Cyril Avery von John Boyne | Rezension

„Sie sagen doch niemandem etwas?“, fragte ich.
„Sage was nicht?“
„Was ich Ihnen gerade erzählt habe. Das ich nicht normal bin.“
„Großer Gott“, sagte sie, lachte und stand auf. „Seien Sie nicht albern. Keiner von uns ist normal. Nicht in diesem verdammten Land.“ (Seite 290)

John Boyne ist vielen sicherlich durch seinen Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ bekannt. 2009 wurde die Geschichte verfilmt. Darüber hinaus hat Boyne viele weitere Romane geschrieben, „Cyril Avery“ ist nun sein neuestes Werk. Darin geht es um einen Jungen, der im engstirnigen und gottesfürchtigen Irland der Nachkriegszeit mit seiner Homosexualität zu kämpfen hat. Wir begleiten ihn auf seinem gesamten Lebensweg, von seiner Geburt bis hin ins hohe Alter, 70 Jahre lang. Dabei widmet sich John Boyne den wichtigen Themen und gesellschaftlichen Umwälzungen, die diese vergangenen Jahrzehnte besonders prägten.

„Cyril Avery“ – im Original übrigens „The Heart’s Invisible Furies“ – hat mich nachhaltig beeindruckt. Es hat mich tief berührt, es hat mich schrecklich wütend gemacht, ich war sprachlos und fassungslos und doch habe ich regelmäßig herzhaft gelacht. All diese Emotionen stecken in den Zeilen, dicht an dicht nebeneinander. Oft so dicht, dass man bei einem Satz am liebsten vor lauter Ärger schreien möchte, nur um im nächsten in schallendes Gelächter auszubrechen. Was für ein atemberaubender Drahtseilakt für die Nerven und gleichzeitig: Was für ein informativer und hochinteressanter gesellschaftskritischer Roman.

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[Filmkritik] „Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“ von John Crowley

Juhu, ich konnte die Verfilmung des Romans „Brooklyn“ sehen und sie hat mir – ebenso wie das Buch – sehr gut gefallen. Die Adaption von Regisseur John Crowley wird dem Buch in jeder Hinsicht gerecht. Crowley ist unter anderem bekannt für den großartigen Film „Boy A“ mit Andrew Garfield. Das Drehbuch schrieb Nick Hornby. Mit einem feinem Gespür hat er einfühlsame Szenen und detaillierte Beobachtungen, die auch das Buch schon ausgezeichnet haben, für die Leinwand übersetzt.

Original Trailer

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[Rezension] „Brooklyn“ von Colm Tóibín

Wie ihr am Rande vielleicht mitbekommen habt, hat mein altes Laptop vor einigen Wochen den Geist aufgegeben. Seitdem arbeite ich mit dem (noch älteren) Ersatz-Laptop, das mir zunehmend Nerven und Zeit raubt. Es ist einfach sooooo langsam, es ist zum aus der Haut fahren. Daher hinke ich im Moment ein wenig mit Beiträgen hinterher. Zum Glück kann ich mir nächste Woche ein neues Schmuckstück holen 🙂 Nun muss ich euch aber unbedingt von dem Buch erzählen, dass ich gestern beendet habe. Vielen lieben Dank an den dtv Verlag, dass ich das Buch lesen durfte!

toibin_brooklyn

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