Karussell von Pavo Pejić | Rezension

Niemand mag 15-jährige Jungen, heißt es in „Karussell“ von Pavo Pejić. Schon gar keine Jungen, die mit Drogen, Sex, Pornovideos, Alkoholkonsum und Diebstahl ihre Grenzen ausloten und sie (natürlich) überschreiten. Für Paul und seine Freunde Dominik, Tobi und Marco, die manche Leser bereits aus „Pussykiller“ von Pejić kennen, sind diese Aktionen eine willkommene Ablenkung vom deprimierenden Alltag. Sie leben im Hamburger Stadtteil Dulsberg, der viele Jahre als ein Brennpunkt mit hoher Kriminalität und Arbeitslosigkeit galt. Vernachlässigt und gelangweilt treiben die Jungen durch die Tage, immer auf der Suche nach Spaß und Abenteuer, aber auch nach Liebe und Anerkennung.  „Karussell“ ist eine Retrospektive, zehn Jahre nach seinem Debüt-Roman „Pussykiller“ besucht der Autor seine Figuren erneut. Was anfangs als Schreibübung gedacht war, entwickelte sich jedoch rasch zu einem eigenständigen Roman.

Die Glocke zur ersten Stunde hörte ich noch, während ich mich langsam wieder von der Schule entfernte. Manchmal fühlte sich Schwänzen nicht wie Davonkommen an, sondern wie Weglaufen. (Seite 50)

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Mein Ein und Alles von Gabriel Tallent | Rezension

„Mein Ein und Alles. Mein Ein und Alles.“
„Ja“, sagt sie.
„Nur meins?“
„Nur deins“, sagt sie, und er presst seine Wange gegen ihre Hüften, presst sie eindringlich an sie, blickt zu ihr herauf, die Arme um ihr Kreuz geschlossen. (Seite 129)

Ich hasse diese Geschichte. Ich hasse es, dass der Waffenbesitz, der in den USA möglich ist, und die damit einhergehende Waffengewalt, eine so große Rolle in „Mein Ein und Alles“ spielen. Gleichzeitig aber liebe ich diese Geschichte, denn Gabriel Tallent hat mit Turtle und Martin Charaktere erschaffen, die ganz tief fühlen, die unglaublich falsch denken, die sich verlaufen haben, die orientierungslos und verzweifelt sind und die sich in kranker Liebe aneinender binden. Es tut weh, diesen Roman zu lesen, der mich abstieß und gleichzeitig anzog. „Mein Ein und Alles“ ist eine einzige faszinierende Herausforderung.

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[Montagsfrage #19] Wie kommst du mit Gewalt in Büchern zurecht?

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(c) Buchfresserchen

Die Montagsfrage gibt es wöchentlich von Svenja auf ihrem Blog Buchfresserchen! Mit einem Klick auf das Banner gelangt ihr zu den Regeln. Die heutige Montagsfrage hat sich Elli von Wortmagieblog ausgedacht und sie lautet:

Wie kommst du mit Gewalt in Büchern zurecht? Magst du blutige Szenen oder lehnst du sie ab?

Ich lese aus gutem Grund keine (oder kaum) Thriller oder Krimis. Denn blutige Szenen mag ich eher nicht so gerne. Weder in Filmen noch in Büchern. Da bin ich empfindlich und schaue in der Regel immer weg. (Das passiert sogar in meist harmlosen Formaten wie beim Tatort.) In Büchern kann ich natürlich nicht wegschauen. Da überfliege ich die Zeilen dann einfach – zuletzt geschehen im zweiten Band von „Endgame“. Mit der Methode klappt es prima, denn „entkommen“ kann ich blutigen Szenen offenkundig auch in Dystopien und Jugendbüchern nicht ganz.

Grundsätzlich lehne ich Gewalt in Büchern nicht ab. Es soll jeder lesen (und anschauen), was er gerne mag 🙂

Da ich heute ein wenig viel um die Ohren habe, belasse ich es bei dieser etwas knapperen Antwort.

Wie geht es euch mit blutigen Szenen?

[Rezension] „Caroline & West – Lass mich nie mehr los“ von Ruthie Knox

Endlich habe ich die Fortsetzung von „Caroline & West – Überall bist du“ gelesen. Vielen lieben Dank an die Egmont Verlagsgesellschaften mbH, dass ich „Lass mich nie mehr los“ lesen durfte! Den ersten Band hatte ich glücklicherweise noch gut in Erinnerung, so dass der Einstieg problemlos klappte. In Band 1 kamen Caroline und West nach einigem Hin und Her zusammen, nur um am Ende wieder auseinander gebracht zu werden. In Band 2 erfahren wir, ob sie wieder zueinander finden.

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[Rezension] „Goodbye Bellmont“ von Matthew Quick

Wahrscheinlich sollte ich erst einmal etwas Abstand zum Buch gewinnen, bevor ich mich an die Rezension von „Goodbye Bellmont“ mache, doch ich bin so begeistert und völlig hin und weg, dass ich direkt etwas dazu sagen muss. Die Geschichte von Matthew Quick ist auf eine völlig unaufgeregte Art etwas ganz Besonderes. Ich habe jede Seite, jeden Satz geliebt und es innerhalb von nur einem Tag verschlungen. Es ist in meinen Augen ein kleines Meisterwerk und ich bin sehr froh, es vom dtv Verlag als Rezensionsexemplar erhalten zu haben.

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