Reiz von Simone Meier | Rezension

Es gibt Romane, die haben erst im Nachhinein einen Nachhall in der Herz- und Bauchgegend. So ist es mir mit „Reiz“ von Simone Meier, der Autorin von „Kuss“, ergangen. Ihr neuer Roman handelt von Valerie, einer lebenserfahrenen Journalistin Mitte fünfzig, und Luca, einem gefühlsgetriebenen und etwas blauäugigen jungen Erwachsenen. Sie hat genug von der Jugend, von dem beruflichen Druck und den Vergleichen, der Liebe und dem unweigerlich damit einhergehenden Schmerz. Er lässt sich fallen in seine erste Verliebtheit, seine Sehnsucht, den süßen Schmerz und gleichzeitig hadert er mit seinem Unvermögen, seinem Leben einen Sinn und eine Richtung zu geben. Beider Leben sind miteinander verbunden, ihre Erlebnisse und Erfahrungen sind wie ein Spiegel des jeweils anderen. Was kommt? Was war? Wie verändert man sich und wie ändert sich die Wahrnehmung im Laufe eines Lebens? Angesichts dieser Fragestellungen fing der Roman an, bei mir zu wirken und seine nachgelagerte Wirkung zu entfalten.

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Karussell von Pavo Pejić | Rezension

Niemand mag 15-jährige Jungen, heißt es in „Karussell“ von Pavo Pejić. Schon gar keine Jungen, die mit Drogen, Sex, Pornovideos, Alkoholkonsum und Diebstahl ihre Grenzen ausloten und sie (natürlich) überschreiten. Für Paul und seine Freunde Dominik, Tobi und Marco, die manche Leser bereits aus „Pussykiller“ von Pejić kennen, sind diese Aktionen eine willkommene Ablenkung vom deprimierenden Alltag. Sie leben im Hamburger Stadtteil Dulsberg, der viele Jahre als ein Brennpunkt mit hoher Kriminalität und Arbeitslosigkeit galt. Vernachlässigt und gelangweilt treiben die Jungen durch die Tage, immer auf der Suche nach Spaß und Abenteuer, aber auch nach Liebe und Anerkennung.  „Karussell“ ist eine Retrospektive, zehn Jahre nach seinem Debüt-Roman „Pussykiller“ besucht der Autor seine Figuren erneut. Was anfangs als Schreibübung gedacht war, entwickelte sich jedoch rasch zu einem eigenständigen Roman.

Die Glocke zur ersten Stunde hörte ich noch, während ich mich langsam wieder von der Schule entfernte. Manchmal fühlte sich Schwänzen nicht wie Davonkommen an, sondern wie Weglaufen. (Seite 50)

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[Rezension] „Solitaire“ von Alice Oseman

Beinahe ein Jahr lang wartete „Solitaire“ von Alice Oseman geduldig darauf gelesen zu werden. Vor einer Woche war die Wartezeit dann endlich vorbei. Gelesen habe ich gemeinsam mit Emily von Stopfi’s Bücherwelten, so dass wir während des Lesens munter unsere Eindrücke und Meinungen austauschen konnten. Gemeinsam zu lesen ist einfach wunderbar. Was ich nun aber von „Solitaire“ hielt? In meiner Rezension erfahrt ihr es.

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[Rezension] „Junge Hunde“ von Cornelia Travnicek

Vor diesem Buch gab es für mich kein Entkommen. Es verfolgte mich einfach überall: auf der Frankfurter Buchmesse begegnete ich ihm reihenweise in den Regalen, aus Schaufenstern von Buchhandlungen zwinkerte es mir zu. Das Cover fällt einem aber auch ins Auge, oder? Dank der Random House Verlage beziehungsweise dem Bloggerportal, bekam ich die Gelegenheit, es zu lesen.

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