Fünf Tage mit Dir von Laura Newman | Rezension

Ein Roadtrip durch Frankreich? Im Sommer? Dazu eine lockerleichte Liebesgeschichte und jede Menge Humor? „Fünf Tage mit Dir“ von Laura Newman hält genau das bereit, eine ideale Auszeit also während der dunklen und tristen Wintermonate. Die Autorin hatte mich schon mit einem ihrer früheren Romane überzeugt, „Jonah“, zu dem ihr bei Interesse hier mehr erfahren könnt, und sie hat es mit diesem Werk erneut geschafft. Was mich besonders für den Roman eingenommen hat, sind die authentischen Figuren und der wunderbare Schreibstil von Laura Newman. Sie erzeugt damit eine sehr intensive Atmosphäre, so dass man sofort in der Geschichte „drin“ ist. Man reist durch Frankreich, sieht und fühlt das Land, riecht den Lavendel und das köstliche französische Essen. Hinzu kommen Figuren, die man unmittelbar gern hat. Milla mit ihrer organisierten Art, die nur darauf zu warten schien, dass jemand wie Jaro, gelassen und in den Tag hinein lebend, ihr Leben durcheinanderwirbelt.

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Warum die Vögel sterben von Victor Pouchet | Rezension

„Nichts fällt einfach so runter. Mir kommt es vor, als wären diese Vögel auf mich gestürzt, auf mein Dorf, meine Kindheit oder vielleicht auch auf etwas ganz anderes. Auf uns. (Seite 18)

Dieser Debütroman von Victor Pouchet lässt mich mit vielen Fragezeichen zurück. Und einer gewissen Leere und einer vagen Unzufriedenheit. Leider, denn ich hatte mir sehr viel von der Geschichte erhofft. Vögel, die aus unbekannten Gründen tot vom Himmel fallen und ein Student, der sich daran macht, dieses Rätsel zu lösen? Und damit ungewollt einen Selbstfindungsprozess anstößt? Das macht neugierig!

Die Geschichte konnte mich zu Beginn begeistern, als ich noch davon ausging: es kommt etwas Ungewöhnliches und Gutes auf mich zu. Beobachtungen, die sich interpretieren lassen, und die am Ende ein zusammenhängendes Gesamtbild ergeben. Doch entweder konnte ich dieses Gesamtbild nicht sehen oder es gibt keines. Letztendlich war „Warum die Vögel sterben“ für mich nicht mehr als eine flüchtige Erscheinung ohne tieferen Sinn, ein reines Spiel mit den Worten, ein Spiel mit Zusammenhängen, die vielleicht richtig sind, vielleicht aber auch nicht, ein Spiel mit den Erwartungen des Lesers – die bei mir am Ende nicht erfüllt wurden. Ich konnte die Intention des Autors über weite Teile nicht verstehen und am Ende wollte ich es auch nicht mehr. Mir fehlte es zu sehr an Griffigkeit und Substanz.

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Wildnis ist ein weibliches Wort von Abi Andrews | Rezension

Meine Reise wird über See und Land führen, eine heldenhafte Odyssee, ich ganz allein, ein Mädchen, auf einer weiblichen Suche nach Authentizität. (Seite 14)

Island, Grönland, Kanada, Alaska – das sind allesamt Orte der Welt, die ich bereisen möchte. Absolute Sehnsuchtsorte. Ein Roman, in dem eine junge Frau genau diese Länder bereist, ist daher ein Roman, den ich ohne Wenn und Aber lesen muss. In „Wildnis ist ein weibliches Wort“ von Abi Andrews begibt sich Erin hinaus in die Welt, sie will beweisen, dass Frauen genauso Entdecker sein können, wie Männer. Sie will nicht an Heim und Herd gebunden sein, sie will ihren Horizont erweitern und sich selbst an ihre Grenzen bringen. Erleben, wozu sie fähig ist, und gleichzeitig die Kraft der Natur erfahren. „Into the Wild“, aber eben aus Sicht einer Frau. Ein großartiges Thema! Doch leider dämpfte die Umsetzung meine Begeisterung erheblich.

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