Rezension | Zeitlose: Simeons Rückkehr – von Eva-Maria Obermann

Die Autorin Eva-Maria Obermann kenne ich inzwischen seit etwas über einem Jahr (zumindest virtuell, leider noch nicht im realen Leben – das klappt aber sicher auch noch!). Sie liest, bloggt und schreibt, und ich kann nicht ansatzweise begreifen, woher sie im Alltag die Zeit für all dies findet. Doch ihr Buch „Zeitlose: Simeons Rückkehr“, der erste Band einer Trilogie, ist der Beweis dafür, dass sie alles ganz wunderbar unter einen Hut bekommt. Natürlich musste ich ihr Buch lesen! Zu einer tragischen Liebesgeschichte mit einem Hauch Fantasy kann ich sowieso nur schwer „Nein“ sagen. Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr in meiner Rezension.

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Zeitlose: Simeons Rückkehr

Dora ist nahe daran, den Verstand zu verlieren. Die Träume, die sie vor zehn Jahren verfolgt haben, sind mit einem Mal wieder da.
Damals hatte sie, um sich zu retten, etwas Schreckliches getan. Doch nun sind die Visionen zurück und mit ihnen die Sehnsucht und der Schmerz.
Dora kämpft mit aller Kraft, um nicht den Halt zu verlieren. Doch als sie eines Tages plötzlich in die Augen Simeons – des Mannes, den sie in ihren Träumen liebt – schaut, verschwimmen Traum und Realität endgültig miteinander. Was davon ist wahr? Verzweifelt versucht Dora, sich selbst nicht zu verlieren, und begibt sich dabei in tödliche Gefahr.

(Band 1 einer Trilogie)

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Verlag und Copyright: Schwarzer Drachen Verlag
Preis:
 9.90 Euro
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-940443-31-1

Erschienen: 10. März 2017
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„Wahre Liebe ist mehr, als nur ein Herzklopfen oder eine Berührung. Wahre Liebe ist zeitlos.“ (Seite 195)

Kennt ihr diesen Zustand zwischen schlafen und wach sein, wenn die Übergänge verschwimmen und Teile der Realität in den Traum überfließen? So ergeht es der Protagonistin Dora im Roman. Immer wieder träumt sie von einer Vergangenheit, in der sich das Straßenmädchen Nancea in den Prinzen Simeon verliebt. Sie verlieren sich aus den Augen, finden sich wieder und beschließen, entgegen aller Tradition zu heiraten. Doch etwas geschieht und zerstört das Glück der beiden. Ein Schicksalsschlag, der bis heute nachwirkt und Dora’s Leben gehörig durcheinander bringt. Was hat sie mit Nancea zu tun? Weshalb träumt sie immer wieder von ihr und Simoen?

Mich packen diese Thematiken sehr leicht, ich mag die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart, von Liebe und Tragödie, von Realität und Fantasie. Die Geschichte erinnerte mich in vielerlei Hinsicht an Werke von Barbara Erskine, einer Autorin, die gerne Vergangenheit und Gegenwart durch übersinnliche oder magische Ereignisse miteinander in Verbindung bringt. Auch in „Zeitlose“ erfährt Dora Stück für Stück von einem Unglück oder schweren Schicksalsschlag in der Vergangenheit und schafft es schließlich, in ihrer Zeit eine Art von Versöhnung zu bewirken.

Eva-Maria Obermann baut die Spannung klassisch auf, streut Hinweise, und lässt den Leser immer mehr über die Vergangenheit von Nancea und Simeon erfahren. Interessante Zusammenhänge gelangen ans Licht. Dora hingegen verzweifelt immer mehr unter dem Einfluss der Träume, vor allem, als sie Nathan begegnet, der Simeon so erschreckend ähnlich ist. Der gesamte Konflikt, also auf beiden Zeitebenen, war ziemlich fesselnd und das Buch las sich dadurch sehr zügig weg. Ich wollte unbedingt erfahren, was damals passierte, und vor allem, was Dora und Nathan damit zu tun haben.

Am Ende war die Aufschlüsselung sehr interessant. In sich geschlossen und zufriedenstellend, gleichzeitig aber auch neue Aspekte aufrollend, so dass ich mich auf Band 2 freue.

Charaktere


Allem vorweg war es erfrischend, eine Protagonistin zu erleben die ein ziemlich – und im besten Sinne – gewöhnliches Leben führt. Dora arbeitet als Kindergärtnerin, studiert nebenher und hat einen festen Freund, den sie liebt und der sie liebt. Dora war mir sympathisch, denn sie weiß was sie will und verfolgt diese Ziele mit einem starken Willen und viel positiver Energie. Sie hat Humor, ist liebevoll und aufmerksam.

Als Simeon in ihren Träumen auftaucht, wird ihr ruhiger Alltag jedoch kräftig durchgerüttelt. Sie wird unruhig und ist zunehmend verunsichert. Doch gerade hier fehlte mir etwas, ein wenig mehr Einblick in ihr Gefühlsleben, ein bisschen mehr Ruhe in ihren Gedanken. Sie lenkt sich immer schnell von den Träumen ab, macht sich vor, es sei alles nur Einbildung oder nicht wichtig. Und auch wenn das eine verständliche Reaktion ist, hätte ich mir gewünscht, dass sie den Leser mehr an ihren Sorgen und Empfindungen Anteil haben lässt.

Nancea ist eine starke Frau, die so schnell nichts einschüchtert. Sie nimmt ihre Armut und die damit einhergehenden Umstände klaglos an und macht das Beste daraus. Sie hat einen wachen Blick für Menschen und Gerechtigkeit. Mir gefiel sie gut, doch auch bei ihr hätte ich mir gewünscht, ein wenig mehr über sie zu erfahren. Warum lebt sie alleine auf der Straße? Wo sind ihre Eltern? Dadurch wäre ihr Charakter für mich runder geworden.

Von Simeon konnte ich mir leider gar kein richtiges Bild machen. Einerseits ist er sehr leidenschaftlich und will seiner Mutter trotzen, indem er Nancea heiratet, andererseits benimmt er sich dann wieder wie ein verwöhnter Prinz, der von der Welt keine Ahnung hat. Etwas mehr Souveränität und Präsenz wäre angenehm gewesen. So war es für mich nicht ganz nachvollziehbar, wie sich Nancea in ihn verlieben konnte.

Nathan hingegen war schon greifbarer, er gefiel mir sehr gut. Er hat eine bewegende Vergangenheit und litt enorm an den wiederkehrenden Träumen. Er ist ein zerrissener Mann, der darum kämpft, den Kopf über Wasser zu halten. Ich hoffe sehr, in Band 2 mehr über ihn zu erfahren.

Schreibstil

„Ich war beides, ich war nichts wirklich. Immer, wenn ich mich für eines entscheiden wollte, drängte sich das andere Leben, der andere Name nur vehementer nach vorne.“ (Seite 155/156)


Eva-Maria Obermann schreibt ihre Geschichte so, dass sie sich sehr angenehm lesen lässt. Es gibt Passagen, die mich absolut begeistern konnten. Allerdings verlor sich die Autorin meiner Meinung nach recht häufig in nebensächlichen Details. Mich interessiert beispielsweise nicht, welches Spiel Dora auf ihrem Handy spielt, während sie auf dem Weg zur Universität ist. Mir ist bewusst, dass das Geschmackssache ist, doch mich stört es sehr, wenn im Buch der Name eines Spiels oder der Name einer Band genannt werden, die wirklich existieren. Das störte mich bei Stephenie Meyer in der „Twilight“-Reihe und es stört mich hier. Diese Details zogen mich leider gelegentlich aus der Geschichte heraus.

Fazit


„Zeitlose: Simeons Rückkehr“ ist eine schöne Fantasy-Liebesgeschichte, die ich gerne gelesen habe. Band 1 hat mich gefesselt, lässt meiner Ansicht nach aber auch noch Luft nach oben, was die Ausgestaltung der Charaktere angeht. Ich freue mich auf Band 2, in dem sich voraussichtlich einige vielversprechende neue Zusammenhänge auftun.

♥ ♥  ♥ ♥

Über Eva-Maria Obermann


Über Eva-Maria Obermann findet ihr jede Menge Informationen auf ihrer eigenen Webseite schreibtrieb.com sowie ihrem Buchblog buchblog.schreibtrieb.com.

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2 Gedanken zu “Rezension | Zeitlose: Simeons Rückkehr – von Eva-Maria Obermann

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