Die Geschichte eines Lügners von John Boyne | Rezension

Endlich kann ich in die Welt heraustragen, wie großartig dieser neue Roman von John Boyne ist. So faszinierend, packend, erschreckend, überraschend, lustig und tragisch! Dabei war „Die Geschichte eines Lügners“ keinesfalls Liebe auf den ersten Blick, obwohl ich Bücher des Autors grundsätzlich sehr schätze (siehe „Cyril Avery„). Doch sowohl Klappentext als auch Cover wollten mich dieses Mal nicht vom Fleck weg überzeugen. Zu erdrückend schwer und unsympathisch klang die Handlung, zu nichtssagend war das Cover. Natürlich habe ich dennoch reingeschnuppert und nach wenigen Seiten war klar: Ein Glück wurde mir dieses Buch geschickt, denn sonst wäre mir ein absolutes Highlight entgangen.

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Cryptos von Ursula Poznanski | Rezension

Mit „Cryptos“ hat Ursula Poznanski einen Climate Fiction-Roman geschrieben, der einen düsteren Blick in die Zukunft wagt. Die Erde ist heiß und trocken, das Land zu großen Teilen vom Meer überflutet und die Bevölkerungszahlen sind explodiert. Wie leben die Menschen unter diesen Bedingungen? Welche Konflikte entstehen? Welche Lösungsansätze gibt es? Dystopische Literatur über den Klimawandel ist seit einigen Jahren im Kommen und es ist interessant zu sehen, mit welcher Kreativität Autor*innen diesem Thema begegnen und gleichermaßen zu sehen, welche Überschneidungen es gibt. So handeln beispielsweise auch Eva Siegmunds „H.O.M.E.“-Reihe und Lena Wankes „Wo einst Leben war“ von Dürre, Wasserknappheit und dem mehr als fragwürdigen Handeln von Regierungen bzw. einflussreichen Unternehmen. „Cryptos“ reiht sich hier mit ein, es ist mein erster Roman von der Autorin.

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Neuerscheinungen Januar 2021 – John Boyne, Rena Fischer und mehr

Neues Jahr, neue Bücher! Der Lockdown begleitet uns weiterhin und demnach gibt es auch weiterhin – zumindest für mich – kaum eine bessere Ablenkung und Beschäftigung als Bücher. Bei mir einziehen werden der neue Roman von Johann Scheerer, „Unheimlich nah“, und der zweite Band von Rena Fischers Elbendunkel-Reihe, „Kein Weg zu dir“. Bereits gelesen habe ich den beeindruckenden Roman „Die Geschichte eines Lügners“ von John Boyne, die Rezension gibt es am Erscheinungstag natürlich hier zu lesen. Auf welches Buch wartest du im Januar sehnsüchtig? Und welches dieser Bücher macht dich neugierig? Viel Spaß beim Stöbern!

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Breakaway von Anbelle Stehl | Rezension

Auf „Breakaway“, den Debütroman von Anabelle Stehl, haben New Adult Leser und BuchbloggerInnen sehnsüchtig gewartet. Gespannt haben wir den Entstehungsprozess in den Sozialen Netzwerken mitverfolgt und mit der Autorin mitgefiebert. Daher war es natürlich keine Frage, dass dieser Roman bei mir einziehen musste. Wie also hat mir „Breakaway“ gefallen? Konnte mich die Geschichte überzeugen und begeistern?

Die Story beginnt mit Lia und ihrer fluchtartigen Reise nach Berlin. Was sie dorthin treibt, weiß man nicht, doch die Dringlichkeit wird einem nur allzu schnell bewusst. Irgendetwas ist vorgefallen, etwas verängstigt sie so sehr, dass sie sich vor allen Menschen versteckt und sich sogar als jemand anderes ausgibt. In der Hauptstadt begegnet sie Noah und seinen Freunden, die sie herzlich aufnehmen und ihr das Gefühl geben, alles könne wieder gut werden. Doch auch Noah hat Schwierigkeiten mit seiner Familie, sein Bruder soll sich geprügelt haben und setzt damit den Ruf der Familienunternehmen aufs Spiel. Darüber hinaus belastet ihn auch seine eigene Rolle innerhalb der Familie – wo ist sein Platz, ist er gut genug und gehört er auch wirklich dazu?

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Diese eine Lüge von Dante Medema | Rezension

Dante Medema reduziert „Diese eine Lüge“ auf das Wesentliche und erzielt damit eine maximale Wirkung. Erinnert hat mich dies an „The Wicker King“ von Kayla Ancrum, worin in komprimierten und teils surrealen Szenen von einer schwierigen Freundschaft erzählt wird. Dante Medemas Geschichte besteht aus Gedichten, E-Mails und Chatnachrichten, und dennoch (oder gerade deswegen) schafft sie es, tiefe Gefühle besonders hervorzuheben. Es geht um Delia, die im Rahmen eines Schulprojekts ihre DNA testet und herausfindet, dass ihr Vater nicht ihr biologischer Vater ist. Vermutet hatte sie es schon lange, doch die Bestätigung wirbelt ihr Leben dennoch vollkommen durcheinander. Gleichzeitig muss sie sich weiter mit dem begonnenen Projekt auseinandersetzen und sich mit ihren Gefühlen für ihren Kindheitsfreund Kodiak befassen. Eine aufwühlende Handlung und ein Roman, der nicht nur aufgrund der Erzählform auffällt.

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A Torch Against the Night (Band 2) von Sabaa Tahir | Rezension

Über Band 1, „An Ember in the Ashes“ schrieb ich, dass es ein ein spannungsreicher und emotionsgeladener Reihenauftakt mit komplexer Handlung gewesen sei. „A Torch Against the Night“ knüpft genau hier an und Sabaa Tahir holt sogar noch einmal mehr aus der Geschichte heraus. Es wird härter, düsterer, aufwühlender und zermürbender. Denn Elias und Laia sind zwar aus Blackcliff entkommen, doch die Flucht ist kein leichtes Unterfangen. Erst ist ihnen Keris Veturius auf den Fersen, später niemand Geringerer als Helene. Beide lassen Elias nicht kampflos gehen – die eine treibt purer Hass an, die andere der Glaube an das Empire. Doch geht es wirklich darum, Elias zu fassen? Oder darum, Darin aus Kauf zu befreien, um den Scholars eine Waffe gegen die Martials zu geben? Oder geht es um etwas ganz anderes, etwas, das weder Elias und Laia, noch Helene bislang begreifen können?

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LoveStar von Andri Snær Magnason | Rezension

Mit „LoveStar“ wagt Andri Snær Magnason einen absurden, düsteren, tragischen, wahnwitzigen, bitterbösen und überraschend humorvollen Blick in die Zukunft der Menschheit. Tatsächlich ist es die spannendste Dystopie, die mir seit langem begegnet ist. In ihr denkt und entwickelt der Autor und Umweltaktivist Magnason konsequent die digitale und mediale Gesellschaft weiter, gießt sie zu einem fragwürdigen Endprodukt und beschreibt gleichermaßen ihr selbst verursachtes Ende. Es ist eine Reise durch die Abgründe der menschlichen Konsumgesellschaft, in der Menschen von Werbung beeinflusst und gesteuert werden und den Blick für das echte Leben vollkommen aus den Augen verloren haben. Ein durch und durch faszinierender Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite erstaunt, überrascht und gefesselt hat.

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Zufällig vegan – International von Marta Dymek | Kochbuch

In „Zufällig vegan“ hat die Köchin, Autorin und Foodbloggerin Marta Dymek 100 internationale und vegane Rezepte zusammengestellt. Das Beste daran ist, dass sich diese exotischen Gerichte mit teils schwer erhältlichen Zutaten, ganz einfach auch mit regionalen Alternativen zubereiten lassen. Für mich ein riesiger Pluspunkt, denn so kombiniert das Kochbuch drei spannende Dinge: vegane Ernährung, Regionalität und Saisonalität. Denn sich inspirieren zu lassen bedeutet nicht, auf der Suche nach Gemüse vom anderen Ende der Welt durch die Läden zu rennen, so die Autorin. Man soll sich nicht verbiegen müssen, wie es im Vorwort auf den Punkt gebracht wird. Finde ich großartig, denn sobald ein Kochbuch zu speziell wird, die Rezepte zu kompliziert und die Zutaten zu umfangreich sind, bin ich raus. So schien „Zufällig vegan international“ genau das Richtige für mich zu sein. Ob dem auch tatsächlich so war, erfahrt ihr hier.

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H.O.M.E. – Die Mission (H.O.M.E.-Reihe 2) von Eva Siegmund | Rezension

In Band 1 der H.O.M.E.-Reihe von Eva Siegmund, „Das Erwachen„, gefielen mir insbesondere das Setting (Berlin im Ausnahmezustand) und die Idee der Simulation. Ein toller und spannender Mix. Auch die Figuren, allen voran Zoë und Kip, waren glaubwürdig und sie trugen die Geschichte gut. Für Band 2 hatte ich mir von den Figuren allerdings eine starke Entwicklung erhofft, denn sie fühlten sich trotz allem stellenweise etwas stereotyp an. Außerdem hatte sich eine Dreiecksgeschichte angedeutet und ich war gespannt, ob die Autorin diesen Weg weiter verfolgen würde oder ob hier mit einer Überraschung zu rechnen sei. Nun kam ich endlich dazu, „H.O.M.E. – Die Mission“ zu lesen und auch wenn mir vieles zusagte, habe ich leider auch ein paar Kritikpunkte.

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Goldrote Finsternis von Mika M. Krüger | Rezension

Mika M. Krüger hat sich mir vor ein paar Jahren mit ihrem Werk „Totenläufer: Silver Coin 203“ ins Gedächtnis gebrannt – eine eindringliche und atmosphärische Dystopie. Umso gespannter war ich nun auf ihr neues Buch „Goldrote Finsternis“, ein Mystery-Roman mit Gruselelementen, wie die Autorin ihn auf ihrer Homepage beschreibt. „Nebel, Regen […] und die Farben Orange, Rot und Gold inklusive“, heißt es außerdem. Also perfekt für den Herbst! Und tatsächlich erwies sich dieser Roman als tolle Begleitung durch dunkle Abende. Denn was Ilyan, Lois, Rayl und Hanne in Flußwalde erleben, ist wirklich gruselig und mysteriös.

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