Superhero von Anthony McCarten | Rezension

Ja, der Junge auf der Brücke vergleicht sich mit verglühenden Sternen, während er darauf wartet, dass die einzelnen Elemente seines Todeswunsches – Ekel, Wut, Schmerz, Übelkeit, Schwäche, Frustration, Ungerechtigkeit, Neid, Einsamkeit, Reue – sich zu einer Kraft verbinden, die ausreicht, ihn in die Tiefe zu stoßen. (Seite 38)

Auf der diesjährigen LitBlog Convention hatte ich das Glück, der Lektorin Anna von Planta lauschen zu können, die von ihren Begegnungen mit Anthony McCarten und seinen Werken sprach. Sie erzählte auch von ihrem ersten Eindruck von „Superhero“ und ihrem Erstaunen über dieses ungewöhnliche Manuskript. Der Roman ist in Teilen wie ein Theaterstück, wie ein Comic, wie ein Drehbuch geschrieben – ein Sammelsurium der verschiedenen Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen. Doch nicht allein das macht „Superhero“ zu dem, was es ist: zu einem besonderen Werk.

Denn unabhängig vom Erzählstil hat Anthony McCarten eine äußerst feinfühlige Geschichte über einen todkranken Jungen geschrieben, die gleichzeitig traurig, überraschend witzig und vielschichtig ist. Der Autor nimmt das Schicksal von Donald Delpe ernst, zeichnet es aber nicht nur Grau in Grau. Vielmehr strotzt „Superhero“ förmlich vor Farbe und Leben, nicht zuletzt wegen der Comic-Szenen, die man als Leser auf Anhieb vor Augen hat. Sie bringen Abwechslung ins Lesen, ebenso wie in Donald’s tristen Alltag zwischen Behandlungen und Therapie und die Zeit mit seiner Familie. Die Comic-Geschichten sind wunderbar überspitzt und im Grunde dreht sich alles nur um Superhelden und Schurken und Sex. Vor allem Letzterer ist omnipräsent in Donald’s Gedanken und gleichzeitig ein wichtiges Plotelement.

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Tell me three things (dt. Absender: Glück) von Julie Buxbaum | Rezension

Young Adult Liebesgeschichte, herrlich für zwischendurch.

Twitter ist eine hervorragende Quelle für Buchtipps (möge der SuB ins Unermessliche wachsen…). So fand kürzlich, nachdem die liebe Anna von „Ink of Books“ davon erzählte, „Tell me three things“ von Julie Buxbaum den Weg zu mir nach Hause. Eine süße Highschool-Liebesgeschichte mit ernstem Hintergrund und einer angenehmen Prise Humor. Genau das richtige für zwischendurch, fand ich, und wurde nicht enttäuscht. Jessie zieht nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Los Angeles, in das Haus seiner neuen Frau und ihrem abweisenden Sohn. Vollkommen entwurzelt muss Jessie an einer privaten Highschool ihren Weg finden, was ihr mehr schlecht als recht gelingt. Bis die Mail eines Mitschülers, der sich „Somebody/Nobody“, kurz SN, nennt, in ihrem Postfach landet. Er bietet ihr an, ihr unter die Arme zu greifen.

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Nach anfänglichem Zögern entspinnt sich ein reger E-Mail Kontakt, der es Jessie tatsächlich ermöglicht, Fuß zu fassen in dieser vollkommen fremden Umgebung. Doch wer ist SN? Und wie kann sie sich ihm so nahe fühlen, obwohl sie ihn noch nie gesehen hat? Klingt nach einer wirklich schönen Geschichte, oder? Und da SN und Jessie einander in ihren E-Mails dazu auffordern, drei Dinge beziehungsweise Wahrheiten zu erzählen, werde ich das in meiner Rezension ebenso tun. Also, los geht’s, tell me three things:

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Eine Geschichte der Zitrone von Jo Cotterill | Rezension

Eine berührende Geschichte, mit Worten voll bittersüßer Intensität.

„Eine Geschichte der Zitrone“ ist der erste Roman von Jo Cotterill, der auch auf Deutsch erschien. In ihrer Heimat, der englischen Grafschaft Oxfordshire, hat sie bereits einige Bücher geschrieben, die ich nach diesem Leseerlebnis unbedingt alle lesen möchte. Denn Jo Cotterill hat mich mit ihrer bittersüßen, herzlichen und traurig-schönen Geschichte vollends überzeugt. „Eine Geschichte der Zitrone“ ist zum weinen und trotzdem voller Freude. Eine feine, zarte Erzählung über Freundschaft, Familie, Kindheit, Verlust, Depression und die Liebe zu Büchern.

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Simon vs. the Homo Sapiens Agenda von Becky Albertalli | Rezension

So süß. Soo sprühend komisch. Sooo herzerwärmend! Seufz, Hach und Dauergrinsen 🙂

Ich warne vor: Wer „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ (dt. Titel: Nur drei Worte) von Becky Albertalli liest, begibt sich in die akute Gefahr, nach dem Lesen unter Herzklopfen und glückseligem Dauergrinsen zu leiden. Wobei „leiden“ eigentlich der gänzlich falsche Ausdruck ist, denn hier leidet wenn überhaupt der Protagonist. Er leidet unter der wundervollsten, sehnsüchtigsten und kribbeligsten ersten Verliebtheit, die man sich nur vorstellen kann. Davon steckt Simon den Leser gewaltig an – ich bin verliebt in diese Geschichte. Doch „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ ist mehr als nur eine einfache Liebesgeschichte. Was noch im Buch drinsteckt, erfahrt ihr in meiner Rezension.

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Das Leben meines besten Freundes von Judith Gridl | Rezension

Überraschend spannende Coming-of-Age Geschichte. Eine Freundschaft, die sich über alle Grenzen hinwegsetzt.

Ich muss gestehen – ich hatte weniger erwartet, als ich den Klappentext des Buches las. Auch die Altersempfehlung ab 12 ließ mich eher auf eine angenehm unterhaltende Lektüre tippen. Doch ich habe mich getäuscht. „Das Leben meines besten Freundes“ von Judith Gridl fordert seine jungen (und älteren) Leser, denn neben der Geschichte einer tiefen Freundschaft, geht es um Armut und Reichtum, Macht und Ohnmacht, Unterdrückung und Kriminalität, Identität und Lebensziele. All dies fließt dabei so gekonnt in die Haupthandlung mit ein, dass ich am Ende sehr beeindruckt war. In meiner Rezension erfahrt ihr mehr.

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Alle Farben der Nacht von Jonas Zauels | Rezension

Sprachgewaltiges und intensives Roman-Debüt, das erschüttert und berührt. 

Für manche Rezensionen fühle ich mich zu klein. Ich fühle mich ihnen nicht gewachsen, vor allem, wenn mich der Roman sprachlich und inhaltlich so sehr gefangennimmt und beeindruckt, wie dieses Debüt: „Alle Farben der Nacht“ von Jonas Zauels. Der Autor, gerade einmal Mitte zwanzig, schreibt so gut. Metaphorisch, philosophisch, nüchtern, poetisch, gleichzeitig jugendlich und reif – seine Worte fühlen sich schlicht energiegeladen an. Herrje, manchmal kann man einfach nur dankbar sein, auf ein Buch aufmerksam gemacht worden zu sein.

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Rezension | Die Unvergesslichen von Val Emmich

„Some dance to remember, some dance to forget“ – diese Zeile aus dem Lied „Hotel California von den Eagles ging mir nicht mehr aus dem Kopf, während ich „Die Unvergesslichen“ (Originaltitel: The Unforgettables) von Val Emmich las. Musik kann das, sie kann Erinnerungen wecken und sie kann einen vergessen lassen. Im Roman geht es genau darum: Um das Vergessen, das Erinnern und Musik. Außerdem geht es um Lebensträume, Ängste, Familie und Freundschaft. Ich war umgehend fasziniert und danke daher dem Droemer Knaur Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar. Mehr zur Geschichte erfahrt ihr in meiner Rezension.

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Rezension | Hallo Leben, hörst du mich? von Jack Cheng

In „Hallo Leben, hörst du mich?“ habe ich mich mit jeder Zeile mehr verliebt. Es ist eine dieser ganz stillen, auf den ersten Blick simplen Geschichten, die sich aber für mich wahrhaft magisch anfühlte. Wer neugierig ist, sollte sie sich nicht entgehen lassen. Aber Achtung, für meinen Geschmack beinhaltet der Klappentext einen Spoiler. Wer das Buch völlig unvoreingenommen lesen möchte, dem empfehle ich, den letzten Satz des Klappentextes nicht zu lesen. Einen etwas detaillierteren, aber Spoiler-freien Eindruck vom Buch könnt ihr euch in meiner Rezension verschaffen.

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[Rezension] Mehr Schwarz als Lila von Lena Gorelik

Lena Gorelik hat mit ihren Werken bereits zahlreiche Preise abgeräumt. Doch das ist es nicht, wodurch ich auf das neue Buch von ihr, „Mehr Schwarz als Lila“, aufmerksam wurde. Es war der Klappentext, der eine Mischung aus Coming-of-Age, Liebesgeschichte und historischen Kontext versprach, der mich so sehr ansprach, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Dank an den rowohlt Verlag, der mir dies ermöglichte. Was mir dann im Buch begegnete, unterbot meine Erwartungen einerseits, und übertraf sie andererseits. Mehr dazu in meiner Rezension.

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