Großstadtklänge – Von singenden Vögeln in dunklen Gassen, eine Anthologie | Rezension

„Berlin“ lautete das Thema der Ausschreibung für diese Anthologie – ehe Corona über uns hereinbrach und so vieles in unserem Alltag veränderte. Umso schöner, so die Herausgeberinnen Sophie-Marie Gruber, Liv Modes, Jen Pauli und Katharina Stein, dass die Texte in „Großstadtklänge – Von singenden Vögeln in dunklen Gassen“ von insgesamt 31 Autor:innen nun an ein Berlin vor der Pandemie erinnern. Es ist eine brodelnde, berauschende, traurige, nachdenklich und glücklich stimmende Mischung aus Momentaufnahmen. Die Geschichten feiern die großen und kleinen Augenblicke des Lebens und setzen sie in einer Stadt in Szene, die niemals ruht, die abstoßend wirken und gleichzeitig einen unbestreitbaren Sog ausüben kann.

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[Rezension] „Realitätsgewitter“ von Julia Zange

Ich liebe Katzen, daher musste ich direkt erstmal jauchzen, als ich dieses Cover sah. Doch mindestens genauso faszinierte mich der Klappentext, so dass schnell klar war, dass ich „Realitätsgewitter“ von Julia Zange unbedingt lesen wollte. Geschichten wie diese, die von einem jungen Menschen handeln, der mit sich selbst und seinem Leben zu kämpfen hat, üben einen großen Reiz auf mich aus. Daher meinen herzlichsten Dank an den Aufbau Verlag, dass ich diesen Roman lesen durfte.

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Rezension „Gegenspiel“ von Stephan Thome

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© Suhrkamp

„Gegenspiel“ ist die Geschichte von Träumen, Hoffnungen und Enttäuschungen, von Selbsttäuschung, Selbsthass, Zweifeln und Liebe. Es ist die Geschichte einer Frau, die aufbrechen möchte, von einem anderen Leben träumt – jedoch ohne eine genaue Vorstellung davon zu haben. So strebt Maria in ihrer Heimat Portugal Ziele an, die eigentlich gar nicht ihre sind, sie lebt in der Berliner Hausbesetzerszene, ohne sich dort wohl zu fühlen, sie wird Mutter und Ehefrau, ohne dass es sie erfüllt, und lebt im beschaulichen Bonn, ohne dort sein zu wollen. Doch auch ein später, erneuter Aufbruch nach Berlin bringt nicht die erhoffte Zufriedenheit. Dieses „ohne“ macht einen Großteil der Geschichte aus. „Ich bin hier, weil ich es will“, sagt sie sich immer wieder. Doch Maria ist niemals wirklich glücklich und zufrieden, ganz gleich, was sie tut.

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