Leinsee von Anne Reinecke | Rezension

Im Halbschlaf überlegte er, ob er möglicherweise selbst nur eine Einbildung war. […] Vielleicht bin ich ja nur der erfundene Freund eines verrückten Kindes, dachte er. Er spürte noch sein eigenes Lächeln, bevor er einschlief. (Seite 74)

„Leinsee“ von Anne Reinecke ist meine erste große Überraschung in diesem Jahr. Ich hatte mit einer steifen, tendenziell schwermütigen Geschichte gerechnet und wurde stattdessen regelrecht von der Füßen gerissen von dieser sensiblen, herzergreifenden und unerwartet romantischen Erzählung. Warum das so ist? Anne Reinecke sieht das Schöne, die Sehnsüchte und die tiefen Gefühle, sie kehrt das Innerste ihrer Figuren nach außen, allerdings nicht auf dem Präsentierteller, sondern beinahe beiläufig und dadurch umso intensiver. Lest nach, warum mich das Buch außerdem begeistert hat, und wer weiß, vielleicht erobert es auch euer Herz.

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