Neuerscheinungen Oktober 2021 – Kacen Callender, Colleen Hoover und mehr

Der Herbst wird fantastisch und romantisch und spannend. So viele Titel, die mich neugierig machen! Geht es euch im Herbst auch immer so, dass ihr quasi von Neuerscheinungen erschlagen werdet, die ihr alle am liebsten lesen möchtet? Ganz vorne mit dabei auf meiner Liste der Must-reads im Oktober ist „Felix Ever After“ von Kacen Callender, ein Roman zum Thema Transgender. Daneben interessieren mich aber auch „Die allerbeste Zeit meines Lebens“ von Sigurd Hartkorn Plaetner und „Du bist der Sturm, du bist das Licht“ Val Emmich sehr. Welche Neuerscheinung wirst du dir nicht entgehen lassen? Viel Spaß beim Stöbern!

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Dunkelgrün fast Schwarz von Mareike Fallwickl | Rezension

Mit ihrem Debütroman „Dunkelgrün fast Schwarz“ wirbelte Mareike Fallwickl die Welt der Buch- und Literaturblogger durcheinander. Kaum ein Tag verging, an dem sich Leser*innen nicht mit überschwänglichen Meinungen zu diesem Werk äußerten. Grund genug, gespannt zu sein auf die Geschichte von Moritz, Raffael und Johanna, deren Bekanntschaft ich nun endlich persönlich machen durfte. Wie haben sie mir gefallen? Moritz, der zurückhaltende, stille junge Mann ohne Rückgrat, Johanna, die junge Frau voller Sehnsucht, Selbstzweifeln und Selbsthass, und Raffael, der über allem zu thronen scheint, der Menschen um sich herum quält und mobbt, nur um seine Überlegenheit zu demonstrieren. Die Autorin beleuchtet auf äußerst berückende und bedrückende Weise die Dynamik dieser Dreiergemeinschaft.

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FOUTAH DJALLON – Eine kulinarische Reise durch Westafrika | Kochbuch

Foutah Djallon, so heißt das bis 1537 Meter hohe Bergland im Westen von Guinea, Afrika. Von dort stammen die Gerichte, die in diesem gleichnamigen Kochbuch von Mamadou Oury Balde, Eva Behringer und Carla Behringer vorgestellt werden. Die Autoren begeben sich auf eine „kulinarische Reise durch Westafrika“ und zeigen in „FOUTAH DJALLON“ sowohl traditionelle Familiengerichte als auch etwas spielerische Varianten. Ich habe mir ein paar der Rezepte geschnappt und erzähle euch hier, was ihr in diesem Kochbuch erwarten könnt und natürlich auch, wie das Essen geschmeckt hat.

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Das Lied des Achill von Madeline Miller | Rezension

Lange Zeit waren Helena und Paris für mich der Inbegriff des Trojanischen Krieges aus der griechischen Mythologie. Das hat sich mit „Das Lied des Achill“ von Madeline Miller jedoch gründlich geändert, denn darin sind Achill und Patroklos die Hauptfiguren. Mit viel Gefühl nimmt die Autorin die Perspektive von Patroklos ein und erzählt von seiner Kindheit, seinem ersten Zusammentreffen mit Achill und der überwältigenden Liebe, die daraus erwächst. Dabei bleibt Miller der ursprünglichen Version weitestgehend treu, interpretiert diese jedoch auf ihre Weise, um eine vollkommen neue Geschichte zu erzählen – eine Geschichte von Liebe, Verzweiflung, Hoffnung und Schmerz.

„Es wird andere Kriege geben.“
„Aber keinen wie diesen“, sagte Diomedes. „Daran wird man sich auf alle Zeit in Legenden und Liedern erinnern. Ein Narr, der die Gelegenheit versäumt, dabeigewesen zu sein.“ (S. 188)

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Eisfuchs von Tanya Tagaq | Rezension

„Eisfuchs“ von Tanya Tagaq klingt anspruchsvoll, emotional, bedrückend und gleichzeitig ungeheuer faszinierend. Eine Kindheit in Nunavut im Norden Kanadas in den 1970er Jahren, inmitten einer rauen und unnachgiebigen Natur, eine Gemeinschaft, die zerfällt, Kinder, die sich selbst überlassen und von Erwachsenen im Alkohol- und Drogenrausch missbraucht werden. Ein namenloses Mädchen, das versucht, in diesem Umfeld zurechtzukommen und sich selbst zu finden. Alles verwoben mit den Mythen der Inuit. Auch die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Das schlichte, aber edle Cover, schwarz-weiße Illustrationen im Text und ein roter Farbschnitt. Doch leider lässt mich der Roman ausschließlich verwirrt zurück. „Eisfuchs“ war für mich eine verstörende und schwer verständliche Leseerfahrung.

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Gewinnspiel | Falling Skye von Lina Frisch

In meiner Wahrnehmung waren Dystopien lange Zeit eine zu negative, zu erschreckende, zu drastische und schlicht unmögliche Vision einer Gesellschaft, Politik und Umwelt, als dass sie auch nur ansatzweise realistisch sein könnte. Doch das stimmt nicht (mehr). Autoren beobachten die aktuellen Entwicklungen und denken reale Szenarien weiter. So konstruieren sie eine fiktive Wirklichkeit, die nicht unmöglich ist, sondern die tatsächlich innerhalb weniger Jahre eintreten könnte. Ich denke hier an „GRM: Brainfuck„, eine sehr verstörende und zermürbende Dystopie von Sibylle Berg, oder „Die Mauer“ von John Lanchester. „Falling Skye“ richtet sich zwar an ein deutlich jüngeres Publikum, die Handlung ist dementsprechend weniger drastisch, dennoch werden auch hier wichtige Themen aufgegriffen. Hierzu erzählt die Autorin mehr in einem aufschlussreichen Nachwort.

Hier hast du nun die Chance, ein Exemplar der Dystopie „Falling Skye – Kannst Du Deinem Verstand trauen?“ von Lina Frisch zu gewinnen. Neugierig? In meiner Rezension zu „Falling Skye“ kannst du schon einmal ein wenig tiefer in die Geschichte reinschnuppern. Darüber hinaus findest du hier außerdem eine Leseprobe.

Worum es in Falling Skye geht

Nach einer großen Katastrophe sind die USA zu den Gläsernen Nationen geworden. Endlich ist Schluss mit Diskriminierung, Populismus und impulsiven Entscheidungen! Die Menschen werden in Ratio oder Senso eingeteilt – und zu ihrem eigenen Schutz unterliegen die Emotionalen strengen Auflagen. Als die 16-jährige Skye zu ihrer Testung einberufen wird, ist sie überzeugt, als mustergültige Rationale erkannt zu werden, der eine glänzende Zukunft bevorsteht. Doch die Prüfungen sind verstörend, und Skye fragt sich immer häufiger, welchem Zweck sie in Wahrheit dienen. Wer ist der mysteriöse Testleiter, der ihr auf Schritt und Tritt folgt? Und wohin verschwinden die Mädchen, die im täglichen Ranking abfallen? Zu ihrem Entsetzen muss Skye erkennen, wer in den Gläsernen Nationen den Preis für die neue Ordnung zahlen soll: sie selbst…

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So kannst Du teilnehmen

Du möchtest dein Glück versuchen? Dann beantworte in den Kommentaren diese Frage: Würdest du dich zu den Emotionalen (Senso) oder den Rationalen (Ratio) zählen – und warum? Das Gewinnspiel läuft bis zum 31. Januar 2020.

Teilnahmebedingungen

  • Kommentiere den Beitrag und beantworte die Frage.
  • Du folgst meiner Seite.
  • Falls du gewinnst und unter 18 Jahre bist, musst du eine Einverständniserklärung deiner Eltern vorweisen können, damit du deine Adresse an mich herausgeben darfst.
  • Als Gewinner musst du deine gültige E-Mail-Adresse angeben, damit wir Weiteres dort besprechen können.
  • Teilnahme aus Deutschland möglich.
  • Das Gewinnspiel endet am 31. Januar 2020 um 23:59 Uhr.
  • Der Gewinner/die Gewinnerin wird zwischen dem 1. und 2. Februar ausgelost und benachrichtigt.

Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen (Band 1) von Lina Frisch | Rezension

Die USA sind zu den Gläsernen Nationen geworden, in denen Transparenz und Vertrauen groß geschrieben werden. Damit sollen Diskriminierung, Populismus und impulsive Entscheidungen der Vergangenheit angehören. Zu diesem Zweck werden Menschen in Rationale und Emotionale unterteilt, je nach natürlicher Veranlagung. Mit Hilfe eines Testverfahrens wird ermittelt, welchem „Trait“ man angehört. Klingt sehr nach der Dystopie-Reihe „Die Bestimmung“ von Veronica Roth? Auch hier werden Menschen in verschiedene Gruppen unterteilt, die ihrem Charakter am ehestens entsprechen. Es gibt anfangs tatsächlich zahlreiche Überschneidungen, wodurch meine Erwartungen im ersten Drittel etwas enttäuscht wurden. Doch dranbleiben lohnt sich, denn danach wurde ich überrascht: die Geschichte nimmt eine Wendung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Die Traits sorgen für Gleichheit zwischen Hautfarben, Geschlechtern und Religionen. Das ist es, was mein Vater mir beigebracht hat und wofür die ganze Welt uns feiert. (Seite 278)

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The Wicker King von Kayla Ancrum | Rezension

Ich wage zu behaupten, dass niemand auch nur den Hauch einer Ahnung hat, worauf er sich mit „The Wicker King“ von Kayla Ancrum einlässt. Zumindest erging es mir so. Der Klappentext ließ mich eine vollkommen anders ausgerichtete Handlung erwarten, doch was ich stattdessen las, war intensiv. Dunkel. Mysteriös. Aufwühlend. Herzzerreißend. Die Krux an der Sache ist, dass man unter Umständen lange im Dunkeln tappt und den Kern der Geschichte nicht versteht. Doch das macht nichts, denn die Bilder und die Sprache sind so stark, dass man unweigerlich mitgezogen wird. Das Thema entfaltet sich schleichend, anfangs nur wenig greifbar, am Ende trifft es einen mit voller Wucht. Denn in der Welt von Jack und August verschmelzen Realität und Fiktion aus speziellen Gründen, die einem schier das Herz brechen. (Achtung, diese Rezension enthält Spoiler. Das Fazit ist spoilerfrei.)  

Jack pulled him in almost to his chest, then rested his head in the curve of August’s neck. „What would you do for me?“
August shivered while he thought up an answer. „I don’t know. Anything, probably.“
„Do you really mean that?“
(Seite 170)

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Meine Buch-Highlights 2019

Das Jahr neigt sich dem Ende, also ist es an der Zeit, einmal auf das Lesejahr 2019 zurückzublicken. Welche Geschichten haben mich nachhaltig beeindruckt? Welche haben mich besonders überrascht? Welche haben mich am tiefsten berührt? Hier findet ihr meine Buch-Highlights 2019.

Emotional und überraschend: Die Stille zwischen den Sekunden

„Die Stille zwischen den Sekunden“ von Tania Witte packt einen von den ersten Seiten an. Bei diesem Jugendbuch blieben bei mir keine Wünsche offen: Die Figuren sind sehr authentisch und ihre Gefühle sind äußerst nachvollziehbar, der Schreibstil ist jung und frisch und die Spannung spitzt sich immer weiter zu, bis am Ende alles ganz anders ist, als man vermutet. Die Geschichte ist sehr emotional in jeglicher Hinsicht, es geht um Freundschaft und Liebe, aber auch um Verlust und die Bewältigung von Traumata. Trotz des herausfordernden Themas wirkt „Die Stille zwischen den Sekunden“ nie gestelzt oder gekünstelt, sondern immer echt und aus dem Leben gegriffen. Mein Urteil: Lesen lohnt sich sehr!

Zur vollständigen Rezension von „Die Stille zwischen den Sekunden“.

Intensiv und aufwühlend: Ein Sommer in Brandham Hall

„Ein Sommer in Brandham Hall“ von L. P. Hartley erzählt bedächtig, aber äußerst eindringlich von einem Jungen, der ungewollt und unwissend in die Heimlichkeiten einer verbotenen Liebe hineingezogen wird. Nichts schlimmes ahnend wird er zum Werkzeug von Erwachsenen, die ohne an mögliche Folgen zu denken, ihren Vorteil suchen. Der Roman ist kunstvoll geschrieben, sprachlich auf einem sehr hohen Niveau und reich an Symbolen. Eine Geschichte, die man nicht zum Zeitvertreib nebenher liest, sondern eine Geschichte, in der man vollends aufgehen kann, die einen einlädt, die Botengänge gemeinsam mit Leo zu gehen, die Welt mit seinen Augen zu sehen und gleichzeitig einen Blick über den kindlichen Tellerrand zu werfen und die zweite Erzählebene zu erleben. Denn Leo’s Erinnerungen sind nur die vordergründige Geschichte, dahinter tut sich eine ganze Welt an verschiedenen Figuren, Emotionen und Erfahrungen auf. Wundervoll!

Zur vollständigen Rezension von „Ein Sommer in Brandham Hall“.

Knallhart und bissig: GRM: Brainfuck

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„GRM: Brainfuck“ von Sibylle Berg reißt einem das Herz heraus und beraubt einem jeglicher positiver Gefühle, bis man vollständig ausgelaugt zurückbleibt. So erging es zumindest mir beim Lesen dieses politisch sowie gesellschaftlich brisanten Romans, in dem eiskalt, brutal und zynisch auf den Punkt gebracht wird, was in unserer heutigen Zeit bereits schief läuft und was in naher Zukunft noch mehr in eine Schieflage geraten kann. Wer auf der Suche nach einem mehr als herausfordernden Roman ist, der Themen wie Digitalisierung, Armut, das Versagen des Systems, Macht- und Profitgier und die Klimakrise anspricht, der ist hier genau richtig.

Zur vollständigen Rezension von „GRM: Brainfuck“.

Realistisch und nachdenklich stimmend: The Wall

„Die Mauer“ von John Lanchester wirkt wie ein bedrückender Blick in unsere Zukunft. Als Folge des Brexits und Klimawandels hat Großbritannien eine Mauer um das Land herum errichtet, um Flüchtlinge anderer Nationen fernzuhalten. Frauen und Männer werden je für zwei Jahre als Wachen auf der Mauer eingesetzt mit dem Ziel, niemanden der „Anderen“ durchzulassen. Sie stehen dort mit dem Bewusstsein, dass sie jeden Moment der Tod ereilen kann. Der Autor beschreibt dieses erschreckend realistische Szenario mit sehr viel Ruhe. Aber darin liegt tatsächlich eine Kraft, der ich mich nicht entziehen konnte. Ich folgte Joseph Kavanagh auf die Mauer, ich spürte die Kälte und ich bangte wie er um sein Leben. Ein starker Roman, der nachdenklich zurücklässt.

Zur vollständigen Rezension von „The Wall (dt. Die Mauer)“.

Mysteriös und gefühlvoll: Das Geheimnis von Shadowbrook

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„Das Geheimnis von Shadowbrook“ von Susan Fletcher ist ein Roman, der so gehaltvoll ist, dass es eine pure Freude ist, ihn zu lesen. Die schwüle Vorkriegs-Atmosphäre, der subtile Spuk im Anwesen Shadowbrook, die tratschenden und gleichzeitig so verschwiegenen Dorfbewohner, das exotische Gewächshaus und die weitläufigen Gärten, Clara, die versucht, eine wissenschaftliche Erklärung für die nächtlichen Ereignisse zu finden – all dies macht den Roman inhaltlich für mich zu einem Meisterwerk. Hinzu kommt die unfassbar klare und gleichzeitig poetische und feinsinnige Sprache der Autorin. Durch sie werden Landschaften und Figuren lebendig. Für mich eines der besten Bücher, das ich seit langem gelesen habe.

Zur vollständigen Rezension von „Das Geheimnis von Shadowbrook“.

Am Anfang eines Lebens von Hanna Hommes | Rezension

Die Rezension von „Am Anfang eines Lebens“ von Hanna Hommes wird ein Balanceakt, denn es ist eine fifty-fifty Angelegenheit. Ein Teil des Gesamtpakets gefiel mir gut, der andere Teil hingegen gefiel er mir leider nicht. Doch zunächst ein paar Worte zum Thema: Es geht um Katharina, eine junge Frau Anfang Dreißig, die ihr Leben, ihre Entscheidungen und schlussendlich auch sich selbst infrage stellt. Mit diesem Thema konnte ich mich gut identifizieren, denn in diesem Alter ist man meist im Beruf angekommen, vielleicht hat man schon eine Familie, und dann kommt die Frage: Bin ich eigentlich mit meinem Leben zufrieden? Und wenn nicht, welche Entscheidungen muss ich treffen und welche Folgen haben diese Entscheidungen? Auch ihre Beziehungen stellen Katharina vor viele Fragen. Wieso ist sie in einer Beziehung nie wirklich glücklich? Liegt es an der Beziehung, am Partner oder gar an ihr selbst?

Was hatte ich schon erreicht, eine Grundschullehrerin, die ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern hatte, eine erwachsene Frau, die immer noch nicht wusste, wohin es in ihrem Leben gehen sollte, weil sie die wichtigen Entscheidungen in ihrem Leben falsch getroffen hatte. (Seite 126)

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