionsgeladene Reise. Die Reise schmerzte enorm, manchmal drohte sie mich zu erdrücken, doch am Ende konnte ich spüren, wie sich aus alldem Stärke und Mut entwickelten. Den Mut, das Leben in all seinen Facetten zu spüren und darauf zu vertrauen, dass man damit umgehen kann. Und die Stärke, die aus Freundschaft erwächst und daraus, sich anderen anzuvertrauen. Ein intensives Leseerlebnis, zu dem ich euch hier mehr erzählen möchte.

[Content Note: psychische Erkrankungen, Suizid, Selbstverletzung]

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Sommer der blauen Wünsche von Antje Babendererde | Rezension

Die Bücher von Antje Babendererde begleiten mich seit meiner Jugend. Ihre Geschichten über das heutige Leben der indigenen Völker Amerikas hatten mich berührt, wie beispielsweise zuletzt „Wie die Sonne in der Nacht“ oder „Schneetänzer„. Einfühlsam und lebensnah, gleichzeitig spannend für jugendliche und erwachsene Leser, werden darin die Lebensumstände, die Vergangenheit der Völker sowie heutige Konflikte beschrieben. Umso neugieriger war ich auf ihren neuen Jugendroman, „Sommer der blauen Wünsche“, der statt in Amerika in Schottland spielt, der sich der schottischen Clan-Historie widmet, mit einer Prise schottischer Rauheit vielleicht. Und was soll ich sagen? Was war dieser Roman wundervoll! Ich habe mich verliebt in Schottland und in diese Geschichte.

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Reiz von Simone Meier | Rezension

Es gibt Romane, die haben erst im Nachhinein einen Nachhall in der Herz- und Bauchgegend. So ist es mir mit „Reiz“ von Simone Meier, der Autorin von „Kuss“, ergangen. Ihr neuer Roman handelt von Valerie, einer lebenserfahrenen Journalistin Mitte fünfzig, und Luca, einem gefühlsgetriebenen und etwas blauäugigen jungen Erwachsenen. Sie hat genug von der Jugend, von dem beruflichen Druck und den Vergleichen, der Liebe und dem unweigerlich damit einhergehenden Schmerz. Er lässt sich fallen in seine erste Verliebtheit, seine Sehnsucht, den süßen Schmerz und gleichzeitig hadert er mit seinem Unvermögen, seinem Leben einen Sinn und eine Richtung zu geben. Beider Leben sind miteinander verbunden, ihre Erlebnisse und Erfahrungen sind wie ein Spiegel des jeweils anderen. Was kommt? Was war? Wie verändert man sich und wie ändert sich die Wahrnehmung im Laufe eines Lebens? Angesichts dieser Fragestellungen fing der Roman an, bei mir zu wirken und seine nachgelagerte Wirkung zu entfalten.

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Neuerscheinungen März 2021 – Antje Babendererde, Tania Witte und mehr

Schaue ich mir meine liebsten Neuerscheinungen im März an, wird dieser Monat fantastisch-romantisch. Besonders freue ich mich auf neue Werke von Antje Babendererde und Tania Witte, zwei meiner Lieblingsautorinnen. „Sommer der blauen Wünsche“ und „Marilu“ versprechen gut zu werden, sagt mir mein Bauchgefühl! Mehr über diese Jugendbücher erfahrt ihr bald hier auf meinem Blog. Mein absoluter Coverliebling diesen Monat ist „Der gefrorene Himmel“ von Richard Wagamese, doch auch inhaltlich trifft die Geschichte absolut einen Nerv bei mir. Gleiches gilt für „Im Wasser sind wir schwerelos“. Darin erzählt Tomasz Jedrowsk von Ludwik, der sich im Jahr 1980 in Polen in Janusz verliebt. Welches dieser Titel ist euer Favorit? Auf welches Buch freut ihr euch abseits dieser Auswahl besonders? Viel Spaß beim Stöbern!

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Elbendunkel 2: Kein Weg zu dir von Rena Fischer | Rezension

„Elbendunkel 2: Kein Weg zu dir“ von Rena Fischer ist die Fortsetzung von „Elbendunkel 1: Kein Weg zurück“, einer Fantasy-Reihe voller Action, Gesellschaftskritik und tiefen Gefühlen. Der erste Band hatte mich begeistert und so war ich nun mehr als gespannt auf die Fortsetzung. Werden sich die Konflikte zwischen Elben und Menschen zuspitzen? Was wird Ash über ihre Vergangenheit in Erfahrung bringen? Und wie geht es mit Darel und Ash weiter? Hier wurde ich direkt positiv überrascht: Zwar sind die romantischen Gefühle der Protagonisten nach wie vor eine treibende Kraft, doch sie stehen nicht im Mittelpunkt. Vielmehr widmet sich die Autorin verstärkt den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und der persönlichen Entwicklung der Figuren. Zudem reichert Rena Fischer ihre Geschichte um weitere interessante Figuren an. So wird der zweite und finale Band zu einem spannungsgeladenen und komplexen Fantasy-Abenteuer, das mich durch eine regelrechte Gefühlsachterbahn jagte und mich zwar mitgenommen, doch gleichzeitig rundum zufrieden wieder aussteigen ließ.

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A Reaper at the Gates (Band 3) von Sabaa Tahir | Rezension

Nachdem mich Band 1 und 2 der „An Ember in the Ashes“-Reihe ( „An Ember in the Ashes“ und „A Torch Against the Night“) von Sabaa Tahir bereits mitgerissen haben, gelang es der Autorin auch mit Band 3, mich komplett zu fesseln. Dabei beginnt „A Reaper at the Gates“ um einiges ruhiger als die Vorgänger, in denen Action und Spannung unmittelbar im Vordergrund standen. In diesem Teil konzentriert sich die Handlung auf die einzelnen Protagonisten, die getrennt voneinander versuchen, das Reich und die Ihren zu schützen. Laia sucht nach dem letzten Stück des Sterns, um zu verhindern, dass der Nightbringer sein Volk befreien kann und sorgt sich gleichzeitig um die Scholars, die weiterhin verfolgt und getötet werden. Elias bemüht sich, seiner Aufgabe als Soul Catcher gerecht zu werden, immer hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen für Laia und seiner Verantwortung. Und Helene, der Blood Shrike, muss die Pläne des Commandant durchschauen, um das Empire zu beschützen und ihre Schwester vor Marcus und seiner berechnenden Boshaftigkeit in Sicherheit zu bringen.

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Neuerscheinungen Februar 2021 – Benedict Wells, Matt Haig und mehr

Der Februar bringt ganz viele unterschiedliche Highlights für mich. Allen voran bin ich unendlich neugierig auf „Hard Land“ von Benedict Wells. Wem geht es ebenso? Darüber hinaus freue ich mich auf „Reiz“ von Simone Meier, deren Roman „Kuss“ mich bereits überraschte und faszinierte. Was fürs Herz sind „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ von Laura Creedle und „Die Mitternachtsbibliothek“ von Matt Haig, Fantasy schreibt Caroline Brinkmann mit „Die Clans von Tokito“. Dieses Cover ist ziemlich cool, oder? Auf welche Neuerscheinung seid ihr gespannt? Viel Spaß beim Stöbern!

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Unheimlich nah von Johann Scheerer | Rezension

Autor und Musikproduzent Johann Scheerer knüpft in „Unheimlich nah“, seinem im Januar 2020 erschienenen autofiktionalen Roman, an sein Debüt „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ an. Darin schildert er die bangen Wochen der Unsicherheit, nachdem sein Vater Jan Philipp Reemtsma entführt worden war. Nun, fast drei Jahre später, erzählt er, was danach geschah. Vom Leben nach dem Verbrechen. Die 90er Jahre neigen sich dem Ende und die 2000er Jahre stehen in den Startlöchern. Europa begrüßt den Euro und während sich Johanns Freunde von ihren Eltern und generell allen Erwachsenen emanzipieren, sieht sich Johann mit einer völlig anderen Realität konfrontiert. Statt seine Jugend unbeschwert und vor allem unbeobachtet genießen zu können, verfolgen ihn Personenschützer auf Schritt und Tritt. Was denken die Freunde über ihn? Reden sie über ihn? Und wie soll er so auf Partys gehen, sich verlieben? Wie kann er auch mal Mist bauen oder in eine Prügelei verwickelt werden, ohne dass ihm ständig jemand über die Schulter blickt?

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