Sanctuary – Flucht in die Freiheit von Paola Mendoza und Abby Sher | Rezension

„Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ von Paola Mendoza und Abby Sher eine Dystopie zu nennen, erscheint mir beinahe falsch. Denn die Idee zum Roman entstand im Jahr 2018, als die Trump-Regierung an der südlichen Grenze der USA Familien auseinanderriss. Als damit begonnen wurde, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu errichten. Abschiebungen und Verhaftungen hatten Eltern und Kinder traumatisiert und viele Menschen weltweit entsetzt. Es braucht, und das meine ich nicht abwertend, nicht viel Fantasie sich vorzustellen, wie diese Ungerechtigkeiten sich in einer Zukunft entwickelt hätten, in der keine weltweiten Proteste stattgefunden hätten, in der kein neuer Präsident gewählt und in der diesem Irrsinn kein Einhalt geboten worden wäre. Doch auch abseits dieser Ereignisse gab und gibt es weltweit genügend ähnliche Schreckensszenarien, die diesen Roman furchtbar realistisch und absolut nicht dystopisch wirken lassen.

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The Wall (dt. Die Mauer) von John Lanchester | Rezension

In Zeiten, in denen der Brexit diskutiert wird, ein Klimawandel bevorsteht und bereits jetzt Flüchtlinge in Europa nach einer sicheren, neuen Heimat suchen, ist „Die Mauer“ von John Lanchester weniger eine Dystopie als vielmehr ein durchaus realistisches Zukunftsszenario. Schauen wir also wenige Jahre in die besagte Zukunft: England hat sich abgeschottet und eine Mauer entlang der Küste errichtet. Diese soll die Bewohner des Landes vor „den Anderen“ schützen, die seit „dem Wandel“ verzweifelt versuchen auf die andere Seite der Mauer zu gelangen. Um das zu verhindern, müssen alle Bürgerinnen und Bürger des Landes zwei Jahre lang Dienst auf der Mauer leisten. Ein gefürchteter Dienst, denn ein Angriff kann jederzeit erfolgen und die Folgen sind fatal. Entweder man wird getötet oder man wird der See übergeben, sobald es ein Anderer geschafft hat, ins Landesinnere zu gelangen. Und so fürchtet sich Joseph Kavanagh, während er seinen Dienst auf der Mauer absolviert – und tatsächlich werden seine schlimmsten Alpträume wahr. [Achtung, diese Rezension ist nicht frei von Spoilern.]

It’s cold on the Wall. That’s the first thing everybody tells you, and the first thing you notice when you’re sent there, and it’s the thing you think about all the time you’re on it, and it’s the thing you remember when you’re not there anymore. It’s cold on the Wall. (Seite 3)

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[Rezension] „Im Jahr des Affen“ von Que Du Luu

Nach Liebesgeschichten und Fantasy war mir sehr nach Abwechslung zumute. Da kam „Im Jahr des Affen“ von Que Du Luu gerade rechtzeitig. Darin geht es um die Flucht der sogenannten Boatpeople Ende der 70er Jahren aus Vietnam, das Anderssein in Deutschland und das Finden seiner eigenen Persönlichkeit zwischen chinesischer Tradition und deutschem Lebensalltag. Den Roman erhielt ich freundlicherweise vom Königskinder Verlag. Herzlichen Dank dafür!

du luu_im jahr des affen

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